Die Nutzlast von Chandrayaan 1

Das ESA-Gerät SARA bei der Montage

An Bord der ersten indischen Mondsonde befindet sich ein breites Spektrum wissenschaftlicher Experimente. Sie beinhaltet zehn Instrumente aus Indien, den ESA-Mitgliedsstaaten, Bulgarien und den USA sowie eine kleine Landesonde. Die Gesamtnutzlast hat eine Masse von 55 Kilogramm.

1. TMC (Indien)
Die Terrain Mapping Camera (TMC) ist eine Stereo Kamera. Ihre panchromatische Kameraeinheit erlaubt Aufnahmen mit einer Bodenauflösung von 5 Metern. Sie wird zur Erstellung einer hochauflösenden 3D-Karte des Mondes eingesetzt.

2. LLRI (Indien)
Das Laser-Altimeter LLR (Lunar Laser Ranging) ermittelt die genaue Flughöhe der Sonde über der Mondoberfläche und erstellt eine topografische Karte des Mondes. Die vertikale Auflösung des Instruments beträgt 10 Meter.

3. HySI (Indien)
Mit dem im sichtbaren und nahen Infrarotbereich arbeitenden Spektrometer HySI (Hyper Spectral Imager) soll eine mineralogische Kartierung der kompletten Mondoberfläche vorgenommen werden. Das Instrument erfasst dabei die Mondoberfläche in 32 verschiedenen Spektralbändern. Die räumliche Auflösung liegt bei 80 Metern.

SIR-2 optics unit
SIR 2 vom MPI für Sonnensystemforschung

4. HEX (Indien)
Mit dem Hochenergie-Röntgen-Spektrometer HEX (High Energy X-Ray) sollen schwere Elemente wie Radon, Uran und Thorium auf dem Mond aufgespürt werden.

5. CIXS 2 (ESA/Großbritannien)
Mit dem hochauflösenden abbildenden Röntgenspektrometer C1XS (Chandrayaan 1 Imaging X-Ray Spectrometer) werden die Vorkommen leichter Elemente wie Magnesium, Aluminium, Silizium, Kalzium, Titan und Eisen auf dem Mond kartiert, deren Emissionen durch die Röntgenstrahlung der Sonne angeregt werden. C1XS wurde vom Rutherford Appleton Laboratory gebaut, es ist eine Weiterentwicklung des bei SMART 1 eingesetzten D-CIXS/XSM-Instrumentes.

6. SARA (ESA/Schweden)
Das schwedische Instrument SARA (Sub keV Atom Reflecting Analyser) soll die Zusammensetzung der Teilchen untersuchen, die vom Sonnenwind aus der Mondoberfläche herausgeschleudert werden. Das Instrument wurde vom schwedischen Institut für Weltraumphysik in Zusammenarbeit mit der ISRO gebaut.

7. SIR 2 (ESA/Deutschland)
Das Spektrometer im sichtbaren und nahen Infrarot-Wellenlängenbereich dient der Untersuchung der mineralogischen Zusammensetzung der Mondoberfläche in 266 Wellenlängenbereichen (Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung).

Chandrayaan-1 X-ray Spectrometer (C1XS)
Das Spektrometer C1XS

8. M3 (NASA) Der Moon Mineralogy Mapper ist ein abbildendes Spektrometer für eine mineralogische Kartierung des Mondes in 640 Spektralkanälen im nahen Infrarot.

9. MiniSAR (NASA)
Das Miniature Synthetic Apertur Radar ist ein abbildendes Radar (SAR) und dient zum Aufspüren von Wassereisvorkommen in den Polarregionen des Mondes. Entwickelt wurde das Gerät vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University und des Naval Air Warfare Centre im Auftrag der NASA.

10. MIP (Indien)
Die Moon Impact Probe ist ein Technologie Experiment. Die Sonde wird vom Wissenschaftsdeck abgetrennt und nach Zündung ihres Antriebs soweit abgebremst, dass sie nach etwa 20 Minuten die Mondoberfläche erreicht. Ein Radar soll den Abstand zum Boden messen, ein Test für spätere weiche Mondlandungen. Eine Videokamera dokumentiert den Abstieg und ein Massenspektrometer sucht dabei nach einer minimal vorhandenen Atmosphäre.

11. RADOM (Bulgarien)
Das Radiation Dose Monitor Experiment misst die Strahlenbelastung im Mondorbit. Zur Auswertung der Strahlendosis in Mondnähe können später Messwerte eines baugleichen Dosimeters an Bord der Raumstation ISS herangezogen werden. Das Experiment wurde von der bulgarischen Akademie der Wissenschaften beigestellt.

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