Die Zukunft der Wettervorhersagen

Unterzeichnung der Dokumente für die Nachfolgeserie der MetOp-Wettersatelliten in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel
20 Mai 2014

Im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin wurden in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Merkel die ersten Dokumente unterzeichnet, welche die nächste Entwicklungsphase für die Nachfolgeserie der MetOp-Wettersatelliten einläuten.

Der Start der nächsten MetOp-Satellitengeneration ist für 2021 geplant. Sie wird drei Satellitenpaare umfassen, die in den darauffolgenden Jahrzehnten die Übermittlung wichtiger Informationen zur Wettervorhersage sicherstellen werden.

Die MetOp-SG (Meteorological Operational Satellite - Second Generation) ist nicht nur der Nachfolger der aktuellen MetOp-Serie, unserer derzeit wichtigsten Quelle für globale Wetterdaten, sondern wird darüber hinaus auch verbesserte Daten und neue Messungen bereitstellen.

Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, der die Dokumente im Auftrag der ESA unterzeichnete, sagte: „Diese Unterschrift ist der erste Schritt zur Einführung der neuen MetOp-SG-Satelliten.

Diese neue Generation wird die unverzichtbaren meteorologischen und klimabezogenen Beobachtungen der derzeitigen Satelliten fortführen und die Datenqualität um ein Vielfaches verbessern.

Sie wird nicht nur Europas führende Position in der Entwicklung von meteorologischen Systemen, Instrumenten, Technologien und Anwendungen, sondern auch die Bereitstellung von Wettervorhersagen und Beobachtungsdiensten sichern.“

François Auque, Leiter der Abteilung Weltraumsysteme bei Airbus Defence and Space, fügte hinzu: „Unter der Hauptvertragspartnerschaft mit Airbus Defence and Space wird die MetOP-SG die Vorteile präziser, auf europäischer Spitzentechnologie basierender Wettervorhersagen weiterhin verbessern.

MetOp-SG ist eine gemeinsame Initiative der ESA und EUMETSAT

Unsere aktuellen MetOp-Satelliten sind schon heute die weltweit führenden Lieferanten von Messdaten für Wettervorhersagen und bringen Europas Bürgerinnen und Bürger damit jedes Jahr einen sozioökonomischen Nutzen von mehreren Milliarden Euro.“

Die MetOp-SG ist eine gemeinsame Initiative der ESA und EUMETSAT, der europäischen Organisation für die Nutzung von Wettersatelliten.

Die ESA übernimmt die Finanzierung der Entwicklungen der ersten Satelliten sowie die Beschaffung der darauffolgenden Satelliten im Auftrag von Eumetsat. Eumetsat ist anschließend zuständig für die Finanzierung der weiteren Satelliten, die Entwicklung der Bodenstation sowie den Satellitenbetrieb und die Datenverarbeitung.

Die Nachfolgeserie der MetOp-Wettersatelliten

Wie bereits die erste Satellitenserie wird auch MetOp-SG wichtige Informationen zu atmosphärischen Temperatur- und Wasserprofilen liefern, sowie zu Wolkendetektion und -analyse, Wasseroberflächentemperaturen und Winden, bis hin zu Gasspuren und Luftqualität.

Die neuen Instrumente werden einen erweiterten Spektralbereich beobachten können und die Erfassung neuer Umweltmessungen ermöglichen.

Der erste Satellit der MetOp-Serie, MetOp-A, wurde 2006 ins All transportiert, gefolgt von MetOp-B im Jahr 2012. Der Start von MetOp-C ist für 2018 geplant. Bis zur Einführung der MetOp-SG wird Letzterer die weitere Übermittlung von mittel- und langfristigen Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen garantieren.

Erster „A“-Satellit wird 2021 starten

Die MetOp-Satelliten werden die Meteosat-Familie, die im geostationären Orbit, 36.000 km über dem Äquator kreist, erweitern und in einer Höhe von circa 834 km und von Pol zu Pol in näherer Entfernung zur Erde positioniert, um die globale Abdeckung zu gewährleisten.

Die MetOp-SG besteht aus zwei Satellitenserien. Die Satelliten des Typ „A“ werden vorwiegend optische Instrumente transportieren, während die Satelliten des Typ „B“ sich auf Mikrowellen-Sensoren konzentrieren.

Nachdem die Vertragsdokumente nun unterzeichnet wurden, werden die „A“-Satelliten in Kürze in die Entwicklungs- und Bauphase gehen, die bei Airbus Defence and Space in Toulouse, Frankreich, stattfinden wird. Die Entwicklung und der Bau der „B“-Satelliten hingegen wird in den Betriebsanlagen von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen erfolgen. Zwar übernimmt Airbus Defence and Space die Leitung, allerdings werden am Entwicklungsprozess eine Reihe vieler weiterer Industriepartner aus ganz Europa beteiligt sein.

Der Start jedes Satelliten wird einzeln erfolgen. Planungen zufolge wird der erste „A“-Satellit 2021 starten, gefolgt vom ersten „B“-Satelliten in 2022.

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