Kein Flug ohne MAN

Hülsenteile für die Ariane 5-Booster

Ob Strukturbauteile, Tankkomponenten oder Boostergehäuse: Kein anderes deutsches Unternehmen arbeitet so lange und in derartiger Vielfalt für die Ariane zu wie MAN Technologie, die heutige MT Aerospace. Die bis 2005 unter dem Namen MAN Technologie bekannte und seitdem zu OHB Bremen gehörende Firma fertigt bereits seit 1971 Komponenten für die Trägerrakete Ariane einschließlich deren Vorläufertyp Europa.

Beitragsvielfalt für Ariane 1 bis 4

Für die Ariane-Typen 1 bis 4 projektierten und fertigten die Augsburger Ingenieure und Techniker Antriebskomponenten, Leichtbau- und Adapterstrukturen sowie Trenn- und Abwurfmechanismen. Hierzu gehörten Turbopumpen und Gasgeneratoren für die Viking-Triebwerke der ersten beiden Stufen und die Flüssigtreibstoffbooster.
Bei jeder der vier Ariane-Versionen übertrug ein Schubgerüst den Triebwerksschub der ersten Stufe während der Startphase auf die Gesamtkonstruktion der Rakete. Auch die Kühlwassertanks für die Gasgeneratoren und die Treibstofftanks der zweiten Raketenstufen kamen von MAN.
Ebenfalls aus dem Unternehmen stammten das Befestigungs-, Trenn- und Abwurfsystem für die Feststoffbooster der Ariane 3 und 4 sowie Adapterstrukturen und die Gasgeneratoren-Wassertanks der Ariane 4-Erststufe.

Größter Zulieferer außerhalb Frankreichs

Die gewaltige Gegenrollen-Drückwalzanlage

Auch bei der Ariane 5-Fertigung kam MAN wieder zum Zuge. So werden in Augsburg das obere Schubgerüst und die Kardangelenke für das Vulcain-Triebwerk der Hauptstufe sowie die Treibstoff- und Oxidatortanks für die Oberstufe hergestellt. Thermalschutzstrukturen für Feststoffbooster und Hauptstufe sowie Drucktanks für die zur Triebwerksschwenkung benötigte Hydraulikflüssigkeit gehören ebenfalls zum Produktionsprogramm.

Prunkstück ist seit 1988 jedoch die Fertigung der Hüllensegmente für die 31 Meter hohen Feststoffbooster, die 90 Prozent des Startschubs der Ariane 5 erzeugen. Deren 3,5 Meter großen Zylinderteile mit einem Durchmesser von 3,1 Meter werden in Augsburg auf eine Wandstärke von lediglich 8,1 Millimeter mit einem einzigartigen Verfahren gebracht, dem Drückwalzen. Dabei gelang es weltweit erstmals, Teile dieser Größenordnung vollautomatisch zu bearbeiten.

Mit dieser Auftragspalette hält das Unternehmen bereits seit Jahren einen Anteil von zehn Prozent an der Ariane-Hardware-Produktion und ist damit größter Programm-Zulieferer außerhalb Frankreichs.

Herr über Bau, Betrieb und Wartung der Ariane-Startanlagen

MAN-Startanlagen ermöglichen in Kourou die Flüge der Ariane

Neben der Produktion von Raketenteilen wurde den Augsburgern auch die Verantwortung zum Bau der Bodenanlagen am Startplatz Kourou in Französisch-Guayana übertragen. In den Jahren 1976 und 1977 errichtete MAN die Startanlage ELA 1, von der am 24. Dezember 1979 die erste Ariane abhob. Bis zu ihrer Stilllegung am 11. Juli 1989 starteten von hier auch Missionen mit der Ariane 2 und 3.
Der kommerzielle Erfolg der ESA-Rakete machte schon bald den Bau einer zweiten Startrampe notwendig, ELA 2 entstand von 1981 bis 1985, von wo aus zwischen 26. März 1986 und 15. Februar 2003 Ariane 3- und 4-Versionen ihre Reise ins All antraten.
Für die Ariane 5 baute MAN ab 1988 den Komplex ELA 3. Dieser war 1994 fertig gestellt und wurde am 4. Juni 1996 mit dem ersten Start eingeweiht. Betrieb und Wartung der Anlagen obliegen der MAN Spatial Guyane, einer Tochtergesellschaft der heutigen MT Aerospace.

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