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Open Data: GMES-Daten sind wie Gänse und goldene Eier

13 Mai 2013

Eine kürzlich durchgeführte Studie legt nahe, dass die Daten der geplanten Sentinel-Satellitenserie als Informationen des öffentlichen Sektors angesehen werden sollten. Diese könnten einen gesteigerten Mehrwert schaffen.

Das GMES-Programm (Global Monitoring for Environment and Security) ermöglicht Entscheidungsträgern den Zugang zu verlässlichen, zeitnahen und präzisen Informationsdiensten für besseres Umweltmanagement, zum Verständnis und zur Milderung von Folgen der Klimaveränderung sowie zur Gewährleistung der zivilen Sicherheit.

Das Programm wird sich hauptsächlich auf Daten stützen, welche von den Sentinel-Satelliten bereitgestellt werden. Der erste Satellit der Reihe soll Planungen zufolge im Verlauf dieses Jahres ins Weltall starten.

Eine vor Kurzem von der ESA beauftragte Studie verdeutlichte das „Weiterverwendungs“-Potenzial dieser Daten und Informationen für kommerzielle sowohl nicht-kommerzielle Zwecke. Im Abschlussbericht betonten die Autoren, inwiefern die Weiterverwendung der Daten möglicherweise neue Unternehmen und Arbeitsplätze schaffen könnte und Verbrauchern eine breitgefächertere Auswahl sowie ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten könnte.

Im Bericht heißt es: „GMES könnte Europas Gans sein, die imstande ist, goldene Eier zu legen. Wie aber können wir ein beständiges und nachhaltiges Geschäftsmodell gewährleisten? Nehmen wir uns ein Ei (direkte Umsätze aus dem Datenverkauf) oder lassen wir das Küken schlüpfen, in der Hoffnung, dass eine weitere Goldeier legende Henne heranwächst?“

Die freie und offene Datenpolitik („Open Data policy“) der Sentinel-Daten fördert den Erwartungen zufolge eine solche Weiterverarbeitung. In der Tat gibt es Hinweise für ein Wachstum der wirtschaftlichen Vorteile, gegeben den Fall, dass die Daten zu niedrigen oder marginalen Kosten bereitgestellt werden, wodurch die Eintrittsbarrieren für kleine und mittelständische Unternehmen minimiert würden.

Mehrere Studien haben diesen Effekt für verschiedene Informationsbranchen außerhalb der Raumfahrt belegt. Studien für Erdbeobachtungsdaten existieren bisher jedoch nicht.

In Europa legt eine spezielle EU-Richtlinie namens PSI-Richtline (engl. Public Sector Information: PSI) die allgemeinen Bestimmungen in Bezug auf die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors fest. Ein Hauptgrundsatz einer aktuell vorgeschlagenen Aktualisierung dieser Richtlinie schlägt vor, dass die Gebühren, welche die öffentlichen Behörden für den Zugang zu den Informationen berechnen, auf Marginalkosten begrenzt werden sollten. Für digitale Daten würden demnach keine oder nahezu keine Kosten anfallen.

In der kürzlich veröffentlichten Studie über die Verbindung zwischen der PSI-Richtlinie und öffentlichen Erdbeobachtungsdaten präsentieren die Co-Autoren Geoff Sawyer von der European Association of Remote Sensing Companies und Marc De Vries von Citadel Consulting die Untersuchungsergebnisse aus anderen PSI-Sektoren und analysieren die mögliche Anwendbarkeit auf GMES.

Anmerkung der Autoren: „Zwischen der Welt der [Erdbeobachtungs-] Daten und Dienste und der weiten Welt der PSI-Weiterverwendung wurden bisher keine Verbindungen hergestellt. Nun ist es Zeit, sie zusammenzubringen.“

Die GMES-Daten- und Informations-Policy wird derzeit fertigstellt und zielt auf einen offenen und freien Zugang zu Sentinel-Daten.

Hier klicken, um den Studienbericht zu lesen (Englisch).

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