Den globalen Umweltveränderungen auf der Spur

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Seit Bestehen der Erde haben sich die Lebensbedingungen auf unserem Planeten immer wieder verändert. Heute ist bekannt, dass die Phasen relativer klimatischer Stabilität erdgeschichtlich aber eine Ausnahme darstellten. Mit dem Einsetzen der industriellen Revolution ist es heute jedoch vor allem der Mensch, der durch sein Handeln Umwelt und Klima beeinflusst und damit die natürlichen Klimavariationen immer deutlicher überlagert. Gleichzeitig fehlt den Menschen das Wissen sowie ein detailliertes Verständnis von den komplexen Zusammenhängen auf der Erde, in den Weltmeeren und in der Atmosphäre.

Um das komplexe Ökosystem unseres Planeten zu verstehen, bedarf es der intensiven Beobachtung seiner Teilsysteme. Dies ist nur mit globalen Beobachtungssystemen möglich. Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist daher seit fast zwei Jahrzehnten den globalen Umweltveränderungen auf der Spur. Earth-Explorer-Spezialsatelliten sollen gesicherte Daten über die in der Atmosphäre, in den Ozeanen sowie auf dem Festland ablaufenden Prozesse liefern.

Um diese als Grundlage politischer Entscheidungen dringend benötigten Daten zu gewinnen, fährt sie ein zweigleisiges Programm. Sie realisiert die Wünsche an die satellitengestützte Beobachtung, Erforschung und Überwachung des Ökosystems Erde und seiner Teilbereiche zum einen durch singuläre, extrem leistungsfähige Umwelt-Allrounder der Weltspitze wie ERS und Envisat, zum anderen durch das innovative und hochflexible Erderkundungsprogramm „Living Planet“. Deutschland ist mit 24 Prozent größter Beitragszahler des Programms und an allen Missionen in führender Position beteiligt.

1991 begann die ESA mit dem Satelliten ERS 1 ein höchst erfolgreiches globales und vielseitiges Erkundungsprogramm, dem 1995 der weltbeste – noch im Betrieb befindliche (!) – Ozonwächter ERS 2 sowie 2002 die fliegende Umweltstation Envisat folgten. Envisat, dessen Betrieb gerade vor kurzem bis 2013 verlängert worden war, ist extrem leistungsfähig. Er darf neidlos den Superlativ von der gigantischsten Mission zum Planeten Erde für sich in Anspruch nehmen. Envisat wird aber in Bezug auf seine mehr als zehnjährige Entwicklungszeit, seine Größe von 25 x 7 x 10 Metern und seine Gesamtkosten von etwa 2,3 Milliarden Euro auf lange Zeit eine Ausnahmestellung behalten.

Großsatelliten wie ERS und Envisat haben mit ihrem umfangreichen Instrumentarium einen entscheidenden Vorteil: Die Wissenschaftler erhalten gleichzeitig aufgenommene und direkt miteinander vergleichbare Daten, die die Voraussetzung für das Erkennen von Prozessabläufen auf der Erde darstellen. Aber „Dinosaurier“ können nicht alle Daten erfassen, die heute als Zielkomponenten auf den Wunschlisten der Forscher stehen. Dies sollen Spezialsatelliten im Rahmen des ESA-Programms „Living Planet“ übernehmen.

Die Umwelt-Allrounder der ESA

Satellit Start Bemerkung
Meteosat 1 23.11.1977 Beginn der kontinuierlichen Beobachtung der Erde für meteorologische Aufgabenstellungen
ERS 1 17.07.1991 erster europäischer Radarsatellit
ERS 2 21.04.1995 weltbester Ozonwächter (Satellit noch aktiv!)
Envisat 01.03.2002 größter und komplexester europäischer Fernerkundungssatellit (Mission bis 2013 verlängert)
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