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    Aufbau des Galileo-Systems

    GIOVE 1 - der erste Testsatellit

    Planung und Aufbau des komplexen Satellitensystems mit 30 Raumflugkörpern im Weltraum sowie der dazugehörigen Bodeninfrastruktur erfolgen in vier überschaubaren Etappen:

     

    1. Definitionsphase (2003, bereits abgeschlossen)
    2. Entwicklungs- und Testphase (2003 -2007)
    3. In-Orbit-Validierungsphase IOV (2007 – 2008)
    4. Errichtungsphase (bis Ende 2010)

    Entwicklungs- und Testphase

    In dieser Phase werden zwei Testsatelliten gestartet. Sie sollen die Ausrüstungen der späteren Seriensatelliten, das Zusammenwirken mit Bodenstationen sowie die projektierten Parameter der Navigationssignale überprüfen. Außerdem dienen sie der Sicherung der von der Internationalen Telekommunikations Union (ITU) an Galileo vergebenen Frequenzen.

    Die ESA hat am 9. November den beiden Testsatelliten die Namen GIOVE A und GIOVE B gegeben, was für „Galileo In-Orbit Validation Element“ steht. GIOVE A soll am 28. Dezember mit einer Sojus-Trägerrakete von Baikonur aus gestartet werden, GIOVE B folgt im Jahre 2006.
    Der erste Untersuchungsschwerpunkt der beiden Testsatelliten besteht in der Erprobung der Atomuhr-Typen und der Charakterisierung ihrer Daten. Während GIOVE A nur eine Rubidium-Uhr an Bord hat, wird GIOVE B auch die Maser-Uhr testen. Sie wird die genaueste Uhr sein, die jemals in den Weltraum gebracht wurde.

    Wenn die Uhren erfolgreich arbeiten, kann der Signalgenerator eingeschaltet werden und verschiedene Testsignale ausstrahlen. GIOVE A überträgt Signale in zwei Kanälen, GIOVE B in drei Kanälen. Zwei wissenschaftliche Instrumente an Bord führen auch Messungen der Strahlung und anderer Charakteristiken in der Umgebung der Testsatelliten durch.

    Die mit den Tests gewonnenen Erkenntnisse fließen in die endgültige Gestaltung des Gesamtsystems und seiner Elemente ein. Die beiden Testsatelliten GIOVE A und B entsprechen in ihrem Aufbau und der Ausrüstung noch nicht komplett den späteren Serienraumflugkörpern. Sie werden später auch nicht in das Weltraumsegment integriert.


    In-Orbit-Validierungsphase IOV

    Experten im ESOC in Darmstadt werden an der IOV mitarbeiten

    Der nächste Schritt ist der Aufbau eines Systems mit vier operationellen Galileo-Satelliten, die bereits dem späteren Serientyp entsprechen. Sie werden mit zwei Doppelstarts 2007/08 in den Weltraum befördert.
    Die Satelliten werden so positioniert, dass zwei von ihnen in der „Bahnebene 1“ und zwei in der „Bahnebene 2“ Platz finden. Zusammen mit einem Teil der Bodeneinrichtungen und einem Netzwerk von Testempfängern wird mit diesen vier Satelliten sowohl das grundlegende Weltraumsegment als auch das zugehörige Bodensegment des Galileo-Systems überprüft.
    Zur Validierung, d.h. zum Nachweis der projektierten Daten des Galileo-Systems, gehört eine Analyse der Systemleistung, um nötige Verbesserungen rechtzeitig einführen zu können. Außerdem prüfen die Ingenieure die Verarbeitungsstrategien für die Navigations- bzw. Integritätsnachrichten sowie die Genauigkeit der empfangenen Messdaten.

    Errichtungsphase

    Die Seriensatelliten sollen bei Achtfachstarts mit der Ariane 5 in den Weltraum befördert werden

    Nach dem erbrachten Leistungsnachweis erfolgt in der letzten Phase der zügige Aufbau des Gesamtsystems in allen drei Bahnebenen. Die Satelliten sollen dabei möglichst mit Raketen des Typs Ariane 5 gestartet werden, denn nur sie kann gleichzeitig acht Galileo-Satelliten in die hohen Umlaufbahnen befördern.
    Neben dem Weltraumsegment wird auch das Bodensegment fertig ausgebaut, so dass Ende 2010 mit dem Regelbetrieb begonnen werden kann.

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