Satellitenbild der Woche: Heilige Steine im australischen Outback

9 September 2011

Dieses Bild, vom NASA-Satelliten Landsat aufgenommen, führt ins Amadeus-Becken im Herzen des australischen Outbacks.

Im unteren Teil des Bilds sind zwei große Felsformationen zu erkennen. Diese Sandsteine, im Englischen auch “bornhardt”, nach dem deutschen Geologen Wilhelm Bornhardt benannt, sind den Anangu, einem Stamm der Aborigines, heilig. Sie bilden zudem die große Besonderheit des als Weltnatur- und Weltkulturerbe gelisteten Uluru-Kata Tjuta Nationalparks.

Die Gruppe 36 kuppelförmiger Felsformationen im Westen (links auf dem Bild) ist die Kata Tjuta (die Olgas), deren Mount Olga mit 1066 m als höchster Berg herausragt.

Vierzig Kilometer östlich der Olgas befindet sich Ayers Rock, den die Aborigines Uluru nennen. In seiner unmittelbaren Nähe finden sich Quellen, Wasserlöcher, Höhlen und antike Malereien.

Einer regionalen Legende nach wird jeder, der Steine vom Uluru wegnimmt, ins Unglück gestürzt. Laut Berichten, versuchten deshalb Viele, die dieses Risiko auf sich genommen hatten, die Steine im Nachhinein zurück zu schicken, um den Fluch wieder aufzuheben.

Die weiße Fläche oben im Bild ist der salzverkrustete Lake Amadeus. Trotz seiner hundert Millionen Tonnen Salz ist der See wegen seiner abgelegenen Lage zur Salzgewinnung so gut wie ungeeignet.

Diese Gegend im südlichen Teil des australischen Bundesterritorium Northern Territory bietet verschiedenen Tierarten Unterschlupf: dem roten Riesenkänguru, dem Emu, der Beutelmulle, verschiedenen Fledermausarten sowie über 70 Reptilienarten.

Das Bild wurde am 18. Mai 2011 vom Thematic Mapper an Bord des von der NASA und der US Geological Survey gesteuerten Satelliten Landsat 5 erfasst. Die ESA unterstützt die Landsat-Serie als sogenannte „Third Party Mission“, das heißt sie nutzt ihre eigene Bodeninfrastruktur und Expertise um die von den Landsat-Satelliten gesandten Daten für die Benutzergemeinschaft zu erfassen, zu verarbeiten und zu verteilen.

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