Ideen für die Suche nach Leben

Konfiguration des Rover von ExoMars
31 Mai 2003

Die Europäische Weltraumorganisation ESA will in den kommenden Jahren intensiv nach Lebensspuren in unserem Sonnensystem fahnden. Dabei bildet die aktuelle Mission Mars Express nur den Auftakt für eine noch ambitioniertere Expedition zum Roten Planeten: ExoMars. Die 2009 zu startende Raumsonde soll mit neuartigen Geräten ausgerüstet werden. Für das Hauptinstrument Pasteur haben internationale Wissenschaftlergruppen jetzt eine Reihe innovativer Vorschläge bei der ESA eingereicht.

Mit bislang unerreichter Intensität werden Forscher aus aller Welt in den nächsten Jahrzehnten in unserem Sonnensystem nach Lebensspuren suchen. Ein Schwerpunkt bildet dabei unser Nachbarplanet Mars, auf dem früher einmal Wasser geflossen ist. Wahrscheinlich sind auch jetzt noch große Mengen des für Leben notwendigen Stoffes an den Polen und im Marsboden vorhanden. Gute Voraussetzungen also für eine zielorientierte Suche. Alle aktuellen und geplanten Missionen zum Mars führen deshalb wissenschaftliche Instrumente mit, die dieser Frage nachgehen sollen.

Spürhund ExoMars

Die ESA will 2009 mit ExoMars sogar eine spezielle Mission für diese Aufgabenstellung zu unserem Nachbarn schicken. Das nach ersten Überlegungen aus einem Orbiter sowie einem Landemodul mit Rover bestehende Raumfahrzeug wird als Hauptnutzlast Pasteur enthalten, ein multifunktionales Labor, das die biologische Umgebung des Mars unter die Lupe nehmen soll. Nach den bisherigen Vorstellungen wird es auf dem Rover montiert und damit mobil sein.

ExoMars ist ein Projekt im Rahmen des Aurora-Programms der ESA. Das Ziel dieses Programms besteht zunächst in der Definition notwendiger Schlüsseltechnologien für die Entsendung von Robotern und Astronauten zur Erforschung des Sonnensystems in den kommenden Jahrzehnten. Die ausgewählten neuen Technologien werden dann in Missionen umgesetzt. Eine davon ist ExoMars.

Überwältigende Resonanz auf Ideenwettbewerb

Im März dieses Jahres hatte das Aurora-Programmbüro für die ExoMars-Mission einen Ideenwettbewerb für Wissenschaftler ausgeschrieben. Bis Mitte Mai konnten international zusammengesetzte Forschergruppen ihre Ideen für die Pasteur-Nutzlast einreichen. 580 Wissenschaftler aus 30 Ländern nutzten das Angebot und brachten Vorschläge für die spannende Mission ein.

"Die Resonanz der internationalen Wissenschaftsgemeinde auf unsere Ausschreibung war überwältigend. Nahezu 260 Universitäten, Forschungsinstitute und Unternehmen beteiligten sich", freute sich Jorge Vago, wissenschaftlicher Leiter der ExoMars-Studie. “Neben den ESA-Mitgliedsstaaten interessierten sich Wissenschaftler aus Australien, Brasilien, China, Mexiko, Russland, den USA sowie aus verschiedenen osteuropäischen Staaten für das Projekt."

"Unter den eingereichten Vorschlägen befinden sich sehr innovative Ideen, die Quantensprünge in der Forschungstechnologie darstellen. Dazu gehören beispielsweise Kameras, die Leben aufspüren können, was früher einmal flugfähig war. Weitere Vorschläge beinhalten Instrumente mit neuartigen Biochips und vollkommen neue Technologien zur Suche organischer Moleküle." erläutert Jorge Vago begeistert die Antragsflut.

In den nächsten Monaten werden die zahlreichen Vorschläge einer umfassenden Prüfung unterzogen und die geeignetsten für die spätere Mission ausgewählt. Die Forschergruppen, deren Entwürfe berücksichtigt wurden, müssen dann die Nutzlast für Pasteur definieren und die entsprechenden Projekte erarbeiten, die wiederum einem Auswahlprozess unterliegen werden.

Weitere Informationen erteilt:
Dr. Jorge L. Vago
ExoMars Study Scientist
Tel: +31(0)71.565.5211
Fax: +31(0)71.565.3661
Email: jorge.vago@esa.int

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