Kölner Landerkontrollzentrum gut vorbereitet

Das Landerkontrollzentrum in Köln

Landungen von Raumsonden auf anderen Himmelskörpern gab es schon, aber noch nie auf einem Kometen. Mit dem Rosetta-Lander Philae wird also Neuland betreten.

Viele Parameter müssen vor der Landung ermittelt werden, wie beispielsweise die exakte Anziehungskraft des Himmelskörpers oder die Beschaffenheit des Bodens. Er könnte aus lockerem Material bestehen oder auch mit einer harten Eisschicht bedeckt sein. Entsprechend knifflig war die Aufgabe auch für die Konstrukteure des Landers, der ja vor Ort flexibel auf alle Gegebenheiten reagieren muss. Aber auch die Mannschaft im Landerkontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln muss sich durch ausgiebiges Training und Simulationen aller denkbaren Situationen auf das einzigartige Ereignis im November 2014 vorbereiten.

Tests für die Landung

Ein Modell des Landers bei Landetests am DLR in Bremen

Dazu gehört, dass Modelle von Philae bis zur Belastungsgrenze getestet und geprüft werden.

Unterstützt werden die Kölner dabei von ihren Kollegen am DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen. Dort wurde ein Lander-Modell in Originalgröße an einen Roboterarm, der „Landing and Mobility Test Facility“ (LAMA), gehängt und die Landung unter verschiedensten Bedingungen immer wieder simuliert. Mal mit 1,10 Meter pro Sekunde, mal etwas langsamer. Außerdem wurden verschiedene Anflugwinkel simuliert.

Ein weiteres Problem, nämlich das der bisher unbekannten Bodenbeschaffenheit gingen die Wissenschaftler auf einer mit einem Ölfilm beschichteten Stahlplatte an, um zu testen, wie der Lander reagiert, wenn er nur geringe Bodenhaftung hat. Andere Bodenbeschaffenheiten wurden mit ähnlich raffinierten Lösungen simuliert. „Wir testen letztendlich auch die Grenzen des Landers aus“, erläuterte Lars Witte, Verantwortlicher für das Testprogramm in Bremen, die umfangreichen Versuche.

Gewappnet für Probleme und Pannen

Im Kölner Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) werden unter Einbeziehung eines weiteren Modells nicht nur die Landung erprobt, sondern auch die Aktivitäten vor und nach dem Aufsetzen. Denn Philae soll nach einem wissenschaftlichen Schnellprogramm, das mit der Energie einer Hochleistungsbatterie durchgeführt wird, seine Sekundärbatterie mittels Solarzellen aufladen und für mehrere Monate den Kometenkern untersuchen.

Außerdem muss das Philae-Modell zeigen, dass es auch mit möglichen Problemen und unvorhergesehenen Pannen zurechtkommt. Dazu gehören zum Beispiel auch ein Kurzschluss in der Landephase und andere Probleme, die die Kölner Ingenieure in die Software zur weitgehend autonomen Steuerung einarbeiten müssen.

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