Biografie von Reinhard Furrer

Reinhard Furrer gehörte von 1982 bis 1986 dem ehemaligen deutschen Astronautenkorps an. Als Teilnehmer an der ersten deutschen Spacelab-Mission D1 flog er vom 30. Oktober bis zum 06. November 1985 als dritter Deutscher ins All. Auch danach blieb er der Raumfahrtforschung treu. Bis zu seinem tragischen Tod am 9. September 1995 leitete er zwei private Raumfahrteinrichtungen und hielt eine Professur an der Freien Universität Berlin.

Reinhard Furrer bewarb sich 1982 bei der damaligen Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt DFVLR (heute: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – DLR) in Köln als Wissenschaftsastronaut für die erste deutsche Spacelab-Mission D1.

Laufbahn im deutschen Raumfahrerkorps

Im 19. Dezember 1982 wurde er zusammen mit dem Physiker Ernst Messerschmid für den Flug ausgewählt. Anschließend absolvierte er am Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, die Raumfahrerausbildung. Seine offizielle Ernennung zum Nutzlastspezialisten für die D1-Flugmannschaft erfuhr er am 3. August 1984.

 Der Start der mit STS-61A/Spacelab D1 bezeichneten Space-Shuttle-Mission erfolgte am 30. Oktober 1985. An Bord der Raumfähre Challenger befanden sich neben Furrer und seinem deutschen Kollegen Messerschmid auch der niederländische ESA-Astronaut Wubbo Ockels sowie fünf US-Raumfahrer. Am 6. November 1985 kehrte die Crew nach siebentägigem Forschungsflug wieder sicher zur Erde zurück.

 Nach seinem Raumflug widmete sich Furrer dem Aufbau zweier privater Raumfahrtinstitutionen. 1987 gründete er die Weltraum-Institut-Berlin (WIB) GmbH sowie die SpaceTech Gesellschaft zur Förderung der Weltraumforschung GmbH mit Sitz in Bonn. Beiden Einrichtungen stand er als Geschäftsführer vor. Ebenfalls 1987 wurde Furrer Professor an der Freien Universität Berlin und als Direktor an deren neu gegründetes Institut für Weltraumwissenschaften berufen.

Persönlicher Werdegang

Reinhard Alfred Furrer wurde am 25. November 1940 im damals zu Deutschland gehörenden Tiroler Städtchen Wörgl in Österreich geboren. Seine Familie musste nach dem 2. Weltkrieg umsiedeln und fand im bayerischen Kempten eine neue Heimat. Am hiesigen Realgymnasium legte Furrer 1960 das Abitur ab. Danach begann er an der Universität in Kiel ein Physikstudium, das er ab 1962 an der Freien Universität Berlin (FUB) fortsetzte und 1969 mit dem Diplom abschloss. Drei Jahre später promovierte Furrer mit einem Thema aus dem Gebiet der Festkörperphysik.

 Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde der frisch gebackene Doktor wissenschaftlicher Assistent am Institut für Atom- und Festkörperphysik der FUB und leitete schon bald einen Sonderforschungsbereich. 1974 wechselte Furrer als Assistenzprofessor an die Universität Stuttgart. Nach seiner Habilitation im Jahr 1979 ging er in die USA, wo er bis 1981 an der University of Chicago sowie am Argonne National Laboratory lehrte und forschte.

 In seiner knapp bemessenen Freizeit war Furrer ein passionierter Flieger. Leider musste er diese Leidenschaft teuer bezahlen. Am 9. September 1995 verunglückte er bei einem Flugzeugabsturz während einer Flugschau auf dem historischen Flugplatz Berlin-Johannisthal tödlich.

 Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Evangelischen Friedhof seiner Heimatstadt Kempten im Allgäu.

 Reinhard Furrer war ledig und hatte keine Kinder.

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