200 neue Start-ups auf den Weg gebracht

Start einer Ariane-Rakete
29 August 2013

Innovation kennt keine Grenzen: Die Business Incubation Centres (BICs) der ESA bringen diesen Monat das 200. Start-up-Unternehmen auf den Weg.

Ob schnelles Kartieren von Katastrophengebieten mittels Crowdsourcing, Vorschläge für effektivere Transportmöglichkeiten und alternative Energienutzung oder verbesserte Produktionstechnologien – die von der ESA unterstützten Start-up-Unternehmen bereichern die lokale Wirtschaft und fördern gleichzeitig die Nutzung von Raumfahrttechnologien für Anwendungen auf der Erde.

Jedes der von den ESA BICs geförderten Start-ups wird von einer Kraft angetrieben: Innovation.

Global denken, lokal handeln

Franco Ongaro eröffnet das ESA BIC in Flandern

„Wir stellen jungen Unternehmern das Wissen und die Technologie aus unseren Weltraumprogrammen zur Verfügung. Dank ESAs Investitionen in die genialen Köpfe dieser Unternehmen können wir sicher sein, dass unsere Technologie in hohem Maße ausstrahlen wird,“ so Franco Ongaro, ESA-Direktor für Technisches und Qualitätsmanagement.

„Wir müssen die europäische Wettbewerbsfähigkeit weiter vorantreiben und weiterhin global denken, aber lokal investieren. Innovationen, die aus der Nutzung von Raumfahrttechnologien entstehen, sind eine Investition in unser wichtigstes Kapital – den Planeten Erde.“ 

Während der zweijährigen Gründungsphasen in den ESA-Zentren erhalten die Start-ups finanzielle und technische Unterstützung mit dem Ziel, neue Unternehmen zu gründen, neue Produkte auf den Markt zu bringen und neue Arbeitsplätze in den jeweiligen Regionen zu schaffen.

Katastrophenschutz mit Satellitendaten

SkyLiberty für Piloten

Ein Beispiel für ein erfolgreiches, von der ESA gefördertes Start-up ist das neue Piloten-Tool „SkyLiberty“ aus Belgien – eine praktische App für die schnellere Vorbereitung von Flugrouten. Sie berücksichtigt nicht nur den jeweiligen Flugzeugtyp, sondern auch das Wetter, die Luftraumsituation und die Bedingungen am Flughafen. Damit ermöglicht die App kleineren Flugzeugen eine genauere und effizientere Flugplanung.

Im niederländischen ESA BIC Noordwijk entwickelte ein Start-up ein Computerspiel mit einer durchaus ernsthaften Anwendung: Es unterstützt Hilfskräfte beim Zugang zu Katastrophengebieten. Das Spiel mit dem Namen „Cerberus“ vereint dank Crowdsourcing-Methoden den Input von Tausenden Anwendern. Basierend auf ESA-Satellitendaten kann es so in kürzester Zeit eine genaue Kartierung der Lage in den betroffenen Gebieten generieren.

Dresden Hauptbahnhof

In Deutschland entwickelte sich die revolutionäre Smartphone-App „AppJobber“ zu einem Verkaufsschlager, da sie dank eines ausgeklügelten Systems die aktuelle Situation an Hunderten Bahnhöfen der Deutschen Bahn überwacht. Dies geschieht nicht durch Mitarbeiter der Deutschen Bahn, sondern mit der Unterstützung regelmäßiger Pendler, die über die aktuelle Situation an Bahnhöfen berichten und sich dabei ganz nebenbei Geld dazu verdienen.

Durch die Anwendung dieser auf SatNav basierenden App konnten Unternehmen in fünf Ländern bereits Zeit und Kosten sparen und darüber hinaus ihre CO2-Emmissionen reduzieren. Das Start-up-Unternehmen hinter dieser App wurde vom ESA BIC Darmstadt unterstützt.

Tausende Arbeitsplätze durch Business Incubation

Bruno Naulais

„Mit unserem ersten Zentrum hier in den Niederlanden haben wir im Jahr 2000 die Unterstützung von Start-up-Unternehmen vorbereitet. Wir waren fest davon überzeugt, dass die zukunftsweisenden Technologien, die wir für die europäischen Weltraumprogramme entwickelt haben, auch am Boden zu innovativen Lösungen beitragen können,“ so Bruno Naulais, BIC-Manager im Programmbüro für Technologietransfer der ESA.

„Das BIC der ESA unterstützt innovative Geschäftskonzepte während der Gründungsphase und hilft jungen Unternehmen, ihre Spin-offs aus der Raumfahrttechnologie weiterzuentwickeln, um sie auch auf der Erde nutzbar zu machen. 2003 halfen wir dem ersten Start-up auf die Beine, nun haben wir die 200er-Grenze geknackt und damit in den letzten zehn Jahren Tausende Arbeitsplätze in ganz Europa geschaffen.“

Derzeit operieren in Europa acht ESA BICs in den Niederlanden, Deutschland (Bayern und Darmstadt), Italien, Großbritannien, Belgien (Redu und Flandern) sowie Südfrankreich, wo das neueste Zentrum eingerichtet wurde. Ende 2013 wird das neunte BIC im spanischen Barcelona eröffnet.

ESA Business Incubation Centres
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