ESA stellt SMART-1 vor - Europas Mission zum Mond

SMART-1 artist's impression
SMART-1 - künstlerische Darstellung
20 März 2003

Am 3. April stellt die ESA ihre Mondmission SMART-1 der Presse vor. Die Präsentation, die im Europäischen Weltraumforschungs- und -technologiezentrum (ESTEC) im niederländischen Noordwijk stattfindet, soll den wissenschaftlichen, technologischen und europäischen Rahmen der Mission verdeutlichen.

Die Mission ist ein Prototyp künftiger Weltraumvorhaben: klein, kostengünstig und kompakt, d.h. mit besonderem Schwerpunkt auf Miniaturisierung. Mitgeführt werden zehn Experimente, die im Rahmen von Europas erster wissenschaftlicher Mission zum Mond eine Serie technologischer Innovationen testen sollen.

SMART-1, die erste einer Reihe „kleiner Missionen für fortgeschrittene technologische Forschung“, ist Vorläufer einer neuen Philosophie zur Entwicklung von Leichtgewicht-Technik für Satelliten und Sonden. Ziel des Programms ist es, neue Lösungen zu finden, um die Kosten für Weltraummissionen zu senken und für dasselbe Geld mehr Weltraumwissenschaft zu ermöglichen. Dementsprechend wird der Nutzen nicht nur weltraumwissenschaftlicher Natur sein, sondern die bei der Mission eingesetzte Technologie soll auch der europäischen Raumfahrtindustrie helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben und ihre Spitzenposition in technischem Know-how zu verteidigen.

Im Mittelpunkt dieser ersten Mission der SMART-Reihe wird die Erprobung des solarelektrischen Antriebs - besser bekannt als Ionenantrieb - stehen. Hierbei handelt es sich um eine Schlüsseltechnologie, durch die künftige wissenschaftliche Missionen wie Bepi-Colombo zum Merkur und der Sonnenorbiter erst möglich werden. Jedoch soll nicht nur die Wissenschaft von dieser Technologie profitieren: Auch die Telekommunikationsindustrie verfolgt die Entwicklungen mit großem Interesse.

Bei der Presseveranstaltung soll also vor allem die Technologievorbereitung für SMART-1 erläutert werden. SMART-1 ist jedoch weit mehr als nur ein Technologiedemonstrator: Zwar liegt die erste Mondlandung von Astronauten schon einige Zeit zurück, aber dennoch bleiben zahlreiche wissenschaftliche Fragen, die nur durch „globale“ Untersuchungen nach SMART-1-Manier angegangen werden können. Die neuen wissenschaftlichen Instrumente der Sonde sollen einigen der größten Rätsel des Mondes auf den Grund gehen, darunter seine Entstehung, die Frage, ob auf ihm Wassereis vorkommt, und die mineralische Zusammensetzung seiner Kruste.

Im ESTEC werden die führenden Projektbeteiligten in einer Reihe von Präsentationen auf die Einzelheiten der Mission eingehen. Höhepunkt ist die anschließende Besichtigung der Sonde im Testzentrum.

Die ESA organisiert einen Pressetag zur wissenschaftlichen und technischen Präsentation von SMART-1 im Technologiezentrum ESTEC, Keplerlaan 1, 2200 AG Noordwijk, Niederlande am Donnerstag, den 3. April 2003.

Interessierte Medienvertreter werden gebeten, sich unter nebenstehendem Link anzumelden.

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