ESA-Special: Die ESA-Wassermission SMOS

SMOS
29 Oktober 2009

SMOS, Europas neuester Erderkundungsspäher, wurde am Montag, den 2. November um 2.50 Uhr MEZ mit der russischen Trägerrakete Rockot-KM vom Kosmodrom Plessezk gestartet. Hinter SMOS steckt die erste Satellitenmission zur Fernerkundung der Bodenfeuchte der Festlandareale und des Salzgehaltes der Meere. Deutschland ist an der Datenauswertung der Spezialmission führend beteiligt.

SMOS steht für Soil Moisture and Ocean Salinity. Das Kürzel lässt kaum vermuten, dass hinter den nicht gerade aufregenden Begriffen „Bodenfeuchte und Ozeansalzgehalt“ ein hochbrisantes Thema steckt. Über diese bislang unterschätzten Klimafaktoren lassen sich nämlich Veränderungen in der globalen Wasserzirkulation erkennen und damit Erkenntnisse über die zukünftige Verteilung der Ressource Wasser gewinnen.
Mit der zunehmenden Globalisierung der Welt rückt „Das Wasser der Erde“ immer stärker in den Fokus der Betrachtungen. Wie in der Vergangenheit Kriege um Rohstoffe geführt wurden, könnte es als Folge der globalen Umweltveränderungen eines Tages auch zu Verteilungskämpfen um die Ressource „Wasser“ kommen. Es ist daher wichtig, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zum natürlichen Wasserkreislauf der Erde zu bekommen, um rechtzeitig auf potentielle Gefahren hinweisen und entsprechende Gegenmaßnahmen treffen zu können.

Die Erde im Blick von SMOS

Warum mangelt es nach wie vor an diesen gesicherten Erkenntnissen? Das Fatale an den spürbaren globalen Umweltveränderungen ist nämlich, dass sich die Prozesse schleichend vollziehen. Alle in die Atmosphäre, ins Wasser oder in die Erde eingebrachten Stoffe kommen irgendwann und irgendwo einmal zum Tragen. Aber wann, wo, mit welcher Intensität und mit welchen Folgen das geschieht, das ist aufgrund der Kompliziertheit und Komplexität von Klimaprozessen und natürlicher Kreisläufe schwer verständlich. Und aufgrund der Rückkopplungen auch kaum vorhersehbar. Weil alles mit allem zusammenhängt.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat deshalb das Programm „Living Planet“ ins Leben gerufen, um unseren blauen Heimatplaneten – den wichtigsten Patienten unseres Sonnensystems – minutiös zu erkunden: Alles soll erfasst und vermessen werden, jeder Atemzug, jedes Husten, jeder Pulsschlag.

Mit der Spezialmission SMOS will die ESA erstmals global vergleichbare Daten zur Bodenfeuchte und zum Salzgehalt der Meere gewinnen, um gesicherte Erkenntnisse zum Wasserkreislauf auf dem Planeten Erde zu erhalten. Das folgende Special liefert interessante Details zur Satellitenmission und spannende Hintergrundinformationen zum Wasserplaneten Erde:

  1. Den globalen Umweltveränderungen auf der Spur
  2. Das ESA-Programm „Living Planet“
  3. SMOS: Europas neuester Umweltsatellit
  4. Unterschätzte Klimafaktoren: Bodenfeuchte und Salzgehalt der Meere
  5. Im Fokus: Das Lebenselixier Wasser
  6. Messtechnik: Technologischer Quantensprung
  7. Starke deutsche Beteiligung
  8. Die Trägerrakete Rockot
  9. Plessezk: Russlands Kosmodrom am Polarkreis
  10. Die ESA-Wassermission SMOS im Überblick
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