Mit Business Incubation und Navigation zum Erfolg

Keynote Sprecher zum ESNC Hessen-Auftakt am 24. April 2012
24 April 2012

Unter dem Motto "Global Navigation Meets Geoinformation" hat das cesah am 24. April 2012 in Darmstadt zusammen mit seinen Partnern den jährlichen ESNC Kick-off durchgeführt. Vor 200 hochkarätigen Experten, Behördenvertretern und Medien konnte Cesah seine SatNav-Kompetenz beweisen, die sich auch in der Betreuung von inzwischen über 30 erfolgreichen StartUp-Unternehmen zeigt.

Wenn es um die Förderung und Realisierung neuer Ideen in der Satellitennavigation geht, ist cesah (Centrum für Satellitennavigation Hessen) in Darmstadt ein kompetenter Ansprechpartner. Es ist ein Kompetenz-, Informations- und Gründerzentrum für Satellitennavigation und wird vom Land Hessen, der Stadt Darmstadt, der ESA sowie namhaften Industrie- und Forschungseinrichtungen getragen. Es soll die Marktentwicklung neuer Navigationsanwendungen fördern und so neue Hitech-Arbeitsplätze in der Region schaffen. Die unmittelbare Nähe zum Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESA/ESOC) in Darmstadt führt zu Synergien und die jungen StartUps, die sich unter den Fittichen von cesah befinden, können von den jahrzehntelangen Erfahrungen der Satellitenbetriebsspezialisten profitieren.

Suche, Auswahl und Betreuung von StartUps

Europas Navigationssystem Galileo

"Die Palette der Aktivitäten unseres Zentrums ist bewusst breit angelegt und reicht von der Suche und Auswahl förderwürdiger Gründerideen bis zur Betreuung der noch jungen und unerfahrenen StartUps." unterstrich heute Dr.-Ing. Frank Zimmermann, Geschäftsführer der cesah GmbH. Cesah betreibt im Auftrag der ESA eines der sechs ESA Business Inkubationszentren in Europa, die Geschäftsideen rund um die Raumfahrttechnologien unterstützen und zum kommerziellen Erfolg verhelfen.

Einige der mehr als 30 von cesah betreuten Unternehmen, wie die flinc AG oder die PosiTim UG, haben außergewöhnliche innovative Ideen und sind inzwischen sehr erfolgreich auf dem Markt.

„Per Anhalter“ bald Geschichte?

Car-Sharing in Echtzeit

Unsere Gesellschaft hat hohe Ansprüche an die Mobilität für jeden Einzelnen. Dabei soll die Strecke von A nach B möglichst schnell und zu jedem beliebigen Zeitpunkt zurückgelegt werden. Das hat jedoch seinen Preis: in Form von hohen Gebühren für die Tickets öffentlicher Verkehrsmittel oder für die Anschaffung und den Betrieb eines PKW. Und nicht zuletzt hat die Umwelt unter der Nutzung aller Beförderungsarten zu leiden, beim Flugverkehr und den PKWs jedoch am meisten. Noch ist der PKW das beliebteste und flexibelste Verkehrsmittel; leider wird er aber sehr ineffizient eingesetzt - meist befindet sich nur eine Person im Auto. Diesem Trend versuchen seit Jahren Mitfahrzentralen und CarSharing-Initiativen entgegenzuwirken, allerdings mit mäßigem Erfolg. Sie sind zu unflexibel und meist auch zu teuer; außerdem lohnen sie sich nur in Großstädten. In dünn besiedelten ländlichen Gegenden ist das Auto für die meisten Menschen heute noch das einzig mögliche Transportmittel. Junge Leute versuchen deshalb, „per Anhalter“ mitzufahren. Oft gelingt das erst nach Stunden und ist auch nicht ganz ungefährlich.

