ESA-Bodenstationen unterstützen chinesische Mondmission

Ariane 5 flight V188 rises above ESA's Estrack station in Kourou, French Guyana
ESA-Bodenstation in Kourou
2 Dezember 2013

Kurz nachdem Chinas Sonde „Chang'e-3“ die Erde verlassen hat, um auf dem Mond zu landen, hat sich das Bodenstationsnetzwerk der ESA an die Arbeit gemacht, unverzichtbare Unterstützung für den fünftägigen Flug zum Mond zu liefern.

Die MissionChang'e-3, benannt nach der Mondgöttin Chang’e aus der chinesischen Mythologie, ist am 1. Dezember um 18:30 MEZ vom Weltraumbahnhof Xichang LC-2 in der chinesischen Provinz Sichuan gestartet. Die Raumsonde wird eine stationäre Basis und einen sechsrädrigen Rover auf der Mondoberfläche positionieren.

Die Landung an der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) ist für den 14. Dezember geplant und wird die erste weiche Mondlandung seit der russischen Mission „Luna 24“ im Jahr 1976 sein.

Unterstützung durch europäische Funkstation

Unmittelbar nach dem Start hatte die 15-Meter-Antenne der ESA-Bodenstation in Kourou, Französisch-Guayana, mit der Unterstützung der Telekommunikation begonnen. Sie hat Signale der Mission empfangen und als Schnittstelle zur chinesischen Kontrollstation Telekommandos fungiert.

Dieser Funkkontakt wird täglich stattfinden und über den kompletten Flug zum Mond andauern. Während des Anflugs und nach der Landung werden die ESA-Weltraumstationen eingesetzt, um akkurate Positionsbestimmungen zu liefern. 

Shortly after China’s Chang’e-3 spacecraft departs Earth to land on the Moon, ESA’s network of tracking stations will swing into action, providing crucial support for the vessel’s five-day lunar cruise.
Chinsesisches Mondfahrzeug

Alle Aktivitäten werden von der Steuerungszentrale des ESA-Bodenstationsnetzes ESTRACK im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt aus kontrolliert.

„Wir sind stolz darauf, dass die Kompetenz unserer Bodenstation und das Fachwissen unseres Flugdynamik-Teams sowie die hochentwickelte Technologie unseres weltweiten ESTRACK-Netzwerkes China dabei helfen können, einen wissenschaftlich bedeutenden Lander und einen Rover zum Mond zu bringen“, sagt Dr. h.c. Thomas Reiter, Leiter des ESA-Direktorats für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb.

„Ob für bemannte oder robotergesteuerte Missionen, solche internationalen Kooperationen sind für die zukünftige Erforschung von Planeten, Monden und Asteroiden notwendig und nutzen der Allgemeinheit.“

Der Verlauf der Mondmission

Der Start der Chang’e-3-Mission ist am 1. Dezember um18:30 Uhr MEZ  erfolgt. Die Station in Kourou hat die ersten Signale um 19:34 Uhr MEZ empfangen.

ESA's Estrack tracking station control room at ESOC, the European Space Operations Centre, Darmstadt
ESTRACK-Kontrollraum am ESOC in Darmstadt

In Abstimmung mit chinesischen Funkstationen wird das Zentrum in Kourou die Mission beim Eintritt in die Mondumlaufbahn am 6. Dezember bis zum Anflug der Sonde auf die Mondoberfläche, der um die Mittagszeit am 14. Dezember erwartet wird, unterstützen.

Die Mondlandung und die Roveroperationen auf der Oberfläche werden über die chinesischen Stationen Kashi und Jiamusi kontrolliert.

„Nachdem der Lander und der Rover auf der Mondoberfläche angekommen sind, werden unsere Raumstationen in Cebreros, Spanien, und New Norcia, Australien, die mit 35-Meter-Antennen ausgestattet sind, Standortbestimmungen mit delta-DOR-Technologie durchführen“, sagt Erik Soerensen, zuständig für die Unterstützung externer Missionsverfolgung am ESOC.

„Mit der delta-DOR-Technologie können Standorte äußerst präzise berechnet werden. Das wird unseren chinesischen Kollegen dabei helfen, die exakte Position des Landers zu lokalisieren.“

Station in New Norcia beobachten die Mondlandung

Die Stationen in New Norcia und Cebreros werden die Chang’e-3-Radiosignale während der Landung aufzeichnen. Diese Aufzeichnungen werden der chinesischen Raumfahrtbehörde helfen, die Flugbahn für zukünftige Anwendungen zu rekonstruieren.

Während der Unterstützungsaktivitäten wird ein chinesisches Ingenieur-Team in Darmstadt stationiert sein.

„Beide Seiten nutzen internationale technische Standards, sodass unsere Stationen und das ESOC mit ihrer Mission und ihren Experten am Boden kommunizieren können“, sagt Soerensen.

„Wir sind am ESOC sehr international aufgestellt. Dennoch haben wir kaum Mitarbeiter, die Mandarin sprechen. Im Fall von unerwarteten Problemen wird es also sehr hilfreich sein, die chinesischen Kollegen vor Ort zu haben.“

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