Ergebnisse lebenswissen-schaftlicher Forschung im Weltraum werden in Köln vorgestellt

Möglichkeiten der lebens-wissenschaftlichen Forschung
20 Juni 2005

Am 26. Juni wird im Maternushaus in Köln das 9. Europäische Symposium über lebenswissenschaftliche Forschung im Weltraum eröffnet. Anläßlich der viertägigen Veranstaltung stellen Biologen und Mediziner die neuesten Ergebnisse ihrer weltraumgestützten Forschungsarbeiten vor.

Das Symposium wird von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Internationalen Gesellschaft für Gravitationsphysiologie (ISGP) organisiert und findet gleichzeitig mit dem 26. Internationalen Gravitationsphysiologie-Kongreß statt.

Die Teilnehmer befassen sich mit dem Thema „Leben im Weltraum für das Leben auf der Erde“. Das Symposium bietet Biologen, Medizinern und Physiologen aus aller Welt die Gelegenheit, ihre Forschungsergebnisse aus an Bord der Internationalen Raumstation und ihrer Vorgänger durchgeführten Experimenten sowie Versuchen mit Falltürmen, Parabelflügen, Höhenforschungsraketen, Foton-Missionen und Bettruhestudien auszutauschen.

Weitere Forscher stellen wissenschaftliche Arbeiten zu den Auswirkungen von Schwerkraftveränderungen auf die Physiologie und das Verhalten von Menschen, Tieren, Pflanzen und Zellen vor. Die Präsentationen behandeln die Auswirkungen der Schwerelosigkeit bei Raumflügen, plötzlicher und gleichmäßiger Beschleunigung, Aufprall und Vibrationen sowie die verschiedenen Formen echter und simulierter Schwerelosigkeit. Die evolutionären Folgen der Schwerkraft sowie die Rolle der Schwerkraft beim Wachstum von Tieren und Pflanzen werden ebenfalls abgehandelt.

Vier halbtägige Symposien befassen sich mit den Konzepten der Gravitationsphysiologie, der künstlichen Schwerkraft, der evolutionären Entwicklung der Wahrnehmung der Schwerkraft bei Zellen und Menschen sowie den Auswirkungen der Schwerkraft auf die Genexpression. Ebenfalls erörtert werden wichtige Forschungsergebnisse aus weltraumphysiologischen und -psychologischen Studien, zu denen eingeladene Forscher ihre Arbeiten vorstellen. Darüber hinaus sind Vorträge und Poster-Präsentationen vorgesehen, die aus Beiträgen internationaler Forscher im Bereich der biologischen Forschung zusammengestellt wurden.

Teilnehmerin der Bedreststudie in Toulouse

Die vorläufigen Ergebnisse der zur Zeit durchgeführten WISE-Bettruhestudie (Internationale Weltraumexplorationssimulation mit Frauen) werden ebenfalls präsentiert. Zwölf Frauen aus sieben europäischen Ländern war seit März im Französischen Institut für Weltraummedizin und -physiologie (MEDES) in Toulouse strenge Bettruhe verordnet worden. Anfang Juni durften die zwölf Teilnehmerinnen dieser ersten Versuchsreihe das Bett wieder verlassen. Einige Testpersonen werden bei der Konferenz anwesend sein, um über ihre Erfahrungen zu sprechen. ESA-Projektleiter Dr. Peter Jost wird die vorläufigen Ergebnisse dieser längsten jemals in Europa mit Frauen durchgeführten Bettruhestudie vorstellen und erläutern und über die Vorbereitungen der zweiten, für Herbst angesetzten Versuchsreihe sowie den strategischen Fünfjahresplan der ESA für Bettruhestudien berichten.

Das Europäische Symposium über lebenswissenschaftliche Forschung im Weltraum wird sich in diesem Jahr zum zweiten Mal intensiv mit Nachwuchsforschern beschäftigen. Hochtalentierte junge Wissenschaftler, die bisher noch nicht in der Weltraumforschung tätig waren, wurden ermuntert, eine Übersicht über ihre Forschungsarbeit einzureichen und diese vorzustellen. Insgesamt folgten 60 Studenten dieser Aufforderung. Die meisten wurden eingeladen, um ihre Poster zu präsentieren oder ihre Arbeiten vorzustellen. Bei der Auswahl war der wissenschaftliche Wert der eingereichten Zusammenfassungen ausschlaggebend.

Das gesamte Symposium steht Medienvertretern offen. Außerdem organisiert die ESA zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Art eine speziell auf die Medien zugeschnittene Informationsveranstaltung mit Präsentationen aus ausgewählten Forschungsbereichen, die für Laien verständlich aufbereitet wurden. Diese Veranstaltung findet am Montag, den 27. Juni von 14.00-17.00 Uhr mit folgenden Vorträgen statt:

- Dr. Marc Heppener, Leiter der Abteilung „Nutzung der ISS und Förderung der Schwerelosigkeitsforschung“, ESA

Thema: „Das Raumfahrtforschungsprogramm der ESA“

- Dr. Peter Norsk, Professor, Rigshospitalet, Kopenhagen, Dänemark, Präsident der ISGP

Thema: „Herzfunktion und Blutdruck in der Schwerelosigkeit“

- Dr. Martina Heer, Professorin, Leiterin der Abteilung für Weltraumphysiologie, DLR, Deutschland

Thema: „Die Bedeutung richtiger Ernährung im All“

- Dr. Dag Linnarsson, Professor, Abteilung für Umweltphysiologie, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden

Thema: „Gemeinsamkeiten zwischen Weltraumspaziergängen und Tauchgängen“

- Dr. Pietro di Prampero, Professor, Universität Udine, Italien

Thema: „Schwerkraft im All“

- Dr. Peter Jost, Facharzt für Weltraummedizin, ESA

Thema: „Die laufende ESA-Bettruhestudie mit Frauen. Zukunftsperspektiven.“

Medienvertreter, die an einer Teilnahme an dieser Informationsveranstaltung interessiert sind, werden gebeten, das beiliegende Anmeldeformular auszufüllen.

Weitere Informationen zum Symposium gibt es auch im Internet unter http://www.congrex.nl/05a06/

Nähere Auskunft erteilen:

Franco Bonacina
ESA Referat Medienbeziehungen
Tel: +33(0)1.5369.7155
Fax: +33(0)1.5369.7690

Dieter Isakeit
Direktion für Bemannte Raumfahrt, Schwerelosigkeitsforschung und Exploration
Tel: +31(0)71.565.5451
Fax: +31(0)71.565.8008

Lebenswissenschaftliche Forschung im Weltraum

Informationsveranstaltung für Medienvertreter

Montag, 27. Juni 2005 – 14.00-17.00 Uhr

Maternushaus, Köln

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