Raumfahrt und Wissenschaft: Ein Online-Ereignis für Schüler

Simon Kopf aus Ludwigshafen erklärt seine Idee
22 Mai 2012

Was passiert, wenn das eigene Experiment über 30.000 Mal im Netz gesehen wird? Die Weltraumforscher von morgen wurden in Köln am 16. Mai mit einem ganz besonderen wissenschaftlichen Gespräch belohnt.

Schüler aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika wurden ins Europäische Astronautenzentrum in Köln eingeladen, um dort live mit ESA-Astronaut André Kuipers und NASA-Astronaut Don Pettit zu sprechen. Der Preis war wohlverdient: Nur 21 aus 2000 eingereichten Videos wurden als regionale Finalisten des SpaceLab-Wettbewerbs ausgewählt. Weltweit beteiligten sich Schülerteams aus über 80 Ländern.

Die Schüler mussten in einem nur zwei-minütigen Video ihr Experiment erklären und die These aufstellen, was mit einem identischen Experiment im Weltraum passieren würde. Diese Videos wurden weltweit über 50 Millionen Mal angesehen.

Diese von der ESA unterstützte Initiative „gibt Kindern die außergewöhnliche Möglichkeit, die Wirklichkeit spannender als die Fiktion werden zu lassen“, sagte Zahaan Bharmal von Google, Initiator der SpaceLab-Kampagne. Er war beim ersten Anruf bei der Internationalen Raumstation genauso aufgeregt wie die Schüler.

"Die Zukunft hängt von euch ab!"

Schüler aus ganz Europa lauschen gespannt

Ein einfaches, improvisiertes Pendel in der Raumstation leitete ein entspanntes Gespräch über Physik im schwerelosen Umfeld ein. André und Don beantworteten die Fragen der Finalisten und veranschaulichten, welch Privileg es ist, im größten Schwerelosigkeitslabor der Welt auf vielen verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten zu arbeiten.

Nachdem André die Zweifel über die Risiken der menschlichen Physiologie im Weltraum aus dem Weg geräumt hatte, versicherte Don, dass „Forschung von euch abhängt, von dem was ihr mit eurer eigenen Zukunft anstellen wollt“.

Der globale Finalist Amr Mohamed, ein 18-jähriger Schüler aus Alexandria in Ägypten, wird erleben können, ob Zebraspinnen, die ihre Beute durch einen gezielten Sprung fangen, ihr Jagdverhalten der Schwerelosigkeit anpassen.

Spinnen im Weltall

Astronaut Frank de Winne moderiert die ISS-Videoschalte

Auf dem Boden forderte ESA-Astronaut Frank de Winne Amr heraus: „Ich brauchte zwei Monate, um mich vollständig an die Schwerelosigkeit anzupassen - wie lange wird die Spinne brauchen, um zu lernen, wie sie auf ihre Beute springen soll?“ Die Antwort werden wir diesen Herbst erhalten, wenn Amrs Experiment auf der Internationalen Raumstation durchgeführt wird.

Auch andere Finalisten reichten innovative Ideen ein: ein Raumschiff-Antrieb mit Hefepower, Alkohol-Herstellung und Magnete waren unter den Schüler-Vorschlägen, die zur Raumstation geschickt werden sollten. Die deutschen Finalisten Sara und Simon Kopf aus Ludwigshafen führten ihre Experimentidee der "diamagnetischen Pinzette" vor. In manchen Fällen benötigten die jungen Wissenschaftler drei Wochen für Forschung und Aufbau ihrer Experimente. In anderen, wie bei Harry und Jack, reichten fünf Minuten vor einer Physikstunde, um ihre Hypothese über Wassertröpfchen, die einen statisch aufgeladenen Stab im Weltraum umkreisen, zu filmen.

Wissenschaftler und Astronauten waren gleichermaßen von der Vielzahl der Ideen und den unterschiedlichen Herkünften der Teilnehmer beeindruckt. „Manchmal musste ich ein Video anhalten und über das Experiment nachdenken“, so Dr. Martin Zell, ESA-Bereichsleiter für Astronauten und ISS-Nutzung.

Nach einer ausgedehnten Führung durch die Trainingseinrichtungen des EAC gab es keinen Zweifel daran, dass der Weltraum die Faszination der Schüler für Wissenschaft, Technologie, Maschinenbau und Mathematik beflügelte. „Diese Weltraum-Experimente werden für immer in ihren Erinnerungen bleiben“, folgerte Martin Zell.

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