Logo der Mission "The blue dot" veröffentlicht

30 September 2013

Der ESA-Astronaut Alexander Gerst wird 2014 zu einem sechsmonatigen Aufenthalt in der Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Nun rückte die Mission einen deutlichen Schritt näher: Im Rahmen des Tages der Luft- und Raumfahrt im Europäischen Astronautenzentrum ESA/EAC in Köln war am letzten Wochenende das Logo der Mission der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Gemeinsam mit dem russischen Kosmonauten Maxim Wiktorowitsch Surajew und dem NASA-Astronauten Gregory Reid Wiseman wird Gerst am 28. Mai 2014 an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS aufbrechen.

Das Missions-Logo ist angelehnt an ein Bild, das die NASA-Raumsonde Voyager in sechs Milliarden Kilometern Entfernung von unserem Planeten aufnahm. Der US-Astronom Carl Sagan beschrieb die kaum sichtbare Erde auf dem Foto als „Pale Blue Dot“, als blassen blauen Punkt.

Umfangreiches wissenschaftliches Programm mit etwa 40 Experimenten

Cassinis Bilder von unserem blauen Punkt

Während der auf 166 Tage angesetzten Mission wird Gerst, als nächster ESA-Astronaut im All, ein umfangreiches wissenschaftliches Programm mit etwa 40 Experimenten in den Bereichen Materialphysik, Humanphysiologie, Strahlenbiologie, Sonnenforschung, Biotechnologie, Fluidphysik, Astrophysik sowie Technologiedemonstrationen durchführen. Alle Experimente dienen der Verbesserung der Lebensbedingungen auf der Erde sowie der Vorbereitung auf weitere Erkundungsprojekte.

Zu den Höhepunkten der ISS-Expedition 40/41 zählt der elektromagnetische Levitator, ein Schmelzofen, der unter Mikrogravitation Messungen an geschmolzenem Metall vornehmen kann. Am Boden können Metall-Messungen in Schmelzöfen von der Gussform beeinträchtigt werden, wodurch die Werte nicht präzise ermittelt werden können. Die Ergebnisse dieses Experiments sollen industrielle Gießverfahren verbessern, vor allem für filigrane und kleinere Gussteile.

Nachdem Alexander Gerst als Geophysiker und Vulkanologe bereits abgelegene Berge bezwungen und die Antarktis erforscht hat, wird er nun als dritter deutscher ESA-Astronaut zur Internationalen Raumstation fliegen. Seine Mission steht unter dem Motto „Shaping the future“ (Zukunft gestalten) und umfasst ein Programm zur Bildung und Nachwuchsförderung, das die nächste Generation von Ingenieuren und Wissenschaftlern inspirieren soll.

Alexander Gerst beim Training in der Schwerelosigkeit
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