Gute Aussichten für den Start des neuesten europäischen MSG-Wettersatelliten

22 November 2005

Mit dem erfolgreichen Start von Ariane 5 (Flug 167) bestätigt sich für die Startkampagne des neuesten europäischen Wettersatelliten das nächste Zieldatum - der kommende 21. Dezember.

Nach 117 Tagen Lagerung in Französisch-Guayana begannen am 31. Oktober die Auslagerungsarbeiten und Flugvorbereitungen für den zweiten MSG-2-Satelliten (Meteosat Second Generation). Die Aktivitäten der MSG-2-Startkampagne wurden offiziell am 10. November wieder aufgenommen.

Am 21. Juni war MSG-2 in Europas Raumflughafen eingetroffen. Im Anschluss an ausgiebige Tests zur Überprüfung auf etwaige Transportschäden der Plattform und der Instrumente wurde der Satellit eingelagert.

Wettersatelliten sind zu einem zentralen Element in der Wettervorhersage und im modernen Alltag geworden. Seit nahezu drei Jahrzehnten ist die ESA nun für die Konstruktion europäischer Wettersatelliten verantwortlich. MSG-2 stellt nur das neueste Exemplar einer langen Reihe von ESA-Wettersatelliten dar: Der erste, Meteosat-1, fand bereits 1977 seinen Weg in den Weltraum. Der Erfolg der frühen Meteosats führte 1986 zur Gründung von EUMETSAT (Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten).

ESA und EUMETSAT arbeiteten gemeinsam an den späteren Satelliten der Serie, deren Zweck es ist, Europas Wetterdienste kontinuierlich mit Wetterbildern zu versorgen. Diese Kooperation zwischen den beiden internationalen Organisationen wird nun mit der allmählichen Ersetzung der ursprünglichen Satelliten durch die zweite Generation der Meteosats fortgesetzt.

Die größere, leistungsfähigere Konstruktion der zweiten Meteosat-Generation liefert Aufnahmen in zusätzlichen Wellenlängen und mit höherer Frequenz als ihre Vorgängerversion. Dadurch eignet sich das neue Design ausgesprochen gut für kurzfristige Vorhersagen plötzlicher Schlechtwetterphänomene wie Schneefall, Gewitter oder Nebel.

Der erste Satellit dieser Familie wurde im August 2002 unter dem Namen MSG-1 gestartet, später in Meteosat-8 umgetauft und im Januar 2004 in Betrieb genommen. Mit dem Start von MSG-2 stehen zwei funktionsfähige MSG-Satelliten in geostationärer Bahn bereit. Der zum normalen Betrieb genutzte Satellit befindet sich bei 0 Grad geografischer Länge über dem äquatorialen Westafrika, die Position des Standby-Satelliten, der für einen langfristig unterbrechungsfreien Betrieb sorgen soll, liegt um 10 Grad davon entfernt.

Bereits heute nutzen europäische Wetter- und Umweltforschungsdienste die fortschrittlichen Produkte und Aufnahmen von Meteosat-8. Die mit den 12 Spektralkanälen generierten Daten bieten das 20fache der Informationen ihrer Vorgänger.

EUMETSAT betreibt derzeit Meteosat-6, Meteosat-7 und Meteosat-8 über Europa und Afrika und Meteosat-5 über dem Indischen Ozean. Die Daten, Produkte und Dienste dieser von der ESA für EUMETSAT entwickelten Satelliten leisten einen bedeutenden Beitrag zur Wettervorhersage und der Überwachung der Klimaveränderung.

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