Space meets Medicine

8 November 2005

Vom All in den Alltag: Auf der vom 16. bis 19. November in Düsseldorf stattfindenden Medizinmesse MEDICA 2005 stellt die Europäische Weltraumorganisation ESA modernste Methoden der Raumfahrtmedizin und ihre irdischen Anwendungsmöglichkeiten vor.

Über 4000 Aussteller aus 62 Staaten präsentieren vom 16. bis 19. November ihre neuesten Erzeugnisse auf der MEDICA 2005 in Düsseldorf, der weltgrößten Medizinmesse. Angeboten werden modernste Produkte der Medizintechnik, Diagnostik, Analytik und Therapie. Genau das richtige Umfeld für die ESA, die umfangreichen Möglichkeiten der Weltraummedizin den Fachbesuchern vorzustellen.

Die Weltraummedizin hat in den letzten Jahren zu einer Fülle von wichtigen Erkenntnissen über das Funktionieren der Organe des Menschen und ihr Zusammenspiel geführt. Medizingeräte, die für diese Forschung neu entwickelt wurden, finden mehr und mehr Eingang in Kliniken sowie in die ärztliche Praxis – vom All in den Alltag eben.

ESA: Europas Motor in der Telemedizin

Der Ursprung der Telemedizin liegt in der Raumfahrt. Blutdruck, Puls und EKG mussten ständig live zum Arzt auf die Erde übertragen werden. Die neuen Technologien der Ferndiagnose können jedoch auch für die Patienten eines Allgemeinmediziners möglich und ökonomisch sinnvoll sein.

Der Telemedizin, die das Gesundheitswesen in den verschiedensten medizinischen Bereichen revolutioniert, ist deshalb auf der MEDICA 2005 ein breiter Raum gewidmet. Die ESA spielt in Europa in der Erprobung und dem Einsatz von Telemedizin-Diensten über Satellit eine Schlüsselrolle. Die Weltraumorganisation ist auch in die Koordinierung internationaler Organisationen für Telemedizin involviert.

Medizinische Forschung auf der ISS

Die ESA sowie ihre Kompetenzpartner und Mitaussteller aus Deutschland, Frankreich, Russland und den Niederlanden präsentieren sich auf dem Gemeinschaftsstand H03 in Halle 11. Unter dem Motto "Space meets Medicine" wollen sie eine Brücke schlagen zwischen Raumfahrt und Medizin. Im Focus stehen die Nutzungsmöglichkeiten der Internationalen Raumstation ISS.

Die in 450 Kilometer Höhe operierende ISS ist der ideale Ort für medizinische Forschungen. In der Schwerelosigkeit läuft nämlich im Zeitraffer dasselbe ab, was kranke, ältere oder bettlägerige Menschen auf der Erde erleben: Muskelschwund, Knochenschwund, Kraftlosigkeit, Rückenbeschwerden und Kreislaufprobleme. An ansonsten gesunden Raumfahrern können Krankheiten und Alterungsprozesse studiert werden.
So gehört die Osteoporose („Knochenschwund“) zu den am besten untersuchten Auswirkungen der Schwerelosigkeit. Entsprechende Geräte und Verfahren, die für den Aufenthalt im Weltraum entwickelt wurden, gehören inzwischen auf der Erde zu den angewandten Behandlungsmethoden.
Neuester Clou – am Gemeinschaftsstand zu sehen – ist ein weltraumgeprüfter Rehabilitationsanzug für Reha-Patienten. Er ist auf der Grundlage echter Raumanzüge entwickelt worden.

Einladung an interessierte Unternehmen

Die Möglichkeiten der ISS sind jedoch viel umfangreicher. Der Wirtschaft, speziell Firmen der Medizin- und Biomedizin-Branche, ist es weitestgehend noch nicht bewusst, dass sie die Forschungen auf der ISS auch zur Herstellung besserer Medikamente, zur Vervollkommnung diagnostischer Verfahren und zur Entwicklung neuartiger Untersuchungsgeräte nutzen kann.

Frank M. Salzgeber, Leiter des Bereiches Commercial Development in der Commercialisation Division der ESA, lädt deshalb alle interessierten Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich zur Arbeit auf der Raumstation ein: „Wir bieten allen Firmen, die die außergewöhnlichen Umgebungsbedingungen im Weltraum für ihre Forschungsarbeit, den Test neuartiger Produkte oder für Marketingaktivitäten nutzen wollen, die Möglichkeit, mit ihren Ideen an uns heranzutreten. Wir unterstützen sie dann bei der Realisierung ihrer Aktivitäten.“

Das Weltforum der Medizin, MEDICA 2005, findet auf dem Messegelände in Düsseldorf statt. Öffnungszeiten:
16. bis 18. November: 10.00 bis 18.30 Uhr; 19. November: 10.00 bis 17.00 Uhr

Weitere Informationen erteilen:
Frank M. Salzgeber
Head of Commercial Development, Commercialisation Division
Directorate of Human Spaceflight, Microgravity and Exploration
European Space Agency
Keplerlaan 1
NL – 2201 AZ Noordwijk
Tel.: + 31 71 565 3910
Fax: + 31 71 565 5232
issbusiness@esa.int

Dieter Isakeit
Head of Erasmus User Centre and Communication Office
Directorate of Human Spaceflight, Microgravity and Exploration
European Space Agency
Keplerlaan 1
NL – 2201 AZ Noordwijk
Tel: +31 71 565 5451
Fax: +31 71 565 8008
Dieter.Isakeit@esa.int

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