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    Innovative Ideen bei der 25. Sommerschule

    Sommerschule 2001 SUNS
    Sommerschule 2001 SUNS
    8 August 2001

    „The same procedure as every year...“ – aber mit anderen Teilnehmern und neuen Anregungen feierte die Sommerschule in Alpbach, Österreich, in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

    Vom 17. bis 26 Juli trafen sich junge Nachwuchswissenschaftler aus allen ESA-Mitgliedsstaaten sowie erstmals aus Kanada, um neue Ideen für die Weiterentwicklung der Satellitennavigation zu sammeln. Dabei wurden die Teilnehmer von über 30 Experten gebrieft und unterstützt.

    Die Sommerschule blickt auf eine lange Tradition als Planungsschmiede für zukünftige Wissenschaftler zurück. Seit 1975 hat sich die international anerkannte Veranstaltung zu der europäischen Weltraumfortbildungsstätte entwickelt. So waren viele der heute führenden Persönlichkeiten der Raumfahrt selbst einmal Teilnehmer einer Sommerschule.

    Veranstalter sind die Österreichische Raumfahrtagentur ASA, das Österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie die Europäische Raumfahrtbehörde ESA und die nationalen Weltraumbehörden ihrer Mitgliedsstaaten.

    Die Teilnehmer hören auf der Sommerschule nicht nur Vorträge, sondern können in Workshops auch eigene Ideen entwickeln und umsetzen. Als Ansporn und Anerkennung wird bei jeder Sommerschule am Ende das beste Team von einer Jury ausgewählt und prämiert. Zum diesjährigen Leitthema „Satellite Navigation Systems for Science and Application“ entstanden vielfältige innovative Beiträge. Die beste Arbeit kam von der Arbeitsgruppe SUNS mit ihrem gelungenen Projekt der Unterwassernavigation. Hier ein Überblick über alle Ergebnisse der Workshops:

    Sommerschule 2001 workshop
    Sommerschule 2001 workshop

    Ein Schwerpunkt der Summer School war die kommerzielle Anwendung der Satellitennavigation:

    Das Sonar Unterwasser Navigationssystem (SUNS) ermöglicht eine exakte Positionsbestimmung unter der Wasseroberfläche mit Hilfe von Bojen. Diese senden ihre jeweiligen Daten bezüglich Standort und Zeitangabe durch Sonar-Signale an GNSS. Eine Herausforderung wird die Entwicklung eines Modells für die Verbreitung der Sonar-Signale sein. Das Navigationssystem kann sowohl privat – durch Amateurtaucher - als auch kommerziell - durch Tiefseeexpeditionen - genutzt werden.

    Die Anwendung von Satellitennavigation bei der Verkehrsregelung und deren wirtschaftliche Effizienz waren Gegenstand einer anderen Arbeitsgruppe. Das Navigationssystem soll ein weltweit verfügbares Netzwerk, bestehend aus UMTS, GNSS und Galileo, sein. Zudem dürfen die GNSS-Empfänger nur wenig kosten. Die Problematik wurde schließlich an ausgewählten Fallbeispielen, wie dem Parkproblem in Innenstädten oder der Navigation für Sehbehinderte, erörtert.

    Der Persönliche Navigations-, Informations- und Kommunikationsassistent (PANIC), der eine Anwendung aus dem Bereich Telematik ist, soll eine Orientierungshilfe für Fußgänger, insbesondere Touristen, in Innenstädten sein. Er basiert auf dem GPS-System und terrestrischen Kommunikationsnetzwerken und enthält Basisdaten sowie aktuelle Informationen, die über Kommunikationsnetze ständig aktualisiert werden.


    Auch die wissenschaftliche Anwendung von Satellitennavigationssystemen wurde auf der Sommerschule erörtert:

    Wie kann man die Ionosphäre mit satellitengestützten Navigationssatelliten noch weiter und besser erforschen? Mit dieser Fragestellung befasste sich ein Workshop der Sommerschule. Dazu sollen GNSS-Empfänger an kommerzielle geostationäre Satelliten angebracht werden. Die somit gewonnenen Daten ermöglichen neue Erkenntnisse über die äußere Atmosphäre und Wettervorhersagen für den Weltraum.

    Eine andere Arbeitsgruppe suchte nach Verbesserungen in der Wettervorhersage und Klimaüberwachung. Zu diesem Zweck wurde eine EGOPS-Simulation über die Nutzung von GPS-Empfängern, die an Galileo-Satelliten angebracht werden, durchgeführt. GPS bietet nämlich die Möglichkeit, Radio-Okkultationen in der Atmosphäre zu messen. Die Sensoren gewährleisten eine weltweite und einheitliche Erfassung meteorologischer Daten und haben somit unmittelbaren Nutzen für die Wettervorhersage und die Untersuchung externer klimabeeinflussender Faktoren.

    Zur Untersuchung der Ionosphäre und neutralen Atmosphäre schlug ein Worksshop die Initiierung einer Mission vor. So solle zunächst ein kostengünstiger Testlauf mit zwei Satelliten, die beliebig ergänzt werden können, durchgeführt werden. Dabei werden verschiedene satellitengestützte Navigationstechniken, wie MEO-LEO-occultation oder LEO-LEO pathdelay, angewandt, die vielfältige Messungen ermöglichen.

    Alle Ergebnisse werden auch in einem der kommenden ESA-Bulletins veröffentlicht werden.

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