ESA-Astronaut Alexander Gerst auf der ISS.

Alexanders erste Woche im Weltraum

6 Juni 2014

Seit einer Woche befindet sich ESA-Astronaut Alexander Gerst nun auf der Internationalen Raumstation ISS. Während er sich daran gewöhnt, in der Schwerelosigkeit zu leben, hatte er schon allerhand zu tun: Er lernte sein neues Zuhause kennen, übernahm Experimente, hat sich Blut abgenommen, hielt sich fit und hat auch schon die Toilette geputzt.

Am frühen Morgen des 29. Mai erreichte Alexander die Raumstation an Bord eines Sojus-Raumschiffes, zusammen mit NASA-Astronaut Reid Wiseman und Roskosmos-Kommandeur Maxim Surajew.

Die Crew von Expedition 40/41: Alexander Gerst (ESA), Reid Wiseman (NASA) und Maxim Surajew (Roskosmos)

Sie stießen zu den drei Besatzungsmitgliedern, die sich bereits seit April auf der ISS befinden, und werden sechs Monate lang in ihrem neuen Zuhause im All bleiben.

Kurz nach ihrer Ankunft sprachen sie kurz mit ihren Familienmitgliedern und Freunden auf der Erde, von denen sie sich erst sechs Stunden vorher verabschiedet hatten. Alexanders Kommentar: „Es ist fantastisch hier oben!“

Eines von Alexanders ersten Experimenten war relativ einfach: Er musste einen Fragebogen über Kopfschmerzen ausfüllen. Viele Astronauten leiden unter so starken Kopfschmerzen, dass sie das Gefühl haben, ihnen „platze der Kopf“. Wissenschaftler wollen mehr über dieses Phänomen herausfinden - vor allem darüber, welche Astronauten wann am meisten darunter leiden.

Die ESA-Forschung zu Kopfschmerzen im Weltraum sammelt – wie andere Experimente auf der ISS auch – über viele Jahre hinweg Daten von verschiedenen Astronauten, in diesem Fall von 30.  

Eine Tour durch das neue Zuhause

ESA-Astronaut Alexander Gerst beim Augen-Experiment

Alexander Gerst und Reid Wiseman wurden auf der Station herumgeführt. Sie ist so groß ist wie ein Haus mit sechs Schlafzimmern. Stationskommandant Steve Swanson zeigte ihnen, wie die Systeme an Bord funktionieren. Prozeduren für die allgemeinen Wartungsarbeiten und Notfallmaßnahmen wurden für die Neuankömmlinge mehrmals durchgespielt.

Ein etwas anspruchsvolleres Experiment für Alexander bestand darin, seine Augen im Rahmen der NASA-Forschung zur Augengesundheit zu untersuchen. Dabei geht es um die Frage, wie sich die Augen von Astronauten an die Bedingungen im Weltraum anpassen.

Außerdem hat Alexander eine Leuchte für ein japanisches Experiment ausgetauscht. Dieses erforscht, wie sich Pflanzen der Schwerkraft widersetzen und aufwärts wachsen. Dieser Effekt kann nur in einem Labor erforscht werden, in dem Schwerelosigkeit herrscht.

ESA-Astronaut Alexander Gerst hält sich fit.

„Gestern XENON Lampe im Japanischen SAIBO Rack repariert, für Experimente zu effektiveren Nutzpflanzen auf der Erde“, twitterte Alexander über einen Versuch aus dem All. Im Laufe seiner „Blue Dot“-Mission wird er an der ergänzenden ESA-NASA-Studie Seedling Growth-2 arbeiten.

Wie in jedem großen Haus muss auch auf der ISS der Haushalt gemacht werden. Während Alexanders Kollegen sauber machten und Müll für die Entsorgung verpackten, putzte er selbst eine der zwei Toiletten an Bord. Das hatte er zwar schon sehr oft auf der Erde trainiert, es dann aber tatsächlich im Weltall zu tun, war eine neue Erfahrung für ihn.

Alle Astronauten auf der Station trainieren zwei Stunden täglich an Sportgeräten, um körperlich fit zu bleiben. Während all diesen Aufgaben und der Gewöhnung an den Weltraum teilt Alexander seine Erfahrungen im Internet: Folgen Sie ihm während seiner Mission auf http://alexandergerst.esa.int/

Das Schlafquartier von ESA-Astronaut Alexander Gerst
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