Das ESA-Programm „Living Planet“

„Living Planet“ - das ESA-Programm zur Erdbeobachtung

Seit dem Start des ersten Meteosat-Wettersatelliten im Jahr 1977 widmet sich die ESA der Erdbeobachtung aus dem Weltraum. Nach dieser erfolgreichen ersten Mission folgten weitere Satelliten der Meteosat-Reihe. Zusätzlich versorgten uns ERS-1, ERS-2 und Envisat mit einer Fülle wertvoller Daten über die Erde, das Klima und über die sich wandelnde Umwelt.

Zum besseren Verständnis des Systems Erde und seiner Prozesse sind wir jedoch auf weitere Erkenntnisse über unseren Planeten angewiesen, insbesondere vor dem Hintergrund des weltweiten Klimawandels. Nur so sind zukünftig bessere Voraussagen über die Auswirkungen der globalen Erwärmung möglich.

Der Drang nach neuen Erkenntnissen steigert den Bedarf an präzisen Satellitendaten, die für vielfältige praktische Anwendungen zum Schutz der Umwelt benötigt werden.

Exakt solche Daten stellt das „Living Planet“-Programm der ESA zur Verfügung. „Living Planet“ umfasst einen Forschungs- und Entwicklungsbereich, der auch die Earth Explorer-Missionen beinhaltet. Hinzu kommt ein Erdbeobachtungsbereich, der die Bereitstellung von Erdbeobachtungsdaten zur operativen Nutzung vereinfachen soll.

Zum Erdbeobachtungsbereich zählen auch Wetterbeobachtungsmissionen von EUMETSAT (Europäische Organisation für die Nutzung von meteorologischen Satelliten).

GMES - Global Monitoring for Environment and Security

Das Nildelta und die Sinai-Halbinsel

Außerdem erheben die GMES-Sentinel-Missionen (Global Monitoring for Environment and Security) als Teil der GMES-Weltraumkomponente verlässliche Langzeit-Klimadaten. Zusammen mit den Daten anderer Satelliten werden die so gewonnenen Informationen zu wissenschaftlich verwertbaren Variablen aufbereitet und dienen der Klimaüberwachung, -modellierung und -vorhersage. Diese aggregierten Datensätze werden als ECV (Essential Climate Variables) bezeichnet.

Die Earth Explorer-Missionen zielen zum einen auf die Beantwortung grundlegender wissenschaftlicher Fragen und zum anderen auf die Demonstration bahnbrechender Beobachtungstechnologien. Um zu gewährleisten, dass die Entwicklung zukünftiger Missionen im Hinblick auf die zu erhebenden Daten möglichst effizient verläuft und die Datenerhebungen dem tatsächlichen Bedarf entsprechen, werden die wissenschaftlichen Institute, die diese Daten nutzen werden, von Anfang an in die Festlegung neuer Missionen und in Form einer Peer-Review-Begutachtung in den Auswahlprozess eingebunden.

Mit diesem Ansatz bietet sich Europa eine hervorragende Möglichkeit zur internationalen technischen Zusammenarbeit sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch bei der technologischen Entwicklung neuer Missionen.

Die Earth Explorer-Missionen sind ein Ergebnis dieser Strategie. Derzeit umfasst diese Sparte sechs Earth Explorer-Missionen.

GOCE: Die ESA-Schwerefeldmission

Im Verlauf der am 17.03.2009 gestarteten GOCE-Mission (Gravity field and steady-state Ocean Circulation) wurden die notwendigen Daten für eine präzise Bestimmung globaler und regionaler Modelle des Schwerefelds und des Geoids (Bezugsfläche zur Bestimmung des Schwerefelds) der Erde erhoben. Diese Daten helfen bei der Erforschung von Meeresströmungen, der Physik des Erdinneren und der Veränderung des Meeresspiegels und führen zu wichtigen Erkenntnissen im Bereich der Geodäsie und des Vermessungswesens. 

Themenspecial zu SMOS

SMOS: Die Wassermission der ESA

Im Rahmen der am 02.11.2009 gestarteten SMOS-Mission (Soil Moisture and Ocean Salinity) wurden weltweite Daten über Bodenfeuchte sowie den Salzgehalt der Ozeane erhoben. Mit der konsequenten Erfassung dieser beiden Variablen sorgt SMOS für ein besseres Verständnis der Austauschprozesse zwischen Erdoberfläche und Atmosphäre und hilft bei der Verbesserung unserer Wetter- und Klimamodelle.

 

Themenspecial zu SMOS

CryoSat: Die Eismission der ESA

Die am 08.04.2010 gestartete CryoSat-Mission dient der Messung von Änderungen der Treibeisdicke und gestattet das Erkennen von Abweichungen der großen grönländischen und antarktischen Eismassen im Zentimeterbereich. In Verbindung mit Satellitendaten über die Ausdehnung der Eisflächen zeigen diese Messungen, wie sich das Volumen der auf der Erde vorhandenen Eismassen verändert, und fördern auf diese Weise das bessere Verständnis der Zusammenhänge zwischen Eisbeschaffenheit und Klima. 

Themenspecial zu CryoSat

Swarm: Die Magnetfeld-Mission der ESA

Der Start der Swarm-Mission ist für 2013 geplant. Swarm besteht aus drei Satelliten, welche die magnetischen Signale von Erdkern, -mantel und -kruste, von der Magneto- und Ionosphäre sowie von den Ozeanen präzise vermessen. Diese räumliche und zeitliche Erfassung soll neue Erkenntnisse über das Erdmagnetfeld bringen. Bisherige Untersuchungen lassen vermuten, dass die Leistung des „Dynamos der Erde“ anscheinend abnimmt.

ADM-Aeolus: Die Windmission der ESA

Die für 2015 geplante Atmosphären-Dynamik-Mission ADM-Aeolus wird neue Maßstäbe in der Beobachtung des globalen Windprofils setzen und dringend erforderliche Daten zur Verbesserung von Wettervorhersagen liefern. Aeolus gilt als Wegbereiter zukünftiger Wettersatelliten zur Erfassung der Windfelder unserer Erde

EarthCARE: Die Wolken- und Aerosolmission der ESA

EarthCARE
EarthCARE

Der Earth Clouds Aerosols and Radiation Explorer (EarthCARE) soll 2015 als europäisch-japanische Gemeinschaftsmission starten und die Darstellung und unser Wissen über die Strahlungsbilanz der Erde in Klima- und digitalen Wettervorhersagemodellen weiter verbessern.

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Last update: 2 Juli 2013

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