ILA 2002 - The future of Science

Golden glänzt INTEGRAL im Scheinwerferlicht
Golden glänzt INTEGRAL im Scheinwerferlicht
8 Mai 2002

Hauptanziehungspunkt der ILA 2002 in Berlin ist für die Gemeinde der Weltraumbegeisterten die Raumfahrthalle. Einer der dargestellten Themenkomplexe umfasst die ambitionierten Science-Missionen aus Europa. Hier werden Raumsonden vom Feinsten für die extraterrestrische Grundlagenforschung gezeigt. Ob es sich um die Beobachtung fremder Welten in den Tiefen des Weltraums oder die Erkundung von Himmelskörpern unseres Sonnensystems handelt, die Europäische Weltraumagentur ESA ist mit bahnbrechenden Ideen dabei.

Von der Fülle der ausgestellten Satelliten, Raumsonden und Trägersysteme wird der Besucher beim Betreten der Raumfahrthalle überwältigt. Attraktive Blickfänge sind die künstlichen Welten des Kometen Wirtanen und des Planeten Mars. Auf ihrer Oberfläche tummeln sich Modelle von Landegeräten künftiger interplanetarer ESA-Missionen. Forschungssatelliten schweben unter der Decke, als ob sie gerade dem Weltraum entsprungen sind. Dazu gehören Modelle von aktiven Raumflugkörpern wie dem Cluster-Quartett, dem astronomischen Röntgenstrahlenobservatorium XMM oder dem Sonnenobservatorium SOHO. Aber auch künftige Missionen, wie beispielsweise das Astronomieprojekt INTEGRAL werden erlebbar vorgestellt.

Erkundung der unendlichen Tiefen des Weltraums

Zahlreiche rätselhafte Prozesse spielen sich in den unendlichen Tiefen des Weltraums ab. Doch viele von ihnen werden bislang nicht verstanden. Um das zu ändern, bereitet die ESA neue Forschungs-Missionen vor. So soll ab Oktober dieses Jahres das Gammastrahlen-Observatorium INTEGRAL eine der energiereichsten Arten von Strahlung im Weltraum, die von der Erde aus nicht beobachtbare Gammastrahlung, untersuchen. Aus den gewonnenen Daten erhoffen sich die Forscher eines der grössten Geheimnisse der Astronomie „knacken“ zu können: die Quelle der gewaltigen Gammastrahlenausbrüche im Universum. Sie stehen wiederum im Zusammenhang mit Prozessen bei Sternexplosionen und in Schwarzen Löchern.

SMART-1: Das Ziel ist der Mond

SMART 1 in den
SMART-1 in den "Tiefen" der Raumfahrthalle auf der ILA

Seit einiger Zeit bereitet die ESA eigenständige interplanetare Projekte vor. Im Rahmen kleiner, flexibler und kostengünstiger Vorhaben werden technologische Grundsteine für nachfolgende wissenschaftlich anspruchsvolle Flüge gelegt. So wird im Frühjahr 2003 SMART-1 (Small Missions for Advanced Research in Technology) in Richtung Mond starten. Das Hauptziel des Fluges ist die Erprobung fortschrittlicher Antriebe und neuartiger Geräte für spätere interplanetare Missionen. Aber auch sonst hat es der nur fernsehkartongrosse Raumflugkörper in sich. Eine miniaturisierte Kamera soll hochauflösende Aufnahmen von der Mondoberfläche gewinnen und zwei neuartige Spektrometer werden die Zusammensetzung des Mondgesteins erkunden.

Auf der Suche nach Leben

Der Lander Beagle2 von der Mars Express
Mars Express: der Lander Beagle 2

Mit Mars Express verfolgt die ESA noch weitergehende Ziele, die Erforschung des Mars mit seiner rostroten Oberfläche. Die europäischen Forscher wollen sich 2004 im Rahmen einer ganzen Flotte von internationalen Marssonden an der Suche nach Wasser auf dem Mars beteiligen. Ein Highlight wird ein kleiner Lander – Beagle 2 – sein, der verschiedene Untersuchungen auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten vornehmen und Bilder von seiner Umgebung liefern soll. Ein Schwerpunkt ist dabei die Suche nach früheren Leben auf dem Mars, sei es auch noch so primitiv gewesen.

Wirtanen im Blickfeld von Rosetta

Rosetta-Lander in Berlin auf Wirtanen "gelandet"
Rosetta-Lander in Berlin auf Wirtanen "gelandet"

Die Kometensonde Rosetta wird ab 2011 eine ganz andere Art von Himmelskörpern unseres Sonnensystems zum Ziel haben, nämlich Kometen. Erstmals soll ein Lander auf einer Kometenoberfläche niedergehen und die dynamischen Vorgänge auf Wirtanen, dem Reiseziel von Rosetta, bei der Annäherung an die Sonne über einen langen Zeitraum dokumentieren. Das Manöver ist eine technische Meisterleistung, denn nur eigenständig handelnde Systeme ermöglichen die Landung, da Wirtanen sich zu diesem Zeitpunkt in einer Entfernung von über 700 Millionen Kilometer zur Erde befindet.

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