Regenwald im Mittelpunkt der Kopenhagener Klimakonferenz

COMIFAC Mitgliedsstaaten
21 Dezember 2009

Kurz vor dem Abschluss der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen liegt der Schwerpunkt der Verhandlungen auf der Rolle des Regenwalds beim Klimaschutz. Die neue Politik zur Verringerung von Emissionen, die durch Abholzung und Schädigung der Wälder entstehen (REDD), wird als zentrales Element einer neuen Vereinbarung von allen Seiten unterstützt.

Da die Abholzung der Wälder mit fast 20 % an der Entstehung der globalen Treibhausgasemissionen beteiligt ist, würde diese neue Politik es den Schwellenländern ermöglichen, einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Emissionen zu leisten. In diesem Zusammenhang verabschieden die Industrienationen einen mehrere Milliarden Euro umfassenden Finanzierungsplan, der die Erhaltung der tropischen Regenwälder der Erde wirtschaftlich attraktiver macht als deren Zerstörung.

Afrika kommt eine Schlüsselrolle zu

Im Rahmen der 15. Weltklimakonferenz diskutierten Vertreter lokaler, regionaler und nationaler Regierungen und Behörden sowie Vertreter von Unternehmen, internationalen Entwicklungsagenturen und indigenen Gruppen aus den Regenwaldländern in mehr als 25 verschiedenen Veranstaltungen darüber, wie diese neue Politik in die Praxis umgesetzt werden kann.

Zentrales Thema einer der wichtigsten und am meisten beachteten Veranstaltungen war das Kongobecken. Dort setzen sich die 10 Mitgliedstaaten der COMIFAC (Zentralafrikanische Waldkommission) für die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung von annähernd 30 % der tropischen Regenwälder der Erde ein.

The COMIFAC event
Die COMIFAC Veranstaltung

Die COMIFAC-Veranstaltung wurde von der ESA, dem Deutschen Entwicklungsdienst, der KfW-Entwicklungsbank und weiteren internationalen Partnern gefördert. Die ESA unterstützt durch ihr GMES-Projekt zur globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung der Regenwälder drei der COMIFAC-Länder (Kamerun, Gabun und die Republik Kongo) bei der Integration der Erdbeobachtungsdaten in ihre nationalen Waldbewirtschaftungs- und Klimaprogramme. Das Projekt wird von der deutschen Gesellschaft für Angewandte Fernerkundung (GAF) und einem Konsortium internationaler Partner geleitet.

Während der Veranstaltung stellten die Umweltminister aus Gabun, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo zusammen mit dem deutschen Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Bedeutung dieser neuen politischen Maßnahme heraus.

An die Teilnehmer der bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltung gewandt, sagte die internationale Goodwill-Botschafterin für den Kongo-Regenwald und Trägerin des Friedensnobelpreises 2004, Dr. Wangari Maathai: „Ich fordere Sie auf, alle Kräfte zu bündeln, um Ihre Regierungschefs dazu zu drängen, der COMIFAC ein unabhängiges Finanzierungsinstrument an die Hand zu geben.“

Satelliten helfen bei der Umsetzung

Dr Wangari Matthai
Dr. Wangari Matthai

Der Direktor der brasilianischen Weltraumbehörde (INPE), Gilberto Camara, der gleichzeitig Vorsitzender des Ausschusses für Erdbeobachtungssatelliten (CEOS) ist, betonte, welch wichtige Rolle die Satellitenbeobachtung von Regenwäldern dabei spielt, den Schwellenländern die Umsetzung dieser neuen Politik zu ermöglichen. „Wir wissen, dass Erdbeobachtungsdaten für den Planeten von entscheidender Bedeutung sind, aber die ‚Datendemokratie’ muss die Massen auch erreichen“, sagte er bei der ESA-Klimaveranstaltung am Rande der Konferenz.

Der CEOS unterstützt die Group on Earth Observation durch die Bereitstellung von Satellitendaten bei ihren Aktivitäten zur CO2-Überwachung der Regenwälder. Dadurch soll den Schwellenländern bei der Entwicklung ihrer eigenen Systeme zur Wald- und CO2-Überwachung geholfen werden.

Zur Untermauerung dieser neuen Politik schaffen die ESA und die EU im Rahmen des GMES-Programms bereits eine umfassende, globale Erdbeobachtungs-Infrastruktur im Weltraum. Die ESA und die EU-Mitgliedsstaaten haben zur Entwicklung der GMES- ‚Weltraumkomponente’ mit fünf neuen Sentinel-Satellitentypen bisher 2 Mrd. € investiert, und sie bereiten zusätzliche Investitionen vor, um den weiteren Betrieb und den Zugriff auf die Daten für die nächsten 20 Jahre sicherzustellen.

Die freie und offene Datenpolitik, die kürzlich von den ESA-Mitgliedsstaaten für die Sentinel-Missionen gebilligt wurde, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Datendemokratie und Transparenz, wie sie auf der 15. Weltklimakonferenz gefordert wurden.

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