ISS-Astronauten treffen das Columbus-Bodenkontrollteam

Die Expedition 27 Crew mit Simonetta Di Pippo, ESA-Direktorin für bemannte Raumfahrt, im Columbus Kontrollzentrum
8 Oktober 2010

ESA-Astronaut Paolo Nespoli und die Crew der Expedition 27 treffen heute das Bodenpersonal des ESA-Columbus-Kontrollzentrums. Dieser Besuch vor dem Start der Mission "MagISStra" wird engere Bande zwischen den Astronauten im All und denjenigen knüpfen, die sie unterstützen.

Für die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) im All kann die Stimme am anderen Ende der Funkverbindung eine völlig unbekannte sein, wobei sich eine reibungslose Kommunikation dann manchmal schwierig gestalten kann. Deshalb ist es für beide Seiten von großem Vorteil, wenn sich die Astronauten und die Crew am Boden vor dem Missionsstart treffen, um nicht nur einen Namen oder ein Bild, sondern die Person kennenzulernen.

“Das ist der menschliche Aspekt der Raumfahrt – man möchte einfach seine Kollegen am Boden kennen – und für einen reibungslosen Ablauf ist es wichtig, als Team gut zusammenzuarbeiten, “ sagt ESA-Astronaut Paolo Nespoli.

Die drei Mitglieder der Expedition 27, unter ihnen ESA Astronaut Paolo Nespoli, sind heute im Columbus-Kontorollzentrum (Col-CC) bei München, um diese Bande fester zu knüpfen und einen tieferen Einblick in die Arbeit des Col-CC zu erhalten. Zusammen mit drei Astronauten der Expedition 26 werden die der Expedition 27, die Mitte Dezember mit einer Sojus 25S zur ISS starten soll, sechs Monate an Bord der Raumstation bleiben.

Logo der MagISStra-Mission

„In den letzten zweieinhalb Jahren ist das Rufsignal „Munich“ den ISS-Besatzungen im All und im Training richtig vertraut geworden,“ sagt Reinhold Ewald, ebenfalls ESA-Astronaut, der jetzt die sogenannte Missionsintegration im Col-CC leitet.

“Ähnlich wie Besuche in den Kontrollzentren von Moskau und Houston ist das Col-CC inzwischen ein Standardstop für die Besatzungsmitglieder geworden, bevor es für sie an den Start geht.“

Bei einem solchen Besuch können Astronauten und Mitglieder der Bodenkontrolle alltägliche Routineabläufe besprechen und so ihr gegenseitiges Verständnis vertiefen.

“Das Columbus-Kontrollzentrum ist Teil der täglichen Planungskonferenz, eine Funkkonferenz, die jeweils morgens und abends stattfindet, um die Arbeitsfortschritte und mögliche Probleme zu erörtern,“ sagt Roland Luettgens, ESA-Missionsdirektor im Col-CC.

„Wir beantworten alle Fragen, die von der Crew kommen, so dass die Astronauten während ihrer Schichten volle Unterstützung haben,“ und fügt hinzu: „Die Crew hier im COL-CC zu treffen, ist deshalb ein wichtiger Teil der Vorbereitung einer solchen Mission. Es ist wichtig, dass sich sowohl die Bodenkontrolle als auch die Astronauten persönlich kennen, denn sie werden während der Mission ja in permanentem Kontakt sein.“

ESA-Astronaut Paolo Nespoli

Die Kommunikation mit den Astronauten wird vom Eurocom-Team der ESA koordiniert, das sowohl im Col-CC als auch im Astronautenzentrum der ESA (EAC) bei Köln ansässig ist. Eurocom ist Ansprechpartner für jedes ISS Crewmitglied bei allen Fragen, die das Columbusmodul betreffen.

“Der Eurocom-Ingenieur muss sich in die Sicht des Astronauten versetzen und vorhersehen können, was er in einer speziellen Situation brauchen könnte,” sagt Hervé Stevenin, Leiter des Eurocom Teams im EAC.

“Alle Eurocoms arbeiten eng mit ESA-Astronauten zusammen. Es ist ein großer Gewinn für die Astronauten, mit jemandem kommunizieren zu können, den sie durch ihr Training im EAC bereits kennen und dem sie vertrauen.“

Die 6-monatige Mission Nespolis sieht viele Abschnitte mit intensiven Aktivitäten vor, darunter das Andocken des ESA Transportfahrzeugs ATV-2 und des japanischen HTV Versorgungsschiffs, und natürlich die wissenschaftlichen Programme im Columbuslabor.

Das Col-CC wird von einem gemeinsamen Industrieteam von EADS/DLR unter Leitung der ESA betrieben. Es befindet sich am DLR in Oberpfaffenhofen und ist seit dem Start und Andocken des Columbusmoduls 2008 in ständigem Betrieb.

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