Kartierung der sibirischen Wälder

Mosaic image of the Siberian forest
Mosaic image of the Siberian forest
30 Oktober 2000

Vor drei Jahren wurden zwei Container mit Ausrüstungsgegenständen für eine mobile Empfangsstation in die Mongolei geschickt, um dort eine der aufwendigsten Fernerkundungsaktionen zu starten, die es je in Europa gegeben hat. Mit Hilfe von drei Erdbeobachtungs-Radarsatelliten sollte der zentralsibirische Wald, ein Gebiet von weltweit ökologischer Bedeutung, abgebildet werden. In dieser Woche wird die neue Karte des sibirischen Waldes beim DLR in München vorgestellt.

Das unter dem Namen SIBERIA (SAR Imaging for Boreal Ecology and Radar Interferometry Applications) bekannte Projekt stützte sich auf die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der japanischen Raumfahrtagentur NASDA. Im Herbst 1997 und im Sommer 1998 wurden gleichzeitig Daten von drei Satelliten - ERS-1 und -2 der ESA und Japans JERS-1 - gesammelt.

Map of Siberia
Map of Siberia

Diese in einem der aufwendigsten Fernerkundungsprojekte (1,2 Millionen Quadratkilometer) ermittelten Daten sollten die praktische Anwendung der Radarfernerkundung bei der Kartierung eines sehr großen Waldgebietes aufzeigen. Die sich daraus ergebende Karte wird den russischen Forstbehörden dabei helfen, die veralteten Waldbestandsdaten zu aktualisieren und z.B. nach Waldbränden die Aufforstungsarbeiten zu überwachen.

"Die Arbeit mit unseren russischen Partnern im Forstbereich hat sich für beide Seiten gelohnt", meint Christiane Schmullius, die SIBERIA Projektkoordinatorin für zehn europäische und vier russische Einrichtungen. Mit Hilfe von 550 ERS Abbildungen und 890 JERS-1 Abbildungen konnte eine der weltweit umfassendsten Waldflächenkarten erstellt werden. Eine der Hauptinformationsquellen war ein spezieller Radarmodus, der unter dem Namen ERS Tandem Interferometrie bekannt ist. Dabei werden ERS-1 und -2 in einer zugeordneten Umlaufkonfiguration genutzt, die es ermöglicht, von einem bestimmten Gebiet zwei Tage lang ununterbrochen Bilder zu machen.

SIBERIA Project logo
SIBERIA Project logo

Das Projektteam trifft sich am 26. und 27. Oktober 2000 im Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt in der Nähe von München, um die 7,5 m x 5,5 m große Wandkarte und die damit verbundenen Ergebnisse vorzustellen. Die Karten des SIBERIA Projektes können unter http://pipeline.swan.ac.uk/siberia abgerufen werden.

Das SIBERIA Projekt wurde innerhalb des 4. Europäischen Rahmenprogramms der Europäischen Kommission über deren Zentrum für Erdbeobachtung (CEO) gefördert. Die ERS Daten wurden von ESA/ESRIN im Rahmen der ERS Announcement of Opportunity (siehe Links) zur Verfügung gestellt.

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