Biographie von Alexander Gerst

ESA-Astronaut Alexander Gerst

Alexander Gerst gehört seit 2009 dem ESA-Astronautenkorps an. Im Mai 2014 soll er an Bord eines russischen Sojus-Raumschiffes zur Internationalen Raumstation ISS fliegen und dort ein halbes Jahr lang leben und arbeiten. Er wird damit der elfte Deutsche im All und der dritte deutsche Raumfahrer auf der ISS.

Alexander Gerst war einer von 8.413 Aspiranten, die sich 2008 bei der ESA für die Aufnahme in deren Astronautenabteilung bewarben.

Raumfahrerlaufbahn

ESA-Astronaut Alexander Gerst (rechts), der russische Kosmonaut Max Suraev (Mitte) und NASA-Astronaut Reid Wiseman (links) beim Training in Russland.

Zusammen mit fünf weiteren Kandidaten wurde er im Mai 2009 für das ESA-Astronautenkorps ausgewählt. Am 1. September 2009 nahm Gerst seine Raumfahrerausbildung im Europäischen Astronautenzentrum in Köln auf. Das Training führte ihn auch ins Sternenstädtchen nach Moskau, wo er von September bis November 2010 einen Grundkurs an der russischen Raumfahrttechnik absolvierte. Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss erhielt er von der ESA am 22. November 2010 sein offizielles Astronauten-Zertifikat.

Im August 2011 wurde Alexander Gerst als Besatzungsmitglied für die ISS- Crew 40/41 benannt. Gemeinsam mit dem russischen Kosmonauten Maxim Surajew und dem US-Astronauten Gregory Wiseman soll er im Mai 2014 an Bord von Sojus TMA-13M zur Internationalen Raumstation aufbrechen und dort als Bordingenieur ein halbjähriges wissenschaftliches Forschungsprogramm absolvieren. Seine missionsspezifischen Vorbereitungen im Moskauer Sternenstädtchen begannen im April 2012.

Ausbildung und Studium

Training für künftigen Weltraumspaziergang

Alexander Gerst wurde am 3. Mai 1976 in Künzelsau, Baden-Württemberg, geboren. Er schloss 1995 das Technische Gymnasium in Öhringen bei Heilbronn mit dem Abitur ab. Nach Schule und folgendem Zivildienst ging Gerst ein Jahr lang auf Weltreise. Anschließend studierte er in Karlsruhe und Wellington (Neuseeland) Geophysik.

 Im Studienverlauf nahm Gerst zwischen 1998 und 2003 schon an mehreren wissenschaftlichen Expeditionen teil, die ihn bis in die Antarktis führten. Dabei machte er sich als angehender Vulkanologe auf seinem Fachgebiet bereits einen Namen. Er entdeckte während seiner Forschungen unter einem neuseeländischen Vulkan zeitliche Spannungsänderungen in der Erdkruste. Da diese in der Regel vor Eruptionen auftreten, stellte die Beobachtung einen neuen Beitrag zur Vorhersage von Vulkanausbrüchen dar.

Vulkanologische Forschungsreisen in alle Welt

Alexander Gerst in der Antarktis

Die neu gewonnenen Erkenntnisse ließ Gerst in seine Diplomarbeit einfließen, die er 2003 an der Universität Karlsruhe mit Auszeichnung bestand. Zeitgleich zum Geophysik-Diplom kam ein Master in Geowissenschaften an der Universität in Wellington – ebenfalls mit Auszeichnung. 

Von 2004 bis 2009 arbeitete Gerst am Institut für Geophysik der Universität Hamburg, wo er in die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Instrumente für die vulkanologische Forschung eingebunden war. Hier schrieb Gerst ab 2005 auch an seiner Dissertation über die Eruptionsdynamik des antarktischen Vulkans Mount Erebus, mit der er im Mai 2010 promovierte. Dabei führten ihn seine Forschungen erneut in zahlreiche Länder auf allen Kontinenten. So bereiste er wiederholt die Antarktis und besuchte Vulkane in Äthiopien, Indonesien und Guatemala.

Organisationen

Alexander Gerst ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Organisationen, wie beispielsweise der IAVCEI (International Association of Volcanology and Chemistry of the Earth's Interior), der DGG (Deutsche Geophysikalische Gesellschaft), der EGU (European Geosciences Union), der SVE (European Volcanological Society) und der AGU (American Geophysical Union).

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