Film-Premiere: "Space Station"

Ein überwältigender Film
Ein überwältigender Film
10 Mai 2002

Atemberaubend schön ist dieser Ausflug in den Weltraum. Und technisch perfekt inszeniert. Das ist „Space Station“, der erste IMAX-3D-Weltraumfilm über den Aufbau der Internationalen Raumstation ISS. Er wurde mit Spezialkameras im Erdorbit aufgenommen. Der Film erlebte zur ILA 2002 im Berliner CineStar IMAX im Sony Center seine Deutschland-Premiere. Seit dem 9. Mai läuft er auch in den anderen deutschen IMAX-Kinos.

In Todesgefahr

Der Film beginnt mit einer Katastrophensituation in 400 Kilometer Höhe: Wir blicken auf das Äußere der ISS. Ein Astronaut bewegt sich mit den Händen an den Sprossen des Moduls entlang. Plötzlich verliert er den Halt und beginnt davonzuschweben. Mit 28 000 km/h. Wir werden durch die auf dem Helm des Astronauten installierte Kamera zum Augenzeugen dieser tödlichen Gefahr. Gänsehaut läuft über den Rücken.

Im Rausch der Sinne

Die ISS spiegelt sich in einem Helmvisier
Die ISS spiegelt sich in einem Helmvisier

Es ist ein Wahnsinnsgefühl: Schwerelos durch den Weltraum zu schweben und dabei unseren wunderschönen blauen Planeten zu betrachten. Was wir bislang nur von den Berichten der Raumfahrer kennen, können wir nun selbst hautnah erfühlen. Die Magie der im Erdorbit mit IMAX-3D-Technologie entstandenen Filmsequenzen macht es möglich. Sie katapultiert die Zuschauer ins All. Sie werden in eine Welt versetzt, die sie noch nie zuvor gesehen haben. Sie erleben den Rausch der Sinne, den Schwerelosigkeit erzeugt. Einmalige Blickwinkel aus dem Fenster eines startenden Shuttles, aus dem Inneren einer Sojus-Landekapsel oder vom täglichen Leben an Bord der ISS gestalten den Film zu einem bemerkenswerten Reality-Dokument.

Spezialkameras für planetare Baustelle

Erzählt wird die Geschichte jener Frauen und Männer aus 16 Nationen, die die Internationale Raumstation seit 1998 aufbauen. Ein Drittel der 450 Tonnen schweren Station ist bereits errichtet. Das gigantische Technologie-, Forschungs- und Bewußtseinsprojekt soll nicht nur Brückenkopf zum Mars sein sondern auch Grenzen überwinden und Weltkulturen zusammenschmieden - Multikulti im Orbit.

Regisseurin und Produzentin der aufwendigen Produktion ist Toni Myers. Die Entwicklung der für den Weltraumeinsatz notwendigen Spezialkameras hat 30 Monate erfordert. Zwei IMAX-3D-Space-Cameras wurden gebaut sowie 20 Kilometer 65-Millimeter Negativfilm von 1998 bis 2001 verbraucht.
Die verbindende Geschichte wird im Englischen von Tom Cruise erzählt. Im deutschsprachigen Raum ist der Film jetzt in einer synchronisierten Fassung zu sehen.

Fünf Raumfahrer bei der Deutschland-Premiere

Entspanntes Leben an Bord
Entspanntes Leben an Bord

Zur Deutschland-Premiere des Films hatten die Veranstalter, die Europäische Raumfahrtagentur ESA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR sowie Astrium, der Bauherr eines Teils der Raumstation geladen. Fünf Raumfahrer aus Ost und West stellten sich dem Premierenpublikum vor. Unter ihnen Sergei Krikaljow, der Bordingenieur der ersten ISS-Stammbesatzung sowie Juri Ussatschow, der Kommandant der zweiten ISS-Stammbesatzung. Sie bestätigten, dass die Hauptdarsteller dieses Films allesamt ohne Double auskommen mussten.

Der 3D-Film „Space Station“ ist eine gelungene Werbeveranstaltung für den Weltraumtourismus. Im Gegensatz zu den steinreichen Amateur-Astronauten, die 20 Millionen US-Dollar für einen knapp zehntägigen ISS-Tripp zahlen mussten, kann sich das „Space-Station“-Ticket jeder leisten. Dafür dauert die extraterrestrische Reise nur 47 Minuten. Aber sie läßt sich fast täglich wiederholen.

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