Eine persönliche Ehrung von Neil Armstrong durch Jean-Jacques Dordain

Neil Armstrong
26 August 2012

Heute ist nicht nur ein trauriger Tag für Neil Armstrongs Familie, sondern für die ganze Welt. Armstrongs und Buzz Aldrins erste Schritte auf dem Mond sind ein so wichtiger Teil der Geschichte der Menschheit, dass sie die Grenzen der Geschichte des Weltraums und die Amerikas überschreiten.

Bis zum 21. Juli 1969 war Neil Armstrong ein Amerikaner und die Mondlandungen gingen von Amerikanern aus. Aber nach diesem Tag wurde Armstrong Teil der Menschheit, ähnlich wie sein Vorgänger Juri Gagarin, dem wir die “Entdeckung“ unseres Planeten Erde zu verdanken haben.

Nach diesem Tag wurde der Wettstreit zwischen den zwei großen Machtblöcken der bemannten Raumfahrt durch Kooperation ersetzt. Heute arbeiten Amerikaner und Russen sogar mit ihren japanischen, kanadischen und europäischen Kollegen im Weltraum zusammen. Und in naher Zukunft, (darauf arbeite ich hin), kooperieren sie hoffentlich noch mit anderen Vertretern der Raumfahrtgemeinde.

Neil Armstrong

Bei der Mondlandung handelte es sich um ein kollektives Bestreben des ganzen amerikanischen Volkes - und Neil Armstrong kann als Ursymbol für diese Anstrengungen gesehen werden. Aber Neil Armstrong war mehr als nur ein Held, denn er blieb der weise, diskrete und reservierte Mann, der aber immer bereit war, seine Erfahrungen mit den jungen Generationen zu teilen.

Er hat nachfolgende Generationen auf der ganzen Welt inspiriert, was einer der Gründe dafür ist, dass er von Generation zu Generation unzähligen Ingenieuren und Wissenschaftlern immer gegenwärtig sein wird.

Meine Begegnung mit Neil Armstrong bleibt ein magischer Moment meines Lebens und ich folge dem Wunsch seiner Familie und widme dem Mond, in den Neil Armstrongs Schritte dauerhaft eingraviert sind, ein kleines Augenzwinkern.

Jean-Jacques Dordain, ESA Generaldirektor

(Übersetzt aus dem französischen Original)

Neil Armstrong auf dem Mond
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