Envihab

Ein Meilenstein in der Raumfahrtmedizin: Envihab-Eröffnung in Köln

5 Juli 2013

Die heutige offizielle Eröffnung des neuen „Envihab“-Forschungslabors in Köln ist ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Feld der Raumfahrtmedizin. Von der ESA waren bei der Eröffnungsveranstaltung unter anderem der Generaldirektor Prof. Jean-Jacques Dordain vertreten sowie alle bislang ins All geflogenen deutschen Astronauten.

Das Envihab eröffnet neuartige Forschungsperspektiven auf das Problem, wie Astronauten ihre gute physische Verfassung in der Schwerelosigkeit aufrechterhalten können und welche Fitnessübungen sich am besten eignen, um die Knochenstärke im All zu erhalten.  

Envihabs Gravitationssimulator

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt konzipierte Envihab von Grund auf so, dass dort auch sogenannte BedRest-Studien durchgeführt werden können. Im Jahr 2014 soll die erste Untersuchung dieser Art durchgeführt werden.

Indem über einen längeren Zeitraum freiwillige Teilnehmer mit hochgelegten Füßen eine Bettruhe abhalten, können die Reaktionen von Raumfahrern auf Weltraumbedingungen bereits auf der Erde simuliert werden. Diese und andere Studien im Envihab helfen Humanwissenschaftlern dabei, den menschlichen Organismus besser zu verstehen.

Neben dem Einsatz hochmoderner Diagnosegeräte wie Kernspintomographen ermöglicht das Envihab, die Umgebung der Probanden unter verschiedenen Umweltbedingungen darzustellen. Per Knopfdruck sind die Wissenschaftler etwa dazu in der Lage, die Beleuchtungsintensität, den Luftdruck und sogar die Menge an Sauerstoff zu regulieren. Zu erforschende Fragestellungen könnten zum Beispiel sein, ob Menschen bei blauer Beleuchtung oder bei einem niedrigeren Luftdruck leistungsfähiger sind.

Envihab verfügt zudem über eine Zentrifuge, die das Sechsfache der normalen Gravitationskraft erzeugt und die Versuchsteilnehmer somit der Hypergravitation aussetzt. Innerhalb der Zentrifuge können Fitnessgeräte angebracht werden, um Trainingsmethoden für das Weltall zu testen. Darüber hinaus ist diese Zentrifuge mit einem vollkommen neuartigen robotischen Arm ausgestattet, welcher die Arterien der Versuchspersonen mithilfe von Ultraschall überwachen kann.

Die zahllosen Forschungsmöglichkeiten spielen eine wichtige Rolle für die Missionskontrolle und bei der Entwicklung von Raumfahrzeugen. Außerhalb der Raumfahrt können die Ergebnisse für Krankenhauspersonal und in der Architektur von Relevanz sein.

„Keine andere Forschungsanlage der Welt bietet Wissenschaftlern eine solch umfassende Ausstattung an einem einzigen Ort. Das Ziel von Envihab ist es, so viele Fragen über den menschlichen Körper zu beantworten, wie es uns möglich ist“, sagt Prof. Rupert Gerzer, Leiter des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin.“

Weitere Informationen zu Envihab finden Sie hier auf der Seite des DLR

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