Geschichte

Das 1990 gegründete Europäische Astronautenzentrum (EAC) war zunächst Ausbildungsstätte für drei Astronauten. Sie waren für die erste Spacelab-Mission mit dem deutschen Astronauten Dr. Ulf Merbold ausgewählt worden, die 1983 stattfand. Seitdem haben bereits wesentlich mehr europäische Astronauten im Weltraum gearbeitet, die meisten von ihnen wurden vom Europäischen Astronautenzentrum ausgebildet.  

1998 gründete die ESA ein einheitliches Europäisches Astronautenkorps. Zur Stärkung der europäischen Identität wurden die Anstrengungen der nationalen Astronautenteams gebündelt. 2002 umfasste dieses Astronautenkorps bereits 16 Astronauten, die alle im EAC arbeiteten.

Mit wachsendem Engagement der ESA für die ISS wuchs auch das Europäische Astronautenzentrum. Es erweiterte seine Ausbildungseinrichtungen und -programme um neue Anlagen und Verfahren. Seit dem Start des europäischen Raumlabors Columbus im Jahre 2007 schult das EAC Astronauten aus aller Welt in der Bedienung des Labors. Die praktische Ausbildung erfolgt an einem wirklichkeitsgetreuen Modell.

Neben der Columbus-Schulungseinrichtung steht ein wirklichkeitsgetreues Modell vom Inneren eines ATV-Weltraumtransporters der ESA zur Verfügung. Das erste Raumfahrzeug dieser Serie, das ATV Jules Verne, startete 2008 und brachte Fracht und Treibstoff zur ISS. Im EAC erlernen die Astronauten sowohl die Überwachung des Andockverfahrens als auch Sicherheits- und Entladeverfahren.

Das Europäische Astronautenzentrum war für die Planung und Durchführung einer jahrelangen Kampagne zuständig, mit der ESA-Astronauten angeworben und ausgewählt werden sollten. Sie endete mit der Vorstellung von sechs neuen Astronauten im Jahr 2009. Sie durchliefen eine Grundausbildung am EAC, und das Zentrum war auch während ihrer spezifischen Schulungen an den anderen Ausbildungszentren weltweit ihr Arbeitsmittelpunkt.  

Last update: 20 September 2013

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