ESA and industry experts at ESOC provide realistic training for the teams flying Gaia through its most risky hours
Experten organisieren realitätsnahe Trainings für die Teams der Gaia-Mission

Risikozone

23 Oktober 2013

Seit Monaten absolvieren die etwa 60 Ingenieure des Gaia Mission Control Teams ein intensives Simulationstraining, das jeden Aspekt der ersten Mission der Raumsonde zum 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Lagrange-Punkt L2 umfasst.

Das Training, das oft 12 Stunden am Stück dauert, findet im Hauptkontrollraum des Europäischen Satellitenkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt statt.

In Simulationen bedienen die Ingenieure das tatsächliche Missionskontrollsystem, um eine realitätsgetreue Software-Replikation der echten Gaia zu steuern und zu fliegen. Diese Replikation reagiert genau so auf die Befehle wie die echte Software.

„Es sieht vielleicht wie ein riesiges Videospiel aus, aber das Training ist viel komplexer und anspruchsvoller – und so soll es auch sein. Wir wollen sichergehen, dass die Teams schnell auf jedwede Eventualitäten reagieren können", sagt Michael Gabel von der ESA, der Verantwortliche für das Training am ESOC. 

Das Training wird von einem wenig bekannten Team aus ESA- und Branchenspezialisten überwacht, das in einem zugangsbeschränkten Simulationsraum unter dem Hauptkontrollraum arbeitet.

Während der Trainingsreihe speisen die Trainer eine gezielt strukturierte Reihe von Störungen, Fehlern und Ausfällen in die Raumsonde bzw. die Software und die Systeme ein, die Gaia fliegen sollen.

Während der Simulationen werden verschiedene Störungen eingespielt

Gaia kartographiert die Sterne der Milchstraße

Unter der Aufsicht des Flugleiters (Flight Director) über ihnen müssen die Missionscontroller an den Geräten das Problem erkennen, bewerten und daraufhin den entsprechenden Notfallplan anwenden. In früheren Phasen der Trainingsreihe waren Fehler einfacherer Art eingestreut worden.

„Nun, da der Zeitpunkt des Starts immer näher rückt, simulieren wir die Ankunft Gaias am L2. Neben der LEOP-Phase ist dies wahrscheinlich die risikoreichste und sicherlich die kritischste Phase bei jeder Mission. „Wir setzen multiple, komplexe Störungen ein. Wir versuchen wirklich, das Kontrollteam unter Druck zu setzen, um zu testen, ob sie wissen, was sie tun. Um Lösungen zu finden, müssen sie als Team zusammenarbeiten“, so Joe Bush von Telespazio VEGA Deutschland, der für die Gaia-Simulationen verantwortlich ist.

LEOP umfasst die Trennung vom Startgerät, das Ausrichten der Solarmodule und das Empfangen der ersten Signale des Satelliten.

„Wenn bei einer Mission etwas schiefläuft, dann wahrscheinlich während der LEOP oder einem Manöver wie bei der Ankunft am L2. In dieser Phase können die Folgen der Störung durchaus kritisch sein. Es ist unsere Aufgabe, die Missionscontroller auf alle Eventualitäten vorzubereiten“ erläutert Michael Gabel

Der Start von Gaia ist in naher Zukunft geplant. Der Satellit wird den Lagrange-Punkt 2 nach 21 Tagen Flugzeit erreichen.

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