Der "Space for Earth"-Pavillion auf der ILA

Die ESA auf der ILA 2014 in Berlin

19 Mai 2014

Unter dem Motto „Space for Earth“ wird die Europäische Weltraumorganisation ESA im Space Pavilion der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) vertreten sein, die vom 20. bis 25. Mai in Berlin stattfindet.

Als eine der größten Luftfahrtmessen der Welt heißt die ILA hochrangige Vertreter der internationalen Raumfahrtindustrie und Raumfahrtagenturen sowie Fachbesucher willkommen, die sich für die jüngsten Entwicklungen in der Raumfahrt und neue Geschäftsmöglichkeiten interessieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain auf der ILA 2012

Im ILA Space Pavillon in Halle 4 werden die ESA, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) in gemeinsamer Zusammenarbeit ihre zahlreichen Programme aus sämtlichen Geschäftsfeldern der deutschen und internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie präsentieren. Im Mittelpunkt stehen die jüngsten Missionserfolge sowie anstehende Starts.

Dieses Jahr feiern die ESA und ihre Mitgliedstaaten 50 Jahre europäische Zusammenarbeit im Weltraum. Zu diesem Anlass verdeutlicht die Ausstellung, wie wichtig es ist, auf die erzielten Erfolge der Weltraumwissenschaft, -erforschung und -anwendungen aufzubauen, um die zukünftige Position Europas in diesem strategischen Sektor zu gestalten.

„Investitionen in die Raumfahrt sind gleichzeitig Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum durch Wissen, Innovation und Dienste“, sagt ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum

ESA-Satellit Alphasat

Vor dem Space Pavilion wird ein maßstabgetreues Modell von Alphasat zu besichtigen sein, dem größten und aufwendigsten Telekommunikationssatelliten, der je in Europa gebaut wurde. Die erste Mission, bei der die Alphabus-Plattform zum Einsatz kam, startete im Juli 2013 an Bord einer Ariane 5-Trägerrakete.

Alphasat und seine Plattform Alphabus sind Paradebeispiele für innovative öffentlich-private Partnerschaften. Die ESA unterstützt die Entwicklung von Satellitensystemen und -technologien und eröffnet damit neue Märkte für die europäische Industrie, indem sie ihre Erfahrungen und Risiken teilt, um gemeinsam operative Missionen zu entwickeln.

Allen Aktivitäten der ESA liegt die technologische Entwicklung zugrunde, womit sie die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie vorantreibt. Auf der ILA wird die ESA einige der innovativen und industrieübergreifenden Technologien präsentieren, die derzeit an Bord des Proba-V-Satelliten (Proba steht für „Project for On-Board Autonomy“, Projekt für Bordautonomie) eingesetzt werden. Außerdem werden im Weltraum entwickelte Technologien und Systeme gezeigt, für die die ersten Ideen aus den ESA-Zentren für Unternehmensgründungen (BIC, Business Incubation Centres) kamen.

Start einer Ariane-Rakete

Darüber hinaus wird die ESA die Trägerraketen Ariane 5, Sojus und Vega vorstellen, die vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana starten und vom derzeit besten Startgelände der Welt aus die komplette Bandbreite an Diensten und Einsatzmöglichkeiten bieten.

Ein weiterer Ausstellungsmittelpunkt der ESA werden die verschiedenen Vorschläge für Neuauflagen der Ariane- und Vega-Raketen sein, die sich seit Ende 2012 in der Prüfungsphase befinden und dazu beitragen sollen, Europas weitere Wettbewerbsfähigkeit in diesem wichtigen strategischen Sektor zu sichern.

Weltraumbasierte Dienste
Besucher des Space Pavilions werden außerdem die Gelegenheit haben, sich über die weltraumbasierten Dienste zu informieren, die seit März 2011 in Betrieb sind und von EGNOS (Europäischer Geostationärer Navigationsüberlagerungsdienst) für die Luftfahrt bereitgestellt werden. Auch über die Galileo-Konstellation, für deren Erweiterung in den kommenden Monaten zwei weitere Satelliten ins All transportiert werden, können die Besucher mehr lernen.

Eine besondere audiovisuelle Installation wird unter anderem die erfolgreiche Validierung der ersten vier Galileo-Satelliten und ihrer Bodenstation Anfang 2014 veranschaulichen.

Die ESA beteiligt sich auch an der Entwicklung einer umfassenden Reihe von Telekommunikationsdiensten und -anwendungen, mit denen weltraumbasierte Lösungen – zum Beispiel für das Luftverkehrsmanagement und die Überwachung der Meere – in nahezu allen Regionen unseres Planeten effizient und nahtlos bereitgestellt werden können.

Die langjährige enge Zusammenarbeit zwischen der ESA und EUMETSAT an den Meteosat- und MetOp-Satellitenreihen führte zu Verbesserungen von Wettervorhersagen und Klimastudien – neue Versionen beider Satelliten befinden sich aktuell in der Entwicklungsphase.

