Die Ariane 5: Der neue Standardträger

Ariane 5- Das neue "Arbeitspferd"

Um den Markt weiter optimal bedienen zu können, und das bei konkurrenzfähigen Preisen, sollte die Ariane 5 möglichst schnell die Einsatzreife erreichen und ihren Vorgänger Ariane 4 ablösen. Denn doppelte Fertigungslinien treiben die Produktionskosten drastisch in die Höhe. Daraus wurde zunächst nichts.

Fehlstarts mit Folgen

Der Erststart des Basistyps Ariane 5G am 4. Juni 1996 endete mit einem Fehlschlag und auch der zweiten Mission vom 30. Oktober 1997 war nur ein Teilerfolg beschieden. Erst der dritte Flug am 21. Oktober 1998 gelang, so dass sich der Routineeinsatz bis ins Jahr 1999 verzögerte. Bis zur Ausmusterung der Basisversion 5G am 27. September 2003 verliefen mit einer Ausnahme (am 12. Juli 2001) zwölf der 13 Folgemissionen perfekt.

1995 beschloss die ESA, die Leistung des neuen Trägers nochmals zu steigern und legte das Programm Ariane 5 Evolution auf. Es sah vor, die Leistung der Rakete langfristig auf bis zu zwölf Tonnen Nutzlast zu steigern. Entwickelt werden sollten dafür die Ariane-Versionen 5 ECA, 5 ECB und 5 ES.
Bis zu deren Fertigstellung hatten neben der Ariane 5G die Modifikationen 5G+ und 5GS den Markt abzudecken. Beide Versionen waren äußerst erfolgreich. Während die 5G+ zwischen 2. März und 18. Dezember 2004 dreimal fehlerfrei zum Einsatz kam, startete die 5 GS erstmalig am 11. August 2005 und flog bis 21. Dezember 2007 fünf Bilderbuchmissionen.

Die Ariane 5-Hauptstufe

Am 11. Dezember 2002 war es dann so weit. Auf dem Starttisch in Kourou stand das erste Exemplar der Ariane 5 ECA. Der 59 Meter hohe Koloss war in der Lage, fast zehn Tonnen Nutzlast in einen geostationären Transferorbit zu befördern. Doch 178 Sekunden nach dem Abheben fand der Traum vom erfolgreichen Jungfernflug ein jähes Ende. Ein Riss in der Schubdüse des Triebwerks führte zur Kursabweichung und die Rakete musste gesprengt werden.

Veränderungen im Programm-Management

Der Fehlstart führte die Grenzen der bisherigen Programm-Managementstruktur vor Augen. Bis dahin lagen im Auftrag der ESA sämtliche Entwicklungsarbeiten in den Händen der französischen Raumfahrtagentur CNES. Die Fertigung der einzelnen Komponenten war auf eine Vielzahl von Zuliefer-Unternehmen in den ESA-Mitgliedsstaaten verteilt. Der Betreiber Arianespace musste daher alle Komponeneten bei den Firmen bestellen und von diesen montieren lassen. Hier war eine umfassende Neustrukturierung zwingend nötig, sollte die Ariane 5 30 Jahre nach dem Fiasko mit der Europa-Rakete nicht dasselbe Schicksal erleiden. Im Mai 2003 beschloss die ESA daher, Entwicklung und Produktion der Rakete komplett bei EADS Astrium zu konzentrieren.

A star was born

Spezialversion der Ariane 5 mit ATV (Grafik)

Die Reorganisation gelang binnen weniger Monate und auch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Seit dem 12. Februar 2005 flog die Ariane 5 ECA bei 22 Missionen fehlerfrei und avancierte damit zum gegenwärtig leistungsfähigsten kommerziellen Satellitenträger der Welt. Europas neue Standardrakete war geboren.
Ebenfalls ohne Beanstandungen beförderte die Spezialversion Ariane 5 ES am 9. März 2008 das 21 Tonnen schwere unbemannte Frachtraumschiff ATV auf seinen Weg zur Raumstation ISS. Bis 2013 sind vier weitere Starts vorgesehen.

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