Die deutschen Astronauten (v.l.): G. Thiele, R. Ewald, K.-D.Flade, U.Walter, H. Schlegel, E. Messerschmid, T. Reiter, S. Jähn, U. Merbold, A. Gerst
Von links: G. Thiele, R. Ewald, K.-D.Flade, U.Walter, H. Schlegel, E. Messerschmid, T. Reiter, S. Jähn, U. Merbold, A. Gerst

Die deutschen Astronauten

Am 26. August 1978 wurde Sigmund Jähn, damals Bürger der DDR, der erste Deutsche im All. Sein Flug führte ihn zur sowjetischen Raumstation Salut 6. Am 28. November 1983 folgte mit Ulf Merbold der erste Bundesbürger. Er nahm am Jungfernflug des europäischen Raumlabors Spacelab teil und gehörte zur ersten ESA-Astronautengruppe. Seit diesen Pioniertagen haben insgesamt elf deutsche Astronauten an Raumflügen teilgenommen beziehungsweise bereiten sich auf einen neuen Flug vor.

Deutschland, insbesondere die damalige Bundesrepublik Deutschland (BRD), hat sich nach den großen Raumfahrtnationen USA und UdSSR frühzeitig entschieden, eigene Weltraumforschungsaktivitäten zu entwickeln, um dieses zukunftsträchtige Gebiet der nationalen Wissenschaft und Industrie zu erschließen. Die gewaltigen Aufwendungen für den Weg in den Weltraum konnten jedoch nur in internationaler Zusammenarbeit realisiert werden. Deshalb hat sich die BRD von Anfang an beim Aufbau europäischer Organisationsstrukturen, die schließlich zur Bildung der ESA führten, eingebracht.

 Die ESA baute dann 1977 die erste ESA-Astronautengruppe auf, in der auch Ulf Merbold Mitglied war. Parallel dazu bot die UdSSR den ehemaligen Ostblockländern an, je einen Kosmonauten im Rahmen des Interkosmos-Programms der sozialistischen Länder zu einer ihrer Salut-Raumstationen mitfliegen zu lassen. Das führte in der damaligen DDR zur Auswahl von Sigmund Jähn, der dann der erste Deutsche im All wurde, ein Erfolg, den die DDR propagandistisch zu nutzen wusste..

Der Weg zum ESA-Astronautenkorps

Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in verschiedenen europäischen Ländern auch ehrgeizige nationale Raumfahrtprogramme, die in einigen von ihnen, darunter auch Deutschland, zur Bildung nationaler Astronautengruppen führten.

 Diese Zersplitterung der knappen Ressourcen wurde 1998 schließlich aufgegeben und die verschiedenen nationalen Gruppen mit dem ESA-Astronautenteam zum ESA-Astronautenkorps vereint.

 Die beruflichen Wege der eingesetzten Astronauten enden aber nicht nach einem oder mehreren Raumflügen, sondern die meisten von ihnen bringen ihre Erfahrungen in verantwortlichen Stellen bei Organisationen, der Wissenschaft oder der Industrie ein. Und einige von ihnen bilden am europäischen Astronautenausbildungszentrum EAC in Köln den Raumfahrernachwuchs aus.

 Wer sich für die spannenden Lebenswege der deutschen Astronauten interessiert, findet über diese Seite ihre Biografien.

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