ESA prüft Möglichkeiten, Artemis auf richtige Bahn zu bringen

Artemis
13 Juli 2001

Die Bodenkontrolle prüft zur Zeit, wie die Mission des Nachrichtensatelliten Artemis gerettet werden kann. Artemis war am Donnerstag, den 12. Juli um 18.58 Uhr Ortszeit in Kourou, Französisch-Guayana (23.58 Uhr MESZ), als Teil einer Doppelnutzlast mit einer Ariane-5 gestartet worden, geriet aber aufgrund einer Fehlfunktion der Oberstufe des Trägers auf eine niedrigere Umlaufbahn als geplant.

Nachdem die Bodenkontrolleure den Satelliten in einen sicheren Zustand unter Ausrichtung auf die Sonne versetzt haben, wird die Lage weiter analysiert. Die Sonnenzellenflügel wurden während der Nacht teilweise ausgefahren, womit die Stromversorgung des Satelliten vorerst gesichert ist. Artemis, der von Boden-stationen in aller Welt verfolgt wird, ist voll unter Kontrolle. Er kann so lange in diesem sicheren Zustand gehalten werden, wie die Bodenkontrolleure benötigen, um sich auf den besten Weg zur Rettung der Mission zu einigen.

„Unsere Satellitenlotsen waren auf einen solchen Fall vorbereitet“, sagte Gotthard Oppenhäuser, Artemis-Projektleiter der ESA, auf dem Startgelände in Kourou. „Das Team hat viel Übung darin, auf alle möglichen Zwischenfälle zu reagieren, und wir sind zuversichtlich, daß wir eine gute technische Lösung für dieses Problem finden werden.

Da Artemis für Positionshaltungsmanöver ein Ionentriebwerk an Bord hat, kann der größte Teil des mitgeführten chemischen Treibstoffs dazu verwendet werden, den Satelliten auf die richtige Bahnhöhe zu hieven. Die Fachleute arbeiten an einer Strategie zur bestmöglichen Nutzung des vorhandenen Treibstoffs“.

Der Mehrzwecksatellit Artemis – Wegbereiter für innovative Satelliten-kommunikationsdienste – ist der fortschrittlichste Nachrichtensatellit, den die ESA bisher entwickelt hat, und dient der Demonstration neuer Technologien.

Am Freitag, den 13. Juli soll in Kourou um 10.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) eine Pressekonferenz stattfinden.

Nähere Auskunft erteilt:
ESA Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Referat Medienbeziehungen im CSG Kourou, Französisch-Guayana
Tel.: 00 33 594 33 49 10

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