Alexander besucht Krankenstation

24 Juli 2013

Obwohl unsere Raumfahrer hoffentlich niemals gezwungen sein werden, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse einzusetzen, könnten derartige Fertigkeiten im Notfall lebensrettend sein. Aus diesem Grund besuchte der ESA-Astronaut Alexander Gerst vor kurzem die Uni-Klinik in Köln, um seinen medizinischen Kenntnisstand auszubauen. 

Während ihres bis zu sechs Monate langen Aufenthalts im All führen die Astronauten im Normalbetrieb wissenschaftliche Experimente durch und gewährleisten die Instandhaltung ihrer Raumstation. Dennoch ist es unbedingt erforderlich, dass sie im Notfall wissen, was zu tun ist. Schließlich ist es nicht ohne weiteres möglich, medizinische Versorgung zur internationalen Raumstation ISS zu fliegen.

Als Verantwortliche sind jeder ISS-Mission zwei Crew Medical Officer zugewiesen, die, angefangen beim Nähen von Wunden bis hin zu Zahnfüllungen, eine grundlegende ärztliche Versorgung an Bord gewährleisten.

Alexander übt mit einer originalgetreuen Puppe

Alexander wird 2014 als einer dieser Crew Medical Officer zur ISS fliegen. Im Rahmen seiner medizinischen Ausbildung, verbrachte er drei Tage in der nahegelegenen Uniklinik, um die Durchführung einer Reihe von Notfallmaßnahmen bei echten Patienten mitzuverfolgen.

Dieser dreitägige Medizinkurs wurde durch das Europäischen Astronautenzentrum in Köln in Zusammenarbeit mit der örtlichen Uniklinik speziell für Weltraummissionen auf der ISS entwickelt. 

Weit mehr als nur eine Simulation

Die von Alexander durchzuführenden Übungen beinhalteten Simulationen, die der Realität sehr nahe kommen. Die einem echten Menschen exakt nachempfundene Puppe für Anästhesisten-Schulungen blinzelt, atmet und reagiert sogar auf Injektionen. Außerdem trainierte Alexander Gerst das Einsetzen eines Blasenkatheters und das Legen eines intravenösen Zugangs.

Nach dem theoretischen Teil seines Trainings verbrachte er drei Tage in den Operationsräumen, der Notaufnahme und der Intensivstation der Uniklinik. Er nahm an einer Reihe wichtiger klinischer Verfahren teil, wie beispielsweise dem Überwachen der Vitalparameter eines Patienten.

Alexander mit Mitarbeitern von der Uni-Klinik

„Dieser Kurs setzt das medizinische Training von Astronauten in einen realitätsgetreuen Kontext und gibt ihnen das nötige Selbstvertrauen und die Erfahrung, um mit medizinischen Problemen umzugehen“, erklärte Ben Douglas, Organisator des Kurses und ESA-Missionsarzt.

„Der Kurs war eine äußerst nützliche Erfahrung“, bestätigt Alexander. „Typische Verletzungen an echten Patienten beobachten zu können, hat mir ein sehr viel realistischeres Bild darüber vermittelt, womit wir es im Weltall zu tun bekommen könnten.“

Selbstverständlich müssen bei medizinischen Eingriffen im Weltall andere Umstände berücksichtigt werden. Beispielsweise stellen schwebende Nadeln ein ernsthaftes Risiko dar. Um gegen alle Gefahren gewappnet zu sein, wird die ESA sicherstellen, dass Alexander Gerst so gut vorbereitet ist, wie nur möglich. 

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