Breitband-Internetzugang in europäischen Hochgeschwindigkeitszügen wird durch 21Net zur Realität

21Net, Earth, train and satellite
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11 Oktober 2007

Breitband-Internetzugang in Hochgeschwindigkeitszügen wird bald möglich durch die Technologie von 21Net.

21Net - ursprünglich gesponsert von der Europäischen Weltraumorganisation ESA durch das Projekt „Breitband für Züge“ – ist von THALYS als Teil eines Konsortiums ausgewählt worden, das es dem Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen ermöglicht, seinen Passagieren auf der Strecke zwischen Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln, echten Breitband-Internetzugang zu gewährleisten.

Das Konsortium unter der Leitung von Nokia Siemens Networks, kombiniert Satelliten-, GPRS- und UMTS-Technologien mit drahtlosen Netzwerken ähnlich dem WiFi Hotspot und ermöglicht dadurch einen kontinuierlichen Internetzugang auf Zügen, die grenzüberschreitend mit 300 km/h unterwegs sind. 2008 soll der Service voll verfügbar sein.

Die in Großbritannien ansässige Firma 21Net hat u.a. mit RENFE (E) und der SNCF (F) sowie mit THALYS daran gearbeitet, eine Lösung zu entwickeln, die bi-direktionale Satellitenkommunikation mit terrestrischer Drahtlostechnologie kombiniert. Das Ergebnis, „Breitband für Züge“, ist ein stabiles und technisch ausgereiftes System.

„Wir sind sehr froh, diesen wichtigen Vertrag zusammen mit unseren Konsortiumspartnern, Nokia Siemens Networks und Telenet, gewonnen zu haben,“ so Henry Hyde-Thomson, Vorsitzender von 21Net. „Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit auch bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA bedanken, bei unserem Satelliten-Operations-Partner Hispasat und unseren Partnern bei der Bahn, RENFE, SNCF und natürlich bei THALYS für deren maßgebliche Beteiligung an den Tests, der kommerziellen Prüfung und Entwicklung zur Produktreife während der letzten drei Jahre.“

21Net entwarf, baute und testete 2005 als Teil des von der ESA gesponserten Projekts ein Wi-Fi Zugangssystem zur Benutzung auf Zügen, das Breitband-Internet und Intranet-Zugang ermöglicht sowie den Zugriff auf lokale Multimedieninhalte wie Kurzfilme und aktuelle Nachrichten. In der Testphase stattete 21Net einen THALYS Zug mit dem System aus und betrieb einen kommerziellen Onboard-Service auf der Strecke zwischen Paris, Brüssel und Amsterdam. Dieser Versuch hat das starke Interesse an der Nutzung des Internet in Hochgeschwindigkeitszügen gezeigt und die Zuverlässigkeit des Systems bewiesen.

„Seit 2004 ist das Thema Internet in Zügen ein heißes Thema für Zugbetreiber, und der Wettbewerb zwischen verschiedenen Lösungen und deren Anbietern ist groß,“ so Norbert Hübner, der Projektmanager der ESA für das Projekt „Breitband für Züge“. „Umso mehr freut es uns, maßgeblich daran beteiligt gewesen zu sein, dass die Lösung von 21Net sich auf dem Markt erfolgreich etabliert.“

Der Aufbau des Systems von 21Net stützt sich auf ein Zwei-Wege Ku-Band Satellitensystem, das eine Verbindung zwischen dem Internet-Basisnetz und dem Hauptserver auf dem Zug herstellt. Im Zug wird WiFi (Wireless LAN) genutzt für die Verbindungen zwischen dem Hauptserver und den WiFi-fähigen Laptops und PDAs der Kunden. GPRS und Wi-Fi Zugang besteht auch in Bahnhöfen und Tunneln.

Dank der Nutzung eines Zwei-Wege Ku-Band Satellitensystems kann 21Net eine hohe Bandbreite (2 Mbit/s Empfangsdatenrate, 512 kbit/s Sendedatenrate) zur Verfügung stellen, die im Zug von vielen Nutzern gleichzeitig genutzt werden kann. Dadurch setzt sich 21Net von den Konkurrenzsystemen ab, die alle Schmalband (56 kbit/s) GPRS Verbindungen nutzen, welche dann auf alle Nutzer im Zug verteilt werden.

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