Ein anspruchsvolles Forschungsprogramm

Mars Express auf der Fregat-Oberstufe montiert

Der Start erfolgte am  2. Juni 2003 vom Kosmodrom Baikonur. Als Trägerrakete kam die vierstufige Sojus-Fregat des russisch-französischen Unternehmens Starsem zum Einsatz. Mars Express bestand  aus einem Orbiter (Mars Express) und einem Lander (Beagle 2).

Nach einer Reisezeit von sechs Monaten und einer Flugstrecke von 250 Millionen Kilometern schwenkte Mars Express am 25. Dezember 2003 in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten ein.

Zuvor, am 19. Dezember 2003 wurde der Lander Beagle-2 abgetrennt und begab sich eigenständig auf den Weg zu seiner Landung auf der Marsoberfläche. Es gelang jedoch trotz intensiver Bemühungen nicht, Kontakt zu Beagle-2 herzustellen, so dass das kleine Landegerät am 11. Februar 2004 als verloren erklärt wurde. Es war geplant, mit Hilfe eines Bohrers Bodenproben aus bis zu 1,5 Meter Tiefe zu entnehmen und diese vor Ort zu untersuchen.

Ursprünglich sollte Europas erster künstlicher Marssatellit mindestens ein Marsjahr lang – das entspricht zwei Erdjahren – den Planeten auf einer stark elliptischen polaren Umlaufbahn zwischen 250 und 11 560 Kilometern umkreisen. Inzwischen erfolgte eine viermalige Verlängerung der Mission, so dass sie nun zunächst bis zum 31. Dezember 2014 fortgeführt wird. Die Wissenschaftler hoffen aber auf einen Betrieb bis 2016.

Im Fokus: Detailkarten, Wasser, Lebensspuren, „Marswetter“

Die erste hochauflösende Aufnahme von HRSC (Valles Marineris)

Das Hauptinteresse gilt seit Beginn der Mission einer hochauflösenden Kartierung der Marsoberfläche, zu großen Teilen sogar in 3D, der Suche nach Wasser und Lebensspuren sowie der Gewinnung von Erkenntnissen über den Mars, die Rückschlüsse auf Entwicklungsvorgänge der Erde ermöglichen. Beide Planeten scheinen zu Beginn ihrer Entwicklung ähnliche Prozesse durchlaufen zu haben, wobei der Mars dann irgendwie „stecken blieb“. Die Wissenschaftler versprechen sich deshalb von dieser Mars-Zeitreise einzigartige Einblicke in die Frühzeit unseres blauen Planeten, beispielsweise in die Paläo-Klimatologie.

Das Forschungsprogramm ist deshalb auch sehr anspruchsvoll:

  1. Suche nach Wasser und wasserhaltigen Mineralien
  2. Suche nach Methan in der Marsatmosphäre
  3. Untersuchung der Untergrundstruktur
  4. Erforschung der Polarregionen
  5. Untersuchung des Mars auf früheren Vulkanismus
  6. Ermittlung des derzeitigen Verlustes an Bestandteilen der Marsatmosphäre
  7. Erforschung der Ionosphäre
  8. Detektion von CO2 in den Wolken
  9. Kartierung des Mars in hoher Auflösung
  10. Kartierung des Marsmondes Phobos in hoher Auflösung
  11. Suche nach Lebensspuren mit Hilfe des Landers Beagle 2 und seines Labors

 

Die bisherigen Ergebnisse der Mission haben vollauf bestätigt, dass das Arbeitsprogramm des Orbiters bereits jetzt erfüllt werden konnte.

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