Das GFZ liegt idyllisch auf dem Telegrafenberg in Potsdam

Partner der ESA: Das Deutsche GeoForschungsZentrum

28 November 2013

Mit dem erfolgreichen Start der drei Swarm-Satelliten zur hochgenauen Erkundung des Erdmagnetfeldes rückt das Deutsche GeoForschungsZentrum(GFZ) in Potsdam in den Blickpunkt des Interesses der Geoforscher. Das Erdmagnetfeld ist nicht nur ein wichtiger Schwerpunkt des GFZ-Arbeitsprogramms. Das GFZ als nationale Leiteinrichtung der Geowissenschaften konnte bereits bei mehreren Satellitenmissionen praktische Erfahrungen mit der Erforschung der Erde aus dem All sammeln und ist auch signifikant an dieser ESA-Mission beteiligt.

Hauptideengeber der Swarm-Mission kommt aus Potsdam

Zum Start des Satellitentrios Swarm lud das GFZ am 22. November nach Potsdam ein. Rund 200 Wissenschaftler, Pressevertreter und weitere Gäste verfolgten im Hörsaal das große Ereignis. Zeitgleich fand die zentrale ESA-Startveranstaltung am Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt statt, die in die Landeshauptstadt Brandenburgs übertragen wurde. So wechselten spannende Science-Talkrunden in Potsdam mit Live-Sequenzen aus Darmstadt einander ab.

The swarm mission is operated from ESOC, ESA's Space Operations Centre, Darmstadt, Germany
Die Swarm-Satelliten bauen auf CHAMP vom GFZ auf.

„Der Satellitenschwarm soll für mindestens vier Jahre das Erdmagnetfeld aus dem All mit bisher unerreichter Präzision vermessen“, berichtet GFZ-Leiter Professor Reinhard Hüttl und betont, dass „die drei Satelliten direkte Entwicklungen aus der CHAMP-Mission des GFZ sind. Dieser Satellit hat über zehn Jahre das Schwere- und das Magnetfeld der Erde vermessen. CHAMP mit seinen Nachfolgern GRACE und Swarm erweist sich so als Gründervater einer ganzen Generation von Satelliten und weltraumgestützten Messverfahren.“

Das gilt auch für die Datenverarbeitung und die Erstellung höherwertiger Datenprodukte.

Dazu Prof. Hermann Lühr, der Hauptideengeber und Spiritus Rector der Swarm-Mission: „Die gewaltigen Mengen an Daten müssen aufbereitet, untersucht und zu konkreten Ergebnissen verdichtet werden.“ Lühr ist zugleich Leiter des am GFZ angesiedelten Projektbüros Swarm. Dieses Büro dient als Koordinierungs- und Schnittstelle zur Nutzung der Swarm-Daten und -Datenproduktein deutschen Wissenschaftseinrichtungen und der Industrie.

Satelliten-Trio den Geheimnissen des Magnetfeldes auf der Spur

Prof. Claudia Stolle vom GFZ erläutert die Aufgaben von Swarm

Warum das Magnetfeld der Erde immer schwächer wird, wollen die Geoforscher mit Swarm herausfinden. Dafür fliegen die drei Satelliten in optimierter Formation: Swarm-A und Swarm-B umrunden die Erde in 450 Kilometern Höhe mit 150 Kilometern Abstand nebeneinander her, Swarm-C steigt weitere 80 Kilometer auf eine 530 Kilometer hohe Umlaufbahn.

Der Grund für diesen komplizierten Formationsflug liegt im Magnetfeld selbst, wie Prof. Claudia Stolle, Leiterin der Sektion Erdmagnetfeld am GFZ, erläutert: „Die beiden parallel und eng beieinander fliegenden Satelliten dienen der näheren Untersuchung des Krustenfeldes der Erde. Der höher fliegende Satellit soll Magnetstrukturen im Erdmantel erkennen. Gleichzeitig misst er jene Ströme, die im erdnahen Weltraum auf der Tag- und Nachtseite der Erde fließen. Dass wir diese auf beiden Seiten gleichzeitig messen können, das ist ein Novum.“

Detaillierte Informationen zur umfangreichen Forschungsarbeit über das komplexe „System Erde“ am GFZ finden Sie hier.

Die exzellenten Untersuchungen der Satellitenflotte werden in einem weiteren Beitrag beschrieben.

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