Junge Leute sind aber auch kreativ und so hatten 2008 auf dem Campus der Fachhochschule Darmstadt zwei Studenten die Idee für ein neues Mobilitätskonzept unter Nutzung des Internet und sozialen Netzwerken. Nach ersten Entwicklungsarbeiten und einer zeitaufwendigen aber erfolgreichen Investorensuche gründeten Michael Hübl und Benjamin Kirschner zusammen mit Dr. Klaus Dibbern und Alexander Kuhn 2010 die flinc AG. flinc, das innovative Mobilitätsnetzwerk, vermittelt Mitfahrgelegenheiten in Echtzeit. Über das Smartphone, einen PC, NAVIGON Navigationssysteme oder die Bosch Navigation App können Fahrer ihre Route eintragen und potentielle Mitfahrer sich anmelden. flinc ermittelt automatisch die passenden Kombinationen Fahrer-Mitfahrer und informiert die Partner über ihren Account in einem sozialen Netzwerk oder per SMS. Die ermittelten Angebote sind für die Teilnehmer unverbindlich. Nach der Fahrt erfolgt eine gegenseitige Bewertung, so dass „schwarze Schafe“ bald identifiziert werden können. Vorbei sind nun die Zeiten, in denen Anhalter sich auf ein ungewisses Abenteuer einlassen mussten.

Höchste Präzision mit PosiTim

Die Öl- und Gasindustrie braucht genaueste Postionsdaten

Eine andere Erfolgsgeschichte schreibt Dr. Tim Springer mit seiner Firma PosiTim. Er entwickelte eine Software, die hochgenaue Positionsbestimmungen im Millimeterbereich in Echtzeit anbietet. Ein Merkmal, das andere Softwareangebote auf diesem Gebiet nicht haben. Dort erfolgt die Berechnung der Daten meist mit erheblicher Zeitverzögerung und auf maximal zwei Zentimeter Genauigkeit. Die von PosiTim erarbeitete Lösung basiert auf dem bei ESA/ESOC entwickelten Softwarepaket NAPEOS (Navigation Package for Earth Observation Satellites), das Tim Springer mit kreiert hat. PosiTim passt die Software an die Bedürfnisse des Kunden an, installiert sie und gewährleistet, dass der Kunde seine Ergebnisse auf „Knopfdruck“ bekommt. Alternativ führt die Firma die Berechnungen als Dienstleistung aus.

Die hohe Präzision der Lösung von PosiTim wird beispielsweise bei seismischen Erdbebenwarnsystemen, der Vulkan- und Tsunamiüberwachung oder in der maritimen Öl- und Gasindustrie benötigt. Es ist aber auch eine breite Palette anderer kommerzieller Anwendungen möglich, die zu erschließen jetzt das Ziel des jungen Unternehmens ist.

European Satellite Navigation Competition (ESNC) 2012

Satellitennavigation - ein globales Thema

Der von der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen bereits zum neunten Mal ausgerichtete Ideenwettbewerb wird u.a. vom DLR, der ESA, der European GNSS Agency (GSA), dem Industrial Technology Research Institute (ITRI) und NOKIA unterstützt. Neben Hessen nehmen über 20 weitere Hightech-Regionen teil. Der ESNC richtet sich an Firmen, Unternehmer, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Privatpersonen – teilnehmen kann jeder.

Vom 1. April bis 30. Juni 2012 können Anwendungsideen rund um das Thema Satellitennavigation in die Ideendatenbank unter www.galileo-masters.eu eingereicht werden. Ausgezeichnet werden dabei neben Innovationen für Galileo auch Anwendungen, die sich bereits mit bestehenden Satellitennavigationssystemen wie GPS, GLONASS und EGNOS realisieren lassen.

Die Kandidaten können wählen, in welcher der teilnehmenden Regionen sie antreten wollen. Diese Entscheidung ist wichtig, denn der Hauptpreis umfasst neben einem Preisgeld in Höhe von 20.000 € eine sechsmonatige Unterstützung bei der Umsetzung der prämierten Idee in einem Gründerzentrum der gewählten Region.

Ein Highlight der Veranstaltung vom 24. April in Darmstadt war auch die Präsentation des aus Hessen stammenden Unternehmens "PWP-Systems" von Dr.-Ing. Jörg Pfister, das in Navigationslösungen zur Optimierung des Öffentlichen Nahverkehrs spezialisiert ist. Jörg Pfister erzielte den Regionalsieg des ESNC Kick-off 2011 in Hessen sowie einen beachtlichen 3. Platz beim internationalen ESNC-Gesamtwettbewerb.

Weitere Fachkontakte:

Dr.-Ing. Frank Zimmermann
ESA BIC Darmstadt
Geschäftsführer cesah GmbH
Centrum für Satellitennavigation Hessen
Email: info(at)cesah.com
Tel.: 06151 - 39 21 56 10
www.cesah.com

ESA Business Incubation
Technology Transfer Programme Office
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Die Niederlande
Tel: +31 71 565 6208
Email: ttp(at)esa.int
www.esa.int/ttp

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