Österreich beim CanSat-Wettbewerb 2012

Team Yes We CanSat!
4 Mai 2012

Hochschüler aus verschiedenen ESA-Mitgliedstaaten haben den zweiten europäischen CanSat-Wettbewerb auf dem Raketenstartplatz Andøya in Norwegen beendet. An dem Wettbewerb, der vom 23. bis 26. April stattfand, nahmen 14 Teams teil. Das österreichische Team bekam für sein herausragendes Projekt und seine Startvorbereitungen eine Anerkennung.

Die winzigen CanSats sollten sich von ihrer Rakete trennen und ihre Mission durchführen, während sie am Fallschirm zurück zur Erde sinken, um dann von ihren Teams wieder geborgen zu werden.

Nach letzten Vorbereitungen durch Techniker des Norwegischen Zentrums für Weiterbildung im Raumfahrtbereich (NAROM) wurden die CanSats am 24. April paarweise mit sieben kleinen Intruder-Raketen nacheinander auf eine Höhe von etwa einem Kilometer gebracht. Trotz starker Winde wurden fast alle CanSats erfolgreich geborgen - lediglich der spanische CanSat ging verloren, da die Kommunikation mit der Bodenstation scheiterte.

Die Erfolge der Missionen waren unterschiedlich: Beim ersten Flug führte der hohe Startschub dazu, dass sich der österreichische CanSat abschaltete, der dadurch unglücklicherweise keine Daten aufzeichnete, obwohl bis vor dem Start alles perfekt funktionierte.

Beim norwegischen Team brach einer der beweglichen Arme des Gleitschirms und versetzte dessen CanSat in eine schnelle Trudelbewegung. Trotzdem erreichte das Team einige seiner Ziele: Man empfing GPS-Signale und Messdaten über den Atmosphärendruck.

Beim zweiten Start hatte das rumänische Team eine stabile Funkverbindung und alle drei Sensoren übermittelten erfolgreich Daten, der tschechische CanSat jedoch sendete nach dem Aussetzen keine Daten.

Während des dritten Fluges machten es die Wetterbedingungen schwer, die italienischen und irischen CanSats zu orten, jedoch konnten beide Teams einige Telemetrie-Daten empfangen, bevor sie das Signal verloren. Die Daten des italienischen Teams wurden auf einer Speicherkarte an Bord des CanSats gespeichert, sein Ziel einer gesteuerten Landung konnte das Team aber nicht erreichen. Das irische Team konnte durch Analyse seiner Daten einige wichtige Ereignisse des Fluges auslesen.

All prepared

Die Teams aus Belgien und den Niederlanden empfingen beim vierten Start gute Telemetrie-Daten ihrer CanSats. Die Belgier nahmen sogar Bilder mit ihrer Bordkamera auf. Die niedrige Außentemperatur verhinderte jedoch, dass der Beschleunigungssensor des niederländischen CanSats brauchbare Daten lieferte.

Das Team aus dem Vereinigten Königreich empfing ebenfalls gute Telemetrie-Daten, war jedoch etwas enttäuscht, dass sein Mini-Rover früher als geplant ausgesetzt wurde. Das dänische Team empfing Telemetrie-Daten während des Fluges. Leider stürzte der Computer am Boden ab, sodass alle Daten verloren gingen.

Beim sechsten Flug empfing das französische Team gute Telemetrie- und Videodaten. Das spanische Team empfing keine Daten und darüber hinaus löste sich der Fallschirm, sodass der CanSat verloren ging. Trotzdem konnten sie die Videodaten des französischen Teams nutzen, um eines ihrer Ziele, die 3D-Oberflächenkartierung, zu erreichen.

Die griechischen und portugiesischen CanSats sendeten beim letzten Flug alle erwarteten Telemetrie-Daten, jedoch hatten beide ein Problem mit ihren Bordkameras, sodass sie weniger Bilder erhielten, als gehofft.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs

Participants of the campaign

Sobald sie die Ergebnisse ihrer Missionen anaylisiert hatten, wurden die Teams von einem Gremium technischer Experten aus Raumfahrtbehörden und der Industrie bewertet.

„Der Anspruch an die Projekte war hoch und die Juroren waren von der professionellen Einstellung der Schüler sehr beeindruckt“, sagt Helen Page, ESA-Koordinatorin des CanSat-Projekts. „Sie haben enorm viel über Weltraumforschung, Maschinenbau und Technologie gelernt, praktische Fertigkeiten entwickelt und die spannende Startkampagne auf einem modernen Raketenstartplatz erlebt.“

Der erste Preis ging an das Team Alpha der Bearsden Academy in Glasgow im Vereinigten Königreich. Der zweite Platz wurde dem Icaromenippus 3D-Team aus dem 3. allgemeinen Lyzeum von Mytilini in Strati Myrivili in Griechenland verliehen, der dritte Platz ging an das portugiesische Team Azorean Shearwater der Santa Maria Hauptschule in Vila do Porto auf den Azoren.

Die Jury erwähnte auch besonders das österreichische Team in Anerkennung seines herausragenden Projekts und seiner Startvorbereitungen.

Der europäische CanSat-Wettbewerb 2012 wurde vom ESA-Bildungsbüro in Zusammenarbeit mit dem Norwegischen Zentrum für Weiterbildung im Raumfahrtbereich (NAROM) organisiert.

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