Demonstration neuer Betriebskonzepte im ESOC: Das OPS-SAT-Projekt beginnt

Künstlerische Darstellung von OPS-SAT
28 Juni 2013

Über hundert Teilnehmer trafen sich am letzten Donnerstag in Darmstadt anlässlich des ersten OPS-SAT Open Day. Alle Anwesenden hatten im Rahmen eines Ideenwettbewebs für OPS-SAT-Experimente ihre Vorschläge übermittelt, wie man diesen kleinen ESA-Satelliten vom Typ CubeSat nutzen könnte, um neue Flugbetriebskonzepte für Missionen zu demonstrieren.

Die Teilnehmer vertraten 90 Unternehmen und Organisationen aus siebzehn verschiedenen europäischen Ländern, von denen einige zuvor noch nie im Raumfahrtsegment tätig waren.

Auf der Veranstaltung wurden sie von Dr. Paolo Ferri, Bereichsleiter Missionsbetrieb, begrüßt, der die Bedeutung einer ganzheitlichen End-to-end- Systementwicklung betonte, was bei Raumfahrtprojekten sowohl das Flugbetriebs- als auch das Bodensegment umfasst. Ferri fügte hinzu, dass dieser Prozess idealerweise am ersten Tag eines Projekts beginnen sollte.

Der OPS-SAT Projektmanager Dave Evans beschreibt den gegenwärtigen Status des Projekts, welches am 1. Juli unter der Bezeichnung GSTP beginnen soll. Er erwartet, dass die Designphase noch vor Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird und die Konstruktions- und Testphase danach möglichst schnell erfolgen kann.

Verhandlungen mit potentiellen Anbietern von Trägerraketen, die OPS-SAT in den Orbit befördern werden, finden angesichts des für das Jahr 2016 anvisierten Starts bereits statt.  

Das beste Konzept wird ins All fliegen

Dave Evans, OPS-SAT-Projektmanager

Den Beginn machten die für das Projekt verantwortlichen Hauptvertragsnehmer vom Unternehmen GOMSPACE aus Dänemark und von der TU Graz, die ihre ursprünglichen Designvorschläge vor den Teilnehmern präsentierten und danach noch einige Stunden für Fragen, Klarstellungen und Diskussionen über die Missionsanforderungen bereitstanden.

Das ganze war als offenes Format konzipiert, sodass es für jeden Teilnehmer möglich war, auf die Beiträge der anderen einzugehen und gegebenenfalls Einschränkungen beim Projekt und bei der Technologieentwicklung sofort berücksichtigt werden konnten.

Insgesamt war die Atmosphäre sehr dynamisch, da kein Teilnehmer ein Experiment im Alleingang fliegen kann. "Bei OPS-SAT werden wir unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass das Raumschiff und das Bodensegment aus sich heraus sicher sind, damit man bei den Experimenten die Freiheit hat, Konfigurationen vorzunehmen, die sonst als missionskritische Software-Anwendungen eingestuft würden. Mit der Freiheit stellt sich auch ein Verantwortungsgefühl ein. Sie werden passende Partner finden müssen, um verschiedene funktionierende End-to-end-Konfigurationen ohne zusätzliche Unterstützung der ESA zu entwickeln", erklärte Dave Evans.

Das europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt
Das europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt

Abschließend endete der Tag mit einer Erklärung der Hauptvertragspartner, dass sie nun ein klareres Verständnis davon hätten, was für die Experimente benötigt würde. Im Umkehrschluss gewannen die Wettbewerbsteilnehmer eine bessere Idee davon, was mit einem so kleinen Satelliten überhaupt möglich ist.

Der Enthusiasmus für das Projekt vergegenwärtigte sich auch in den zahlreichen Vorschlägen dazu, wie eine fortlaufende Kooperation trotz der räumlichen Distanz der Teilnehmer während der wichtigen Designphase gewährleistet werden kann.

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