Alphasat: Ein europäischer Kommunikationsgigant

Alphasat im geostationären Orbit (Grafik)
24 Juli 2013

Am 25. Juli 2013 wird Alphasat, der größte europäische  Telekommunikationssatellit, mit einer Ariane 5-Trägerrakete vom Europäischen Weltraumzentrum Kourou aus gestartet. Er wird im geostationären Orbit stationiert und ist mit einzigartiger Technik ausgestattet. Es handelt sich um den ersten Flug der neu entwickelten Satellitenplattform Alphabus.

Neben der kommerziellen Nutzlast befinden sich auch vier von der ESA unterstützte Technologie-Demonstrationsnutzlasten an Bord. Entscheidenden Anteil an diesen Projekten haben deutsche, schweizerische und österreichische Firmen.

Öffentlich-private Partnerschaft

Alphasat ist ein Projekt, das in öffentlich-privater Partnerschaft zwischen ESA und dem britischen Telekommunikationsunternehmens Inmarsat durchgeführt wird. Inmarsat wird den Satelliten auch betreiben. Die Plattform Alphabus soll für künftige Kommunikationssatelliten neue Dimensionen sowohl bei der Größe des Satelliten als auch den Übertragungstechnologien erschließen.

Inmarsat wird mit dem Satelliten sein Globales Breitbandnetzwerk BGAN (Broadband Global Area Network) erweitern. Es handelt sich dabei um ein System für Telefonverbindungen und vor allem mobile Breitband-Internetverbindungen. Alphasat verbessert so zusammen mit bereits aktiven Inmarsat-Satelliten sein Angebot für Europa, Afrika, Asien sowie den Nahen Osten, denn die Nachfrage nach mobilen Breitbandverbindungen nimmt rasant zu.

Neue Technologien für die Zukunft

Alphasat in der Montagehalle

Neben dem kommerziellen Teil für die Kommunikationslinien von Inmarsat befinden sich vier Nutzlasten für technologische Tests an Bord, so genannte Technology Demonstration Payloads (TDP).

So sollen neuartige Techniken und Geräte für künftige Satellitengenerationen erproben und wurden im Rahmen des durch die ESA finanzierten Advanced Research in Telecommunications Systems (ARTES) Programmes Nummer 8 entwickelt. Damit will die ESA der europäischen Telekommunikations- und Raumfahrtindustrie neuen Schub verleihen. Alphasat stößt so in neue Dimensionen der Kommunikationssatelliten vor.

Sein Debüt feiert mit Alphasat auch der neuartige und sehr große Satellitenbus Alphabus, eine Gemeinschaftsentwicklung von Astrium und Thales Alenia Space mit Unterstützung der ESA und der französischen Raumfahrtagentur CNES. Ein Satellitenbus ist das standardisierte Servicemodul eines Kommunikationssatelliten, das dann jeweils durch ein spezifisches Nutzlastmodul ergänzt wird.

EDRS: Künftiges Datenrelaissystem der ESA

Der gewaltige Satellit dient gleichzeitig auch dem Aufbau eines eigenen Relaisstationssystems der ESA, das European Data Relay Satellite System (EDRS).

Dazu befindet sich auf Alphasat als eine der TDP-Nutzlasten ein Terminal des deutschen Unternehmens Tesat-Spacecom GmbH, das mittels Laserlicht übertragene Daten von anderen Satelliten empfangen kann. Die Daten werden dann an Bord einem Funksignal aufgeprägt, das zur Erde weitergeleitet wird. Der erste geostationäre Satellit mit einer EDRS-Übertragungseinrichtung ist Eutelsat 9B. Über diese Relaisstationen im geostationären Orbit werden vor allem Informationen von niedriger fliegenden Satelliten, die insbesondere der Erdfernerkundung dienen, wie beispielsweise Sentinel 1a und 2a, übertragen.

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