Raumfahrttechnologien im Angebot in Darmstadt

Tisch aus Weltraummaterial
18 September 2001

Im Rahmen von Raumfahrtprojekten werden zahlreiche neue Technologien, Produkte und Materialien entwickelt, die den hohen spezifischen Anforderungen der Raumfahrtforschung und -nutzung genügen müssen. Diese können auch in anderen Branchen zu neuen Erzeugnissen und Verfahren führen. Um den Transfer in "irdische" Anwendungen zu beschleunigen, ist die regelmäßige Kommunikation zwischen Raumfahrtunternehmen und potentiellen Nutzern nötig. Deshalb wird am 19. September im European Space Operation Centre (ESOC) der ESA in Darmstadt ein eintägiges Technologie- und Kooperationsforum unter dem Motto "Nutzung von Raumfahrttechnologien" durchgeführt. Dort stellen Vertreter der Raumfahrtindustrie Interessenten aus den verschiedensten Industriezweigen Produkte und Technologien der Sensorik sowie Wege zum Technologietransfer vor.

An die für Vorhaben der Raumfahrt entwickelten Materialien, Bauteile, Geräte und Verfahren werden hohe Anforderungen gestellt. Zunächst müssen sie extremen Umweltbedingungen in der Schwerelosigkeit standhalten, z.B. starke und schnelle Temperaturwechsel oder das Vakuum. Das Gewicht muss trotz hoher mechanischer und chemischer Festigkeit sehr gering sein, ebenso der Energieverbrauch von Geräten und Systemen. Gleichzeitig wird eine sehr hohe Zuverlässigkeit unter den widrigen Verhältnissen gefordert. Die Summe dieser Anforderungen führt oftmals zu "exotischen" Lösungen, die wiederum neue Produkte und Verfahren für den irdischen Einsatz in anderen Branchen hervorbringen können.

Das Technologie-Transfer-Programm der ESA

Minendetektor mit Raumfahrttechnologie

Voraussetzung für einen erfolgreichen Transfer ist zunächst das Wissen über vorhandene Lösungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Deshalb bieten seit Jahren verschiedene Institutionen weltweit Informationsmaterialien, Schulungen und Veranstaltungen rund um das Thema "Technologietransfer aus der Raumfahrt" an.

Die ESA rief 1991 das Technologie-Transfer-Programm ins Leben, um Spin-offs in andere industrielle Bereiche zu fördern. Seitdem wurden an die 100 Transfers erfolgreich realisiert, mit denen über 100 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Dabei konnten fünf Unternehmen neu gegründet und etwa 800 Jobs neu geschaffen oder erhalten werden. Ein Technologietransfer-Netzwerk unter dem Namen "The Spacelink-Group", das aus Firmen in den ESA-Mitgliedsstaaten besteht, führt die Aktivitäten vor Ort aus. In Deutschland ist seit Beginn des Programms die MST Aerospace GmbH Köln verantwortlich. Das Unternehmen initiiert Kontakte, bietet verschiedene Informationsmöglichkeiten (u.a. Datenbanken, Kataloge und CD-ROMs) über vorhandene Technologien aus der Raumfahrt, organisiert Veranstaltungen und unterstützt Unternehmen auf dem Weg zum erfolgreichen Transfer.

Raumfahrtsensoren für "irdische" Anwendungen

So richtet die MST Aerospace GmbH im Auftrag der ESA auch das am 19. September in Darmstadt stattfindende Technologie- und Kooperationsforum aus. Auf dem Forum, zu dem sich 60 Interessenten angemeldet haben, werden die verschiedenen Technologietransfer-Initiativen in Europa und speziell das ESA-Technologie-Transfer-Programm vorgestellt. Es geht dabei u.a. darum, daß auch kleine und mittlere Firmen sich über gezielte Förderprogramme an die Nutzung von High-Tech-Lösungen der Luft- und Raumfahrt wagen können. Das Aslink-Projekt der Europäischen Union ist ein aktuelles Beispiel dafür.

In einem zweiten Vortragsblock werden die Teilnehmer über verschiedene Sensorlösungen von Raumfahrtfirmen und Instituten informiert, die Experten als geeignet für ihren Transfer in andere Bereiche der Industrie erscheinen. Eine Besichtigung des ESOC rundet das Programm ab.

Interessierte Verantwortliche und Fachleute von Instituten und Unternehmen können sich auch im Internet über die verschiedenen Technologietransfer-Initiativen informieren. Auf der rechten Seite finden Sie dazu einige nützliche Links.

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