Begleitung der Radprofis bei der Tour de France per Satellit

End of the fifth stage at Montargis
7 Juli 2005

Neue Versuche der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) die Fahrer bei der fünften Etappe der Tour de France von Chambord nach Montargis mittels Satelliten zu orten.

Einige Radprofis waren direkt mit Empfängern ausgestattet, die es dank EGNOS, dem europäischen Erweiterungssystem zur Satellitennavigation, ermöglichten, ihre jeweilige genaue Position sowie ihre jeweilige Geschwindigkeit auf der gesamten Strecke der 183 km langen Etappe zu ermitteln.

Dies sind wertvolle Informationen einerseits für die Organisatoren, die einen kompletten und direkten Überblick über das Renngeschehen erhalten, und andererseits für die Verantwortlichen der Teams, die den Einsatz ihrer Fahrer besser koordinieren und somit ihre Strategie verfeinern können. Ferner wird so der Öffentlichkeit eine direkte Visualisierung der Positionen und der Entwicklung des Rennens möglich gemacht.

Interior of mobile technical facility
Interior of mobile technical facility

Dies ist der zweite Versuch mit EGNOS bei der Tour de France. Beim Zeitfahren nach Alpe d'Huez 2004 waren die Empfänger noch in den Wagen installiert gewesen, die den Fahren gefolgt sind. In diesem Jahr kommen nur 200 g schwere Empfänger zum Einsatz und die Datenverarbeitung konnte aufgrund der Erfahrung der vorangegangenen Experimente verbessert werden.

Ziel dieser Versuche ist es, in zwei Jahren sämtliche Fahrer in Echtzeit verfolgen zu können. In Zusammenhang mit dem Tourzirkus, der wie eine riesige Karawane von Ort zu Ort zieht, stellen sich dabei zahlreiche Verbindungsprobleme dar, wie die Datennutzung und dann ihre Übertragung nach der Verarbeitung, damit sie zugänglich und verständlich sind. Dies sind jedoch Aufgaben für die Zukunft, die über diese neue Raumfahrttechnologie hinausgehen, die bisher alle Erwartungen erfüllt hat. Es sind jedoch noch weitere Versuche erforderlich und es ist außerdem notwendig, dass sich die Radprofis an diese neue Methode, die Tour de France zu absolvieren, gewöhnen, die dann später vielleicht auch bei anderen Sportarten angewandt werden kann.

EGNOS receiver for cycle use
EGNOS receiver for cycle use

EGNOS, das sich derzeit noch im Testbetrieb befindet, gilt als der Einstieg der Europäer in die Satellitennavigation und als die Vorstufe für Galileo, das erste komplette Navigationssystem mit einer Konstellation von 30 Satelliten.

EGNOS, ist ein gemeinsames Projekt der ESA, der Europäischen Kommission und Eurocontrol und besteht aus einem Netzwerk von rund 40 in Europa verteilten Bodenstationen, die die Daten des US-amerikanischen GPS-Systems aufzeichnen, korrigieren und verbessern. Die aufbereiteten Signale werden dann sofort über geostationären Satelliten zu den Empfängern der Benutzer übertragen. Mit den erhaltenen Daten kann die Position auf zwei Meter genau bestimmt werden, im Vergleich zu den 15 - 20 Metern mit GPS, inklusive einer Qualitätsgarantie für die Signale, was GPS als militärisches System nicht kann.

Diese Versuche, die von dem gemeinsamen Unternehmen Galileo in Partnerschaft mit der ESA und ASO, dem Organisator der Tour, finanziert werden, machen das große Potential der Satellitennavigation deutlich.

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