Einschläge auch in Zukunft?

Das Tunguska-Ereignis führte 1908 zu gewaltigen Schäden in Sibirien

Immer wieder kommen Asteroiden und Kometen der Erde bedrohlich nahe. Bei Objekten, die größer als ein Kilometer sind, besteht bei einem Einschlag durchaus die Möglichkeit regionaler oder gar globaler Schäden. So könnten große Mengen Staub in die Stratosphäre geschleudert werden und das Klima drastisch verändern – mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit. Wenn auch keine unmittelbare Gefahr drohte, zeigt doch die folgende Übersicht mit einer Auswahl von Objekten, die sich der Erde weit näherten oder nähern werden, wie „eng“ es für die Erdlinge werden kann:

  • 2004 FU162 ist das Objekt mit der bisher größten Annäherung. Am 31. März 2004 passierte es die Erde mit nur 6.500 Kilometer Abstand. Mit sechs Metern geschätztem Durchmesser stellte es aber keine Gefahr für die Erde dar.
  • Am 19. Dezember 2004 näherte sich 2004 Erde kennt unzählige Narben, die von Einschlägen großer Asteroiden oder Kometen stammen. YD5 (fünf Meter Durchmesser) bis auf 35.000 Kilometer an.
  • Am 18. März 2004 passierte der Asteroid 2004 FH, ein Gesteinsbrocken mit etwa 30 Metern Durchmesser, die Erde über dem südlichen Atlantik in einem Abstand von nur 43.000 Kilometern.
  • Am 2. März und am 18. März 2009 passierten die Asteroiden 2009 DD45 (21-47 Meter Durchmesser) bzw. 2009 FH (13-29 Meter) die Erde bei nur 70.000 bzw. 80.000 Kilometern. Die beiden Asteroiden wurden erst einen Tag zuvor entdeckt.
  • Am 12. Oktober 2010 erreichte 2010 TD54 (5 - 10 Meter Durchmesser) mit circa 45.000 Kilometern seine größte Annäherung zur Erde.
  • Und am 13. April 2029 wird der 270 Meter große Apophis die Erde in einer Entfernung von circa. 30.000 Kilometern passieren.

Auch tatsächliche Treffer hatte die Erde in den letzten Jahren zu verzeichnen, die glücklicherweise keine Schäden anrichteten. Ein gut dokumentierter Einschlag fand am 15. September 2007 in Peru in der Nähe des Dorfes Carancas, nur 70 Kilometer von La Paz, der Hauptstadt statt. Ein Meteoroid drang in die Erdatmosphäre ein und führte zu einem Meteoritenfall, der einen 14 Meter großen Krater hinterließ. Weitere Meteoritenbruchstücke wurden in der Umgebung gefunden.
Und am 6. Oktober 2008 wurde der Asteroid 2008 TC3 lediglich 20 Stunden vor seinem Zusammenprall mit der Erde entdeckt. Zum Glück war er mit 4 Metern Durchmessern und einer Masse von etwa 80 Tonnen sehr klein. Erst im Dezember 2008 konnten Fragmente von ihm im Sudan gefunden werden.

Einschlagkrater eines Meteoriten bei Carancas (Peru, 2007)

Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, durch einen Asteroiden- oder Kometeneinschlag ums Leben zu kommen, äußerst gering. Ein Asteroid oder Komet mit der Größe des Objektes, welches das Tunguska-Ereignis 1908 auslöste, trifft die Erde nach Berechnungen der Wissenschaftler nur etwa alle 1000 Jahre oder hat damit die Wahrscheinlichkeit von 1:1000. Nach Abschätzungen der Forscher soll das Objekt einen Durchmesser von 30 bis 80 Metern gehabt haben. Für größere Asteroiden oder Kometen mit mehreren hundert Metern Durchmesser gelten noch wesentlich geringere Wahrscheinlichkeiten.
Nun bedeutet aber die genannte Wahrscheinlichkeit nicht, dass die Erde die nächsten 900 Jahre verschont bleibt. Es ist lediglich eine statistische Größe über die zu erwartende Häufigkeit. Der nächste Einschlag eines Objekts der genannten Größe könnte bereits in wenigen Tagen, Monaten oder Jahren erfolgen.
Vorsorge kann also nicht schaden, die zunächst in der systematischen Suche und Überwachung potentieller Kollisionskandidaten bestehen wird.

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