Biografie von Ulrich Walter

Ulrich Walter gehörte von 1987 bis 1994 dem ehemaligen deutschen Astronautenteam an. Vom 26. April bis zum 6. Mai 1993 flog er als Nutzlastspezialist auf der deutschen Spacelab-Mission D2 und wurde damit zum fünften Deutschen im All. Heute lehrt und forscht er am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik der Technischen Universität München.

Ulrich Walter bewarb sich 1986 um die Aufnahme in die erste deutsche Astronautengruppe.

Laufbahn im deutschen Raumfahrerkorps

Ulrich Walter im Spacelab D2

Gemeinsam mit vier weiteren Kandidaten wurde er am 3. August 1987 als künftiger Wissenschaftsastronaut für das deutsche Raumfahrerkorps ausgewählt. Am 1. November 1987 begann Walter bei der damaligen Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR, heute: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – DLR) in Köln mit seiner Ausbildung, die er ab dem 8. Oktober 1990 am Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, fortsetzte. Am 30. Januar 1992 erfolgte seine Auswahl zum Nutzlastspezialisten für die Spacelab-D2- Flugmannschaft.

 Die D2-Mission fand vom 26. April bis zum 6. Mai 1993 im Rahmen des Space-Shuttle-Unternehmens STS-55 statt. Gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Hans Schlegel und fünf US-Astronauten betreute Ulrich Walter an Bord der Raumfähre Columbia 89 Experimente aus den Bereichen der Materialwissenschaft, Physik, Erderkundung, Medizin, Biologie und Robotik.

 Ein Jahr nach seinem Raumflug schied Ulrich Walter aus dem deutschen Raumfahrerteam aus und leitete ab 1994 vier Jahre lang das Satellitenbildarchiv des DLR im bayerischen Oberpfaffenhofen. Im September 1998 wechselte er das Metier und arbeitete bis 2003 als Programm-Manager bei IBM Deutschland in Böblingen. Während seiner IBM-Zeit war Walter auch oft in den Medien präsent. Im Bayerischen Fernsehen moderierte er das beliebte zweiwöchentliche Wissenschaftsmagazin „MaxQ“.

 Seit März 2003 ist Ulrich Walter Professor für Raumfahrttechnik und Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls an der Technischen Universität München.

Persönlicher Werdegang

Ulrich Hans Walter wurde am 9. Februar 1954 in Iserlohn, Nordrhein-Westfalen, geboren. Dort legte 1972 am Märkischen Gymnasium das Abitur ab. Danach ging Walter für zwei Jahre zur Bundeswehr und versah den Wehrdienst an der Heeresflugabwehrschule Rendsburg in Schleswig-Holstein.

 Ab 1974 studierte er Physik an der Universität Köln und diplomierte 1980 erfolgreich im Fachbereich Experimentalphysik. Nach dem Studium blieb Walter an der Universität, arbeitete dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Physikalischen Institut an seiner Doktorarbeit. 1985 promovierte er mit einem Thema aus dem Gebiet der Festkörperphysik. Der Promotion schloss sich ein zweijähriger Forschungsaufenthalt in den USA an. Seine Stationen waren das Argonne National Laboratory bei Chicago (1985/86) und die University of California in Berkeley (1986/87).

 Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

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