Die Gletscher Pine Island und Thwaites in der Antarktis, aufgenommen von Sentinel-1A

Auf der ILA werden Daten und Beispielkarten dieser Satelliten gezeigt, die zur Unterstützung von Katastrophenschutzbehörden unter der International Charter on Space and Major Disasters (Internationale Charta für Weltraum und Naturkatastrophen) erstellt werden. Dieses revolutionäre Abkommen wurde im Jahr 2000 von mehreren Weltraumagenturen, einschließlich der ESA, geschlossen, um Bürgerschutzbehörden auf der ganzen Welt Satellitendaten fast in Echtzeit zur Verfügung zu stellen.

Im Space Pavilion werden auch Bilder des ersten Satelliten der Sentinel-Reihe zu sehen sein, der am 3. April im Rahmen des aufwendigen europäischen Copernicus-Programms ins All transportiert wurde. Die Sentinel-Satelliten werden Europas Bürgern und Entscheidungsträgern Zugang zu präzisen und aktuellen Informationen ermöglichen, mit deren Hilfe das Umweltmanagement, das Verständnis von Auswirkungen des Klimawandels sowie die Gewährleistung ziviler Sicherheit verbessert werden können.

Wertvolle Wissenserweiterung

Die Kometen-Mission Rosetta

Die Ausstellung wird außerdem beleuchten, wie Durchbrüche in Technologie und Wissenschaft unser Wissen über das Universum, unseren Planeten und seine einzigartige Position im Sonnensystem erweitert haben.

Der Mars ist aufgrund seiner physikalischen Ähnlichkeiten mit der Erde ein vorrangiges Ziel für die Suche nach Leben in unserem Sonnensystem. Besuchern der ILA wird eine nachgebildete Marsoberfläche präsentiert, einschließlich maßstabsgetreuer Modelle der drei Komponenten von ExoMars, der nächsten Mission zum Roten Planeten, die die ESA in gemeinsamer Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtorganisation starten wird.

Auch der komplexen ESA-Mission Rosetta wird ein speziell gestalteter Ausstellungsbereich gewidmet. Die Sonde befindet sich derzeit auf dem Weg zur Oberfläche des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko, wo sie Ende 2014 versuchen wird, eine Landeeinheit abzusetzen. Sie soll untersuchen, ob solche geheimnisvollen Objekte einst das Leben auf die Erde gebracht haben.

In einer beeindruckenden Präsentation werden die Ergebnisse der Planck-Mission vorgestellt, welcher die bislang detailliertesten Aufnahmen der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung (CMB, Cosmic Microwave Background) gelungen sind. Die CMB ist ein Relikt aus der Zeit des Urknalls.

Die Planck-Mission liefert die exaktesten Werte zu Alter, Zusammenstellung und Ausdehnung des Universums sowie neue Erkenntnisse, die uns an die Grenzen unseres Verständnisses derzeitiger kosmologischer Theorien führen.

Die Swarm-Konstellation

Zur Ausstellung gehören darüber hinaus die Ergebnisse der vier bereits gestarteten Satelliten des „Earth Explorer“-Programms. Diese beschäftigen sich mit den dringlichsten Fragen der Geowissenschaften: CryoSat vermisst die Eisbedeckung unseres Planeten, GOCE untersuchte die Schwerkraft der Erde, SMOS liefert Daten zu Salzgehalt und Bodenfeuchtigkeit und die Swarm-Konstellation führt eine beispiellose Untersuchung des Magnetfelds der Erde durch.

Weitere Mittelpunkte der Ausstellung im ILA Space Pavilion sind die Spitzen-Weltraumtechnologie an Bord der Internationalen Raumstation ISS, die in Europa, vor allem in Deutschland, entwickelt wurde, sowie die innovativen wissenschaftlichen Ergebnisse der im Columbus- und anderen ESA-Laboren durchgeführten Experimente.

Eine Woche nach der ILA wird sich ESA-Astronaut Alexander Gerst auf den Weg zu seiner Langzeitmission in der ISS machen und damit die wichtige Rolle Europas in dieser einzigartigen internationalen Partnerschaft bekräftigen.

Auch das fünfte und letzte Automatische Versorgungsraumschiff (ATV, Automated Transfer Vehicle), das im Juli zur ISS gebracht wird, zählt gemeinsam mit dem europäischen Servicemodul zu den Ausstellungsobjekten. Letzteres beruht auf der bewährten ATV-Technologie und wird das NASA-Raumschiff Orion antreiben, mit dem Astronauten über die erdnahe Umlaufbahn hinaus transportiert werden können.

Während der Ausstellungswoche werden im ILA Space Pavilion eine Reihe von Präsentationen und Veranstaltungen geboten, darunter auch die Space Day-Konferenz am Donnerstag, den 22. Mai.

Von Dienstag, den 20. Mai, bis Donnerstag, den 22. Mai, ist die ILA ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten. Von Freitag, den 23. Mai, bis Sonntag, den 25. Mai, wird die Ausstellung für die Allgemeinheit geöffnet.

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