Experimentieren im DLR_School_Lab

Windkanal im DLR_School_Lab Göttingen.
21 Februar 2012

Selbst einen Kometen im Labor herstellen oder einen Roboter zum Leben erwecken? Das ist für Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen in einem der neun School Labs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt möglich.

„Ich habe gar nicht gedacht, dass Physik so viel Spaß machen kann“ – das ist wohl der häufigste Satz, den Schüler nach dem Besuch eines DLR_School_Labs sagen. Dort werden sie selbst aktiv und erleben Naturwissenschaften auf spielerische Weise. Insgesamt 88 spannende Experimente können Kinder und Jugendliche mittlerweile bei den neun DLR-Schülerlaboren in Deutschland durchführen. Von Energie- über Verkehrsforschung bis hin zu Luft- und Raumfahrt sind viele Themen vertreten.

Jedes Jahr verbringen etwa 25.000 Schüler einen Tag an einem DLR_School_Lab. „Ein Besuch beim DLR_School_Lab ist für viele Schüler ein Erlebnis, das Interesse und Begeisterung für Forschung und Technik weckt oder steigert“, sagt Dr. Volker Kratzenberg-Annies, Vorstandsbeauftragter für Nachwuchsförderung beim DLR. „Dabei erhalten die Jugendlichen Einblicke in die Arbeit einer großen Forschungseinrichtung und lernen interessante Berufsbilder kennen.“

Wie stellt man einen Kometen im Labor her?

In kleinen Gruppen von fünf bis sechs Schülern wird jeder aktiv. Unter Anleitung von Jungwissenschaftlern und Studenten wird gebastelt, gemessen und ausprobiert. Dabei bietet jedes DLR_School_Lab andere Experimente – immer an den Schwerpunkten des jeweiligen DLR-Standorts orientiert.

In Köln wird etwa in einer Vakuumkammer ein Komet „gebacken“ – mit direktem Bezug zur ESA-Raumsonde Rosetta, die momentan auf dem Weg zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko ist. Da es die meisten Experimente in mehreren Schwierigkeitsgraden gibt, können sie auf verschiedene Altersstufen ausgelegt werden. Grundschulen bilden zwar eher die Ausnahme, aber für alle Jahrgänge weiterführenden Schulen ist das Angebot geeignet.

Bezug zu aktuellster Forschung

aus einfachen Mitteln bauen Schüler eine Rakete, die bis zu 100
Aus einfachen Mitteln - und doch steigt die Rakete bis zu 100 Meter hoch.

Dank der Anbindung an DLR-Standorte oder Universitäten besteht stets ein Bezug zu aktueller Forschung. Mit einer selbstgebauten Rakete, angelehnt an Europas Ariane-Launcher, können die Mädchen und Jungs zum Beispiel in Lampoldshausen experimentieren. Die Rakete steigt nicht nur bis zu 100 Meter hoch, sondern veranschaulicht auch ideal das Rückstoßprinzip.

In Braunschweig können interessierte Jugendliche im März 2012 zum ersten Mal auch unabhängig von ihrer Schule ein DLR_School_Lab besuchen: Sie erkunden etwa, wie man Flugverkehr leiser und sicherer machen kann. Doch die DLR_School_Labs sind nicht nur für Schüler. Auch Lehrer können sich gezielt fortbilden (mehr Informationen).

Tüfteln um den Roboter zum Leben zu erwecken.

Das erste DLR_School_Lab wurde im Jahr 2000 in Göttingen gegründet. Dort wurde ein Windkanal nicht mehr genutzt und vom DLR mitsamt einer großen Halle kurzerhand in ein Schülerlabor verwandelt. Aufgrund der großen Nachfrage wurden nach diesem Prinzip die acht weiteren DLR-Schülerlabors eröffnet.

Die Bildungsinitiative des DLR geht jedoch noch über die DLR_School_Labs hinaus. Schülerpraktika, Angebote für Studierende und Doktorandenprogramm komplettieren das Konzept zur Nachwuchsförderung.

Bildungsprojekte der ESA

Mission-X logo
Mission-X Logo.

Die Bildungsangebote von DLR und ESA ergänzen sich ideal: Die ESA stellt zum Beispiel Unterrichtsmaterial zur Verfügung und betreibt die spezielle Kinderseite ESA Kids. Weiter organisiert sie ein Bildungsprogramm zu den Themen „Internationale Raumstation ISS“ und „Erdbeobachtung“. Von Videos zur Ernährung im Weltall bis hin zu Unterrichtskonzepten zur Stadtentwicklung ist alles dabei.

Außerdem engagiert sich die ESA - oft in Kooperation mit dem DLR – immer wieder in verschiedensten Projekten, wie zum Beispiel der Aktion „Mission X – Train Like an Astronaut“, dem Schülerwettbewerb YouTube „Space Lab“, oder dem Girls’Day. Darüber hinaus ermöglicht die ESA Studenten, ihren Mikrosatelliten ins All zu schicken oder an Konferenzen teilzunehmen.

Kontakt

Volker Kratzenberg-Annies, Vorstandsbeauftragter für Nachwuchsförderung, DLR
Volker.Kratzenberg-Annies[at]dlr.de

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