Dr. Berend Wilken verstorben

Dr. Berend Wilken
Dr. Berend Wilken
28 September 2001

Am 4. September starb unerwartet Dr. Berend Wilken, ein in der weltweiten Wissenschaftlergemeinde bekannter und geachteter Physiker.

Dr. Wilken war über Jahrzehnte an zahlreichen Projekten zur Erforschung des Weltraums beteiligt und steuerte für viele Wissenschafts-Missionen der ESA Experimente und Geräte bei. Zuletzt war er Principal Investigator für das RAPID-Instrument (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors) an Bord der Cluster-Sonden, deren Aufgabe in der Erforschung der physikalischen Wechselbeziehungen zwischen Sonne und Erde besteht.

Dr. Wilken wurde am 19. Mai 1934 in Oldenburg geboren.
Er studierte an der Universität Göttingen Physik, wo er 1967 auch promovierte. Seit 1968 arbeitete Dr. Wilken als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Aeronomie Katlenburg-Lindau. Arbeitsaufenthalte führte ihn mehrfach an ausländische Wissenschaftseinrichtungen. So forschte er als Gast-Wissenschaftler 1970-1971 am Goddard Spaceflight Center in Maryland und 1975 am NOAA Space Environment Laboratory in Boulder, Colorado.

Im Lauf seiner Karriere hat er sich auf das Studium planetarer Magnetosphären und die Sonnenphysik spezialisiert. Er beteiligte sich an zahlreichen europäischen und amerikanischen Missionen zur Erforschung des Weltraums und steuerte hochentwickelte Detektoren sowie Spektrometer zur Untersuchung geladener Teilchen im Weltraum bei. Unter seiner Leitung wurde ein neues Konzept zur Messung der räumlichen Verteilung und der Zusammensetzung geladener Partikel im Energiebereich von 5 bis 500 keV entwickelt. Das Konzept kam in den letzten Jahren bei vielen Raumfahrtunternehmen, die der Grundlagenforschung dienten, zum Einsatz. Dr. Wilken war bei diesen Missionen als Co-Investigator oder Principal Investigator für Forschungsinstrumente an Bord der Raumflugkörper tätig. Zu den bedeutenden Unternehmen gehörten u.a.:

  • der Europäische Forschungssatellit AMPTE (Active Magnetospheric Particle Tracer Explorer mit dem Magnetospheric Ion Composition Spectrometer)
  • die Sonnensonde ULYSSES (Solar Wind Ion Composition Spectrometer)
  • die Kometen-Mission GIOTTO zum Kometen Halley (Implanted Ion Spectrometer)
  • das Cluster-Sondenquartett (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors)

Andere von ihm begonnene Arbeiten werden die ehemaligen Kollegen in seinem Sinne fortführen. Mit Dr. Wilken verlieren die Freunde und Kollegen des Cluster-Teams bei der ESA sowie des Max-Planck-Institutes für Aeronomie in Katlenburg-Lindau einen engagierten und ideenreichen Wissenschaftler.